Di, 06:14 Uhr
04.07.2017
nnz-Forum:
Kein Hotel im Park Hohenrode!
Viel ist in diesen Tagen vom Park Hohenrode und seiner Zukunft die Rede. Und vom Lebenswerk der Gisela Hartmann. Dazu eine Lesermeinung...
Blick in den Park (Foto: B. Schwarzberg)
Blick von der ehemaligen Gewächshausanlage in Richtung des geplanten Hotelbaus im Park Hohenrode (14.05.2016)
Diese betonte meines Wissens immer, dass der Park Hohenrode der letzte im Originalzustand verbliebene Siesmayer-Park ist. Das Lebenswerk von Frau Hartmann IST die Erhaltung des originalen Siesmayer-Parks. Ein Hotelbau dort ist damit unvereinbar. Ein solcher Bau würde den originalen Siesmayer zerstören, wie ein Säureanschlag die schlafende Venus der Ranaissance-Maler Giorgione und Tizian.
Heinrich Siesmayer, ein Parkgestalter aus dem 19. Jahrhundert, schuf unter anderem den berühmten Frankfurter Palmengarten.
Dass Investoren weder vor dem Denkmalschutz, noch vor ökologischen, bisher kapitalfreien Räumen zurückschrecken, sehen wir weltweit. Chinesische Investoren schleifen tausende historische Häuser, in denen Generationen von Chinesen aufgewachsen sind, und sie ersetzen diese durch Wolkenkratzer – natürlich für neue Investoren. In Brasilien investieren Investoren in Staudämme, die hernach weitere Investoren anziehen, für die weder der Millionen Jahre alte Regenwald, noch die indigene Bevölkerung ein moralisches Hindernis darstellen. Nimmt sich ein Hotel im Park Hohenrode da im Vergleich zu diesen Verfehlungen an unserer aller Zukunft nicht erfreulich bescheiden aus?
Doch auch relativ kleine, lokale Investorenbestrebungen setzen sich globalökologisch zu einem erschreckend realen, die ganze Erde betreffenden Puzzle zusammen, wie wir zum Beispiel am menschgemachten Niedergang der Biodiversität sehen können.
Die überspitzende Darstellung des Problems ist wohl notwendig, um die Aberwitzigkeit der Pläne des Südharzklinikums zu verdeutlichen. Wenn Gipsfirmen wie Knauf versuchen, in das Naturschutzgebiet Alter Stolberg einzudringen, andere in das Naturschutzgebiet Harzfelder Holz, wenn Ellrichs Bürgermeister nicht nur die einst malerische Umgebung seiner Stadt, sondern auch noch naturbelassene Harztäler von Investoren hätte zerstören lassen (Stichwort Pumpspeicherwerk) und wenn in der Goldenen Aue bester Ackerboden im so genannten Industriegebiet von Investoren versiegelt werden soll, dann verkommt das trotzdem noch gern gebrauchte Wort "Nachhaltigkeit" zur Farce.
In der ganzen Welt sehen wir, was Investoren angerichtet haben. Die ökologischen Kennzahlen der Erde, ob nun klimatisch oder hinsichtlich der Biodiversität, sind niederschmetternd. Soziale Probleme sind ebenso die Folge, wie steigende Flüchtlingszahlen.
Kehren wir vor unserer Haustür: Der Park Hohenrode muss so bleiben wie er ist, so wie der Winkelberg, das Gebiet zwischen Himmelsberg und Mühlberg, der Kammerforst und die Goldene Aue. Zerstört wurde im Namen unserer Zukunft nun wirklich genug.
Der Denkmalschutz darf dem Unterfangen des Südharz-Klinikums und weiterer Investoren keinesfalls stattgeben. Platz für ein Luxushotel gibt es in Nordhausen ausreichend. Wer so viel Geld locker machen kann, wie diese Investoren, der kann sich auch noch einen neuen Park dazu kaufen.
Ich finde es haarsträubend, dass ein Investor versucht, aus dem Geldmangel des Parks Hohenrode Kapital zu schlagen, welches den Park in seiner originalen Grundstruktur zerstören würde. Er hätte hingegen jeden Respekt verdient, wenn er diese Grundstruktur belässt. Auch eine Topsanierung der bestehenden Villa ohne Anbau könnte für das Südharz-Klinikum einen nutzbaren Mehrwert bedeuten. Das wäre eine wahrhaft nachhaltige Investition.
Von Gisela Hartmann würde ich mir wünschen, dass sie dem Spuk noch im Juli vehement die Stirn bietet, statt, wie die nnz berichtete, das Ansinnen des Klinikums zu begrüßen. Schließlich geht es um ihr Lebenswerk, den von ihr so oft herausgestellten, denkmalgeschützten Original-Siesmayerpark Hohenrode.
Bodo Schwarzberg
Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Autor: red
Blick in den Park (Foto: B. Schwarzberg)
Blick von der ehemaligen Gewächshausanlage in Richtung des geplanten Hotelbaus im Park Hohenrode (14.05.2016)
Diese betonte meines Wissens immer, dass der Park Hohenrode der letzte im Originalzustand verbliebene Siesmayer-Park ist. Das Lebenswerk von Frau Hartmann IST die Erhaltung des originalen Siesmayer-Parks. Ein Hotelbau dort ist damit unvereinbar. Ein solcher Bau würde den originalen Siesmayer zerstören, wie ein Säureanschlag die schlafende Venus der Ranaissance-Maler Giorgione und Tizian.
Heinrich Siesmayer, ein Parkgestalter aus dem 19. Jahrhundert, schuf unter anderem den berühmten Frankfurter Palmengarten.
Dass Investoren weder vor dem Denkmalschutz, noch vor ökologischen, bisher kapitalfreien Räumen zurückschrecken, sehen wir weltweit. Chinesische Investoren schleifen tausende historische Häuser, in denen Generationen von Chinesen aufgewachsen sind, und sie ersetzen diese durch Wolkenkratzer – natürlich für neue Investoren. In Brasilien investieren Investoren in Staudämme, die hernach weitere Investoren anziehen, für die weder der Millionen Jahre alte Regenwald, noch die indigene Bevölkerung ein moralisches Hindernis darstellen. Nimmt sich ein Hotel im Park Hohenrode da im Vergleich zu diesen Verfehlungen an unserer aller Zukunft nicht erfreulich bescheiden aus?
Doch auch relativ kleine, lokale Investorenbestrebungen setzen sich globalökologisch zu einem erschreckend realen, die ganze Erde betreffenden Puzzle zusammen, wie wir zum Beispiel am menschgemachten Niedergang der Biodiversität sehen können.
Die überspitzende Darstellung des Problems ist wohl notwendig, um die Aberwitzigkeit der Pläne des Südharzklinikums zu verdeutlichen. Wenn Gipsfirmen wie Knauf versuchen, in das Naturschutzgebiet Alter Stolberg einzudringen, andere in das Naturschutzgebiet Harzfelder Holz, wenn Ellrichs Bürgermeister nicht nur die einst malerische Umgebung seiner Stadt, sondern auch noch naturbelassene Harztäler von Investoren hätte zerstören lassen (Stichwort Pumpspeicherwerk) und wenn in der Goldenen Aue bester Ackerboden im so genannten Industriegebiet von Investoren versiegelt werden soll, dann verkommt das trotzdem noch gern gebrauchte Wort "Nachhaltigkeit" zur Farce.
In der ganzen Welt sehen wir, was Investoren angerichtet haben. Die ökologischen Kennzahlen der Erde, ob nun klimatisch oder hinsichtlich der Biodiversität, sind niederschmetternd. Soziale Probleme sind ebenso die Folge, wie steigende Flüchtlingszahlen.
Kehren wir vor unserer Haustür: Der Park Hohenrode muss so bleiben wie er ist, so wie der Winkelberg, das Gebiet zwischen Himmelsberg und Mühlberg, der Kammerforst und die Goldene Aue. Zerstört wurde im Namen unserer Zukunft nun wirklich genug.
Der Denkmalschutz darf dem Unterfangen des Südharz-Klinikums und weiterer Investoren keinesfalls stattgeben. Platz für ein Luxushotel gibt es in Nordhausen ausreichend. Wer so viel Geld locker machen kann, wie diese Investoren, der kann sich auch noch einen neuen Park dazu kaufen.
Ich finde es haarsträubend, dass ein Investor versucht, aus dem Geldmangel des Parks Hohenrode Kapital zu schlagen, welches den Park in seiner originalen Grundstruktur zerstören würde. Er hätte hingegen jeden Respekt verdient, wenn er diese Grundstruktur belässt. Auch eine Topsanierung der bestehenden Villa ohne Anbau könnte für das Südharz-Klinikum einen nutzbaren Mehrwert bedeuten. Das wäre eine wahrhaft nachhaltige Investition.
Von Gisela Hartmann würde ich mir wünschen, dass sie dem Spuk noch im Juli vehement die Stirn bietet, statt, wie die nnz berichtete, das Ansinnen des Klinikums zu begrüßen. Schließlich geht es um ihr Lebenswerk, den von ihr so oft herausgestellten, denkmalgeschützten Original-Siesmayerpark Hohenrode.
Bodo Schwarzberg
Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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