Mi, 08:00 Uhr
17.05.2017
Aus dem Jugendhilfeausschuss
Neue Pläne für große und kleine Kinder
Der neue Jugendhilfeplan des Landkreises nimmt zunehmend Form an. Das bisherige Konzept soll grundlegend geändert werden. Über den Stand der Dinge wurde heute im Jugendhilfeausschuss informiert. Außerdem steht die Bedarfsplanung der Kinderbetreuung wieder auf dem Programm. Ungemach für den Haushalt droht derweil aus Berlin...
Vier Zentren statt vieler kleiner Anlaufstellen - Jugendamt stellt weitere Pläne vor (Foto: Angelo Glashagel)
Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises ging heute vor allem mit guten Nachrichten zu Ende. Zum einen konnte Sabine Reich verkünden das Manja Bernsdorf, dem einen oder anderen vielleicht als Kreisjugendfeuerwehrwartin bekannt, fortan das Team in Sachen erzieherischer Jugendschutz verstärken wird. Frau Bernsdorf arbeite sich zur Zeit ein, an einem neuen Konzept für entsprechende Beratungsangebote werde gearbeitet.
Die Ausarbeitung des neuen Jugendhilfeplanes geht auf die Zielgerade. Bis vor kurzem konnten Stelluingnahmen eingereicht werden, die Möglichkeit sei von Seiten der Träger rege genutzt worden. Insgesamt 35 Korrekturwünsche sowie einige kleinere Anmerkungen habe man bekommen.
Das Redebedarf besteht ist wenig verwunderlich, die Pläne sehen vor das bisherige System umzukrempeln. So eine Neustrukturierung sorge erst einmal für Unsicherheiten, erklärte Sabine Reich, man habe den Prozess daher so transparent wie möglich gestaltet. Die Pläne sehen vor statt vieler kleinerer Anlaufstellen vier Jugendzentren in Nordhausen Stadt zu errichten. Die generelle Ausrichtung des jeweiligen Zentrums und das dazugehörige Budget wird vom Landratsamt festgelegt. Inhaltlich werde man sich nicht einmischen, erklärte Reich, man gebe lediglich die Richtung vor und sorge vor allem für Planungssicherheit bei den Trägern. Außderdem wolle man Angebote für Jugendliche im ländlichen Raum stärken.
Besonders kritische Gespräche habe es mit den Jugendpflegern gegeben, so Reich weiter, man werde mit den Empfehlungen und Anmerkungen in die weitere Arbeit treten. Einen entsprechenden Kreistagsbeschluss erwartet man für Mitte August.
Bezüglich der schulbezogenen Sozialarbeit befindet man sich noch in Verhandlungen, rund 33.800 Euro hat man als Mehrbedarf beim Land angemeldet. Das Ministerium wolle schnell prüfen, sagte Sabine Reich, im Laufe der kommenden Woche wolle man gegenüber den Trägern vor Ort dazu aussagefähig sein.
Einmal mehr konnte man auch Jürgen Hoberg, Vorsitzender des Finanzausschusses, begrüßen. Hoberg hatte bei seinem letzten Besuch mehr Geld für die Jugenpflege versprochen und wird wohl auch Wort halten können. Rund 50.000 Euro mehr könnte es für den Bereich in Zukunft geben.
Der zweite große Punkt des Tages war der erste Entwurf der Bedarfsaufstellung in der Kindertagesbetreuung für 2017/18. Darunter fällt jedes Kind zwischen 1 und 10 Jahren, welches einen Anspruch anmeldet. Zum 1.1.2016 befanden sich insgesamt 7.799 Kinder in Kindergärten oder der Hortbetreuung. Insgesamt gibt es im Landkreis 48 Kindergärten mit 3.848 Plätzen von denen 3.619 derzeit belegt sind. Hinzu kommen sieben Tagesmütter.
Auf Basis der Berechungen des Thüringer Landesamtes für Statistik und eigener Prognosen die auch die Zuwanderung seit 2015 einbeziehen, hat man nun den Bedarf für das kommende Jahr berechnet. Demnach geht man ab dem 01.07. von einem Bedarf an 4.139 Betreuungsplätzen aus, erklärte Heike Kopischke. Wir werden das Betreuungsangebot ausbauen können, in Bleicherode, Niedersachswerfen und Ellrich ist schon jetzt ständige Bewegung drin. Unterschiede gebe es vor allem zwischen Stadt und Land, wobei die Lage in den ländlichen Gebieten des Kreises entspannter ist. Als Herausforderungen der nächsten Jahre hat man das Beitragsfreie letzte KITA Jahr, die Neuorientierung der Fachberatung, die Fachkräftesituation und die Gebietsreform identifiziert. Bezüglich der Gebietsreform habe man darauf geachtet, das sich jede Kommune mit ihren Bedarfen in der jetzigen Planung wiederfinde, sodass eine Neustrukturierung, so sie denn nötig werden sollte, leichter vonstatten gehen könnte.
Neue Herausforderungen könnten es auch auf den Haushalt zukommen, in Form der Änderungen beim Unterhaltsvorschussgesetz, mit dem man sich zur Zeit in Berlin befasst. Bisher konnten Vorschüsse nur für 72 Monate am Stück und bis zum 12. Lebensjahr gewährt werden, in Zukunft könnte die Monatsgrenze gänzlich entfallen und das Alter auf 18 Jahre heraufgesetzt werden. Für den Haushalt könnte das zu erheblichen Mehrbelastungen bei grundlegenden Kosten und Personal führen. Ausgemacht ist das zwar noch nicht, scheint aber zumindest wahrscheinlich.
Angelo Glashagel
Autor: red
Vier Zentren statt vieler kleiner Anlaufstellen - Jugendamt stellt weitere Pläne vor (Foto: Angelo Glashagel)
Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises ging heute vor allem mit guten Nachrichten zu Ende. Zum einen konnte Sabine Reich verkünden das Manja Bernsdorf, dem einen oder anderen vielleicht als Kreisjugendfeuerwehrwartin bekannt, fortan das Team in Sachen erzieherischer Jugendschutz verstärken wird. Frau Bernsdorf arbeite sich zur Zeit ein, an einem neuen Konzept für entsprechende Beratungsangebote werde gearbeitet.
Die Ausarbeitung des neuen Jugendhilfeplanes geht auf die Zielgerade. Bis vor kurzem konnten Stelluingnahmen eingereicht werden, die Möglichkeit sei von Seiten der Träger rege genutzt worden. Insgesamt 35 Korrekturwünsche sowie einige kleinere Anmerkungen habe man bekommen.
Das Redebedarf besteht ist wenig verwunderlich, die Pläne sehen vor das bisherige System umzukrempeln. So eine Neustrukturierung sorge erst einmal für Unsicherheiten, erklärte Sabine Reich, man habe den Prozess daher so transparent wie möglich gestaltet. Die Pläne sehen vor statt vieler kleinerer Anlaufstellen vier Jugendzentren in Nordhausen Stadt zu errichten. Die generelle Ausrichtung des jeweiligen Zentrums und das dazugehörige Budget wird vom Landratsamt festgelegt. Inhaltlich werde man sich nicht einmischen, erklärte Reich, man gebe lediglich die Richtung vor und sorge vor allem für Planungssicherheit bei den Trägern. Außderdem wolle man Angebote für Jugendliche im ländlichen Raum stärken.
Besonders kritische Gespräche habe es mit den Jugendpflegern gegeben, so Reich weiter, man werde mit den Empfehlungen und Anmerkungen in die weitere Arbeit treten. Einen entsprechenden Kreistagsbeschluss erwartet man für Mitte August.
Bezüglich der schulbezogenen Sozialarbeit befindet man sich noch in Verhandlungen, rund 33.800 Euro hat man als Mehrbedarf beim Land angemeldet. Das Ministerium wolle schnell prüfen, sagte Sabine Reich, im Laufe der kommenden Woche wolle man gegenüber den Trägern vor Ort dazu aussagefähig sein.
Einmal mehr konnte man auch Jürgen Hoberg, Vorsitzender des Finanzausschusses, begrüßen. Hoberg hatte bei seinem letzten Besuch mehr Geld für die Jugenpflege versprochen und wird wohl auch Wort halten können. Rund 50.000 Euro mehr könnte es für den Bereich in Zukunft geben.
Der zweite große Punkt des Tages war der erste Entwurf der Bedarfsaufstellung in der Kindertagesbetreuung für 2017/18. Darunter fällt jedes Kind zwischen 1 und 10 Jahren, welches einen Anspruch anmeldet. Zum 1.1.2016 befanden sich insgesamt 7.799 Kinder in Kindergärten oder der Hortbetreuung. Insgesamt gibt es im Landkreis 48 Kindergärten mit 3.848 Plätzen von denen 3.619 derzeit belegt sind. Hinzu kommen sieben Tagesmütter.
Auf Basis der Berechungen des Thüringer Landesamtes für Statistik und eigener Prognosen die auch die Zuwanderung seit 2015 einbeziehen, hat man nun den Bedarf für das kommende Jahr berechnet. Demnach geht man ab dem 01.07. von einem Bedarf an 4.139 Betreuungsplätzen aus, erklärte Heike Kopischke. Wir werden das Betreuungsangebot ausbauen können, in Bleicherode, Niedersachswerfen und Ellrich ist schon jetzt ständige Bewegung drin. Unterschiede gebe es vor allem zwischen Stadt und Land, wobei die Lage in den ländlichen Gebieten des Kreises entspannter ist. Als Herausforderungen der nächsten Jahre hat man das Beitragsfreie letzte KITA Jahr, die Neuorientierung der Fachberatung, die Fachkräftesituation und die Gebietsreform identifiziert. Bezüglich der Gebietsreform habe man darauf geachtet, das sich jede Kommune mit ihren Bedarfen in der jetzigen Planung wiederfinde, sodass eine Neustrukturierung, so sie denn nötig werden sollte, leichter vonstatten gehen könnte.
Neue Herausforderungen könnten es auch auf den Haushalt zukommen, in Form der Änderungen beim Unterhaltsvorschussgesetz, mit dem man sich zur Zeit in Berlin befasst. Bisher konnten Vorschüsse nur für 72 Monate am Stück und bis zum 12. Lebensjahr gewährt werden, in Zukunft könnte die Monatsgrenze gänzlich entfallen und das Alter auf 18 Jahre heraufgesetzt werden. Für den Haushalt könnte das zu erheblichen Mehrbelastungen bei grundlegenden Kosten und Personal führen. Ausgemacht ist das zwar noch nicht, scheint aber zumindest wahrscheinlich.
Angelo Glashagel

