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Di, 21:19 Uhr
30.05.2017
Auszeichnung für Nordhäuser Gymnasiasten

Mit Egon Krenz zum Sonderpreis

In Erfurt sind am Dienstagnachmittag die Preise für den 14. Schülerwettbewerb der Stiftung Ettersberg verliehen wurden. Auch drei Schüler des Nordhäuser Herdergymnasiums erhielten in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße eine Auszeichnung…

Moritz Bellmann, Lena Schedwill und Charlotte Herbst (Foto: Susanne Schedwill) Moritz Bellmann, Lena Schedwill und Charlotte Herbst (Foto: Susanne Schedwill)

Mit Egon Krenz zum Sonderpreis: Moritz Bellmann, Charlotte Herbst und Lena Schedwill haben beim Schülerwettbewerb der Stiftung Ettersberg einen Sonderpreis und 250 Euro Preisgeld für ihre gemeinsame Seminararbeit gewonnen.

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Die Abiturienten des Nordhäuser Herdergymnasiums hatten sich unter dem Titel „Glückliche Jugend oder bevormundet und eingesperrt? – Das Leben in der FDJ“ in ihrer Seminararbeit mit der DDR-Jugendorganisation auseinandergesetzt. Dafür suchten sie auch den Kontakt mit Egon Krenz. Der frühere Erste Sekretär des FDJ-Zentralrates und letzte SED-Generalsekretär empfing die drei Schüler im vergangenen Sommer in seinem Haus in Dierhagen auf dem Darß an der Ostsee und stand den Schülern für ein Interview zur Verfügung.

Der Juryvorsitzende, Professor Gunther Mai, lobte in seiner Laudatio das Engagement der Nordhäuser und den „fast ethnologischen Bick der Autoren auf die Lebenswelt der Elterngeneration“.

Der erste Preis ging an die Kooperative Gesamtschule „Herzog Ernst“ nach Gotha, der zweite Preis an eine Schülergruppe des Perthes-Gymnasiums in Friedrichroda, Platz drei belegten Schüler des Martin-Luther-Gymnasiums aus Eisenach. Mit einem weiteren Sonderpreis wurde eine Schülergruppe des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums Saalfeld geehrt.

Insgesamt beteiligten sich an dem Wettbewerb 66 Schüler von 15 Schulen aus ganz Thüringen.

Autor: ssc

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
30.05.2017, 23:37 Uhr
einen Preis mit Egon Krenz - muss gelobt werden
In Zeiten, in denen die DDR einseitig abgestempelt wird, ist der Preis für die Schüler eine Art Genugtuung. Meinen herzlichen Glückwunsch. Sie haben nicht nur den Mut besessen (man muss es angesichts der erschreckend einseitigen Ausrichtung deutscher Leitmedien wirklich Mut nennen), einen Zeitzeugen erster Klasse aufzusuchen und ihn zu befragen, sondern auch ergebnisoffen zu recherchieren. Zumindest legt dies die in der nnz bereits frühere erschienene Dokumentation des Besuchs der Schüler bei Krenz in Dierhagen nahe. Ich habe die Arbeit der Schüler zwar nicht gelesen, gehe aber davon aus, dass sie nicht ein so positives Urteil einer WISSENSCHAFTLICHEN Jury erhalten hätten, wenn sie dem Weg unseres gegenüber der DDR einfarbigen Blätterwalds gefolgt wären.
Als Kind der DDR (und ich bin froh, dies trotz so mancher auch damaligen Kritik zu sein) widerstrebt es mir, jetzt das erleben zu müssen, was uns Karl- Eduard von Schnitzler einst, mit wenig Erfolg, in "Der schwarze Kanal" zu vermitteln suchte: Dass "auch" in der "freien" Medienwelt des Westens zumindest interne ideologische Vorgaben existieren, die kaum weniger, als in der DDR dazu führen, dass Wahrheiten bzw. Fakten gezielt ausgeblendet werden. Auffallend wird dies z.B. immer dann, wenn altgediente Journalisten, wie Peter Scholl-Latour oder Gabriele Krone-Schmalz im Alter von den Honoraren der Zeitungen und Fernsehanstalten unabhängig werden und sich kritischer denn je äußern.
Ich würde mich freuen, wenn die ausgezeichneten Schüler auch weiterhin das Ziel verfolgen, Egon Krenz nach Nordhausen einzuladen. Das hatten sie wohl mal laut nnz im Blick. Und auf Grund der einseitige Darstellung der DDR und anderer ebenso negativer Erfahrungen mit der Politik in der heutigen Zeit würde ich (übrigens von IMs beobachtet) zu einer solchen historischen Veranstaltung wohl lieber gehen, als zu einer Wahlkampfveranstaltung von Egon Primas oder Umweltministerin Siegesmund.
Leser X
31.05.2017, 11:11 Uhr
Macht Mut
Schön zu wissen, dass es junge Leute gibt, die sich nicht vom ideologischen Trommelfeuer der Staatsmedien blenden lassen und sich selbst auf die Suche nach Wissen machen ohne feststehendes Ergebnis. Ich bin ganz bei Euch - weiter so!
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