Fr, 12:50 Uhr
09.06.2017
Thomas Soszynski nimmt Abschied von der Polizei
"Opa, warst Du mit Noah auf der Arche?"
39 Jahre war Thomas Soszynski Polizist. Die längste Zeit davon war er Pressesprecher der Nordhäuser Polizei. Jetzt nahm er seinen Hut und ein kleiner Junge im Supermarkt hatte daran Schuld...
Mach's gut, THomas Soszynski (Foto: nnz)
Viele Freunde, berufliche Wegbegleiter und einige Journalisten waren heute seiner Einladung gefolgt. Eigentlich befindet er sich seit dem 1. Juni im Ruhestand, heute lud er zum Abschied ein.
Immer wieder sei er in diesem Jahr gefragt worden, ob er denn nicht - mit 61 Lebensjahren - noch ein "Stück" dranhängen könne. Klar, er hatte überlegt, doch ein kleiner Junge, vor ihm an der Supermarkt-Kasse gab den Ausschlag, auf das angehängte "Stück" zu verzichten. "Hallo Opa", fragte der ihn unvermittelt, "warst du auch mit Noah auf der Arche?" Die innere Antwort: es ist Zeit zu gehen.
Er hat es sich verdient, doch ich bedauere das. Wir kennen uns seit 25 Jahren und seit dem 21. März 1995 habe ich ihn frühmorgens angerufen. Meist zwischen 7.29 Uhr und 7.31 Uhr. "Na, was gibts Neues?" Eine Antwort gab es immer und weil viele Journalisten-Kollegen um diese Zeit noch vom Pulitzer-Preis träumen hatten wir immer einige Minuten zum Schwatz. Ja, wir begrüßten uns ab und zu mit einem Glück auf! Das durfte ich, denn uns eint eine gemeinsame Bergbauzeit. Er Kali, ich Braunkohle.
Einladung in den Meyenburgpark (Foto: nnz)
1973 begann Thomas seine Lehre im Kaliwerk, von Jahre später wurde er Polizist, eine Laufbahn, an die er nach 39 Jahren mit Dankbarkeit zurückdenkt. Er wollte nie ABV werden, wurde er aber - in Bleicherode. 1984 kam er von der Offiziersschule zur Kripo, war für die Südharzer Kaliwerke zuständig. 1987 Fernstudium der Kriminalistik an der Humboldt-Uni in Berlin. Dann kam die Wende und er kurzzeitig Leiter des Nordhäuser Kreiskriminalamtes. Die Jahre danach will er nicht kommentieren. "Ich habe jedenfalls in meiner Dienstzeit 10 Innenminister in Thüringen kommen und gehen sehen, habe sieben Behördenleiter er- und überlebt."
Symbolische Übergabe (Foto: nnz)
Die Pressearbeit hatte ihm Vergnügen bereitet, er musste mit menschlichen Schicksalen umgehen lernen. Wichtig war für ihn der gegenseitige Respekt für die Arbeit des Anderen. Wer das als Journalist nicht respektierte, der hatte mitunter Pech.
Thomas Soszynski hat viele Höhen, manche Tiefen erlebt. Das Schöne an all diesen Jahren - es wurde seiner Arbeit Anerkennung gezollt. Eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. Symbolisch übergab er heute Fränze Töpfer, seiner Nachfolgerin in der Pressestelle, die gelbe Weste mit der Aufschrift "Pressesprecher".
Für seinen (Un)ruhestand hat Thomas vorgesorgt. Die Imkerei ist es, bei der er es mit Zehntausenden Mädels zu tun hat. Heute Nachmittag wird er sich in aller Ruhe in seinen Schaukelstuhl setzen, in der einen Hand eine Zigarre, in der anderen ein Glas italienischen Rotwein und wird die nächsten drei Wochen "gaaanz lange schaukeln".
Viel Vergnügen dabei, Thomas Soszynski.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Mach's gut, THomas Soszynski (Foto: nnz)
Viele Freunde, berufliche Wegbegleiter und einige Journalisten waren heute seiner Einladung gefolgt. Eigentlich befindet er sich seit dem 1. Juni im Ruhestand, heute lud er zum Abschied ein.
Immer wieder sei er in diesem Jahr gefragt worden, ob er denn nicht - mit 61 Lebensjahren - noch ein "Stück" dranhängen könne. Klar, er hatte überlegt, doch ein kleiner Junge, vor ihm an der Supermarkt-Kasse gab den Ausschlag, auf das angehängte "Stück" zu verzichten. "Hallo Opa", fragte der ihn unvermittelt, "warst du auch mit Noah auf der Arche?" Die innere Antwort: es ist Zeit zu gehen.
Er hat es sich verdient, doch ich bedauere das. Wir kennen uns seit 25 Jahren und seit dem 21. März 1995 habe ich ihn frühmorgens angerufen. Meist zwischen 7.29 Uhr und 7.31 Uhr. "Na, was gibts Neues?" Eine Antwort gab es immer und weil viele Journalisten-Kollegen um diese Zeit noch vom Pulitzer-Preis träumen hatten wir immer einige Minuten zum Schwatz. Ja, wir begrüßten uns ab und zu mit einem Glück auf! Das durfte ich, denn uns eint eine gemeinsame Bergbauzeit. Er Kali, ich Braunkohle.
Einladung in den Meyenburgpark (Foto: nnz)
1973 begann Thomas seine Lehre im Kaliwerk, von Jahre später wurde er Polizist, eine Laufbahn, an die er nach 39 Jahren mit Dankbarkeit zurückdenkt. Er wollte nie ABV werden, wurde er aber - in Bleicherode. 1984 kam er von der Offiziersschule zur Kripo, war für die Südharzer Kaliwerke zuständig. 1987 Fernstudium der Kriminalistik an der Humboldt-Uni in Berlin. Dann kam die Wende und er kurzzeitig Leiter des Nordhäuser Kreiskriminalamtes. Die Jahre danach will er nicht kommentieren. "Ich habe jedenfalls in meiner Dienstzeit 10 Innenminister in Thüringen kommen und gehen sehen, habe sieben Behördenleiter er- und überlebt."
Symbolische Übergabe (Foto: nnz)
Die Pressearbeit hatte ihm Vergnügen bereitet, er musste mit menschlichen Schicksalen umgehen lernen. Wichtig war für ihn der gegenseitige Respekt für die Arbeit des Anderen. Wer das als Journalist nicht respektierte, der hatte mitunter Pech.
Thomas Soszynski hat viele Höhen, manche Tiefen erlebt. Das Schöne an all diesen Jahren - es wurde seiner Arbeit Anerkennung gezollt. Eine Erfahrung, die er nicht missen möchte. Symbolisch übergab er heute Fränze Töpfer, seiner Nachfolgerin in der Pressestelle, die gelbe Weste mit der Aufschrift "Pressesprecher".
Für seinen (Un)ruhestand hat Thomas vorgesorgt. Die Imkerei ist es, bei der er es mit Zehntausenden Mädels zu tun hat. Heute Nachmittag wird er sich in aller Ruhe in seinen Schaukelstuhl setzen, in der einen Hand eine Zigarre, in der anderen ein Glas italienischen Rotwein und wird die nächsten drei Wochen "gaaanz lange schaukeln".
Viel Vergnügen dabei, Thomas Soszynski.
Peter-Stefan Greiner

