Fr, 16:00 Uhr
12.05.2017
Ein neuer Platz für Nordhausen
Ein großes Herz für die Stadt
Gleich zwei große Jubiläen wurden heute in Nordhausen gefeiert: da war zum einen das 25. Jubiläum der Friedrich-Christian-Lesser Stiftung und zum anderen der 325. Geburtstag ihres Namensgebers. Für ihre Verdienste um die Stadt wurde der Familie Lesser heute eine besondere Ehre zuteil...
Der Platz zwischen Stadtterrasse und Haus St. Jakob trägt seit heute den Namen "Lesserplatz". Geehrt wird damit nicht nur Pfarrer Friedrich-Christian-Lesser, der sich als Theologe, Schriftsteller und Historiker vor rund 300 Jahren um Nordhausen verdient gemacht hatte, sondern auch die von seinem Nachfahren Andreas Lesser nach ihm benannte Stiftung, die ihre Spuren seit den 1990er Jahren in der Stadt hinterlassen hat.
"Wie kann man einer Familie, die soviel für Nordhausen getan hat, besser danken", sagte Bürgermeisterin Jutta Krauth anlässlich der Einweihung des Lesserplatzes, "sie haben unser Stadtbild entscheidend geprägt". Nach der feierlichen Einweihung durften sich Andreas Lesser und die ehrenamtlichen Stiftungsbeiräte in das Ehrenbuch der Stadt eintragen. Die weiteren Aktivitäten der Stiftung will Andreas Lesser am Nachmittag im Tabakspeicher vorstellen.
Der Tabakspeicher war es auch, mit dessen Restaurierung die Aktivitäten der Stiftung weiteren Bekanntheitsgrad erlangten. Weniger bekannt ist, das auch der Rest des Quartiers von der Lesser-Stiftung vor dem Verfall gerettet wurde. Eine Fotoausstellung, die seit heute im Bürgerhaus zu sehen ist, zeigt die Veränderungen, die über die Jahre mit der Arbeit der Stiftung einhergegangen sind.
Neben Andreas Lesser trugen sich auch die ehrenamtlichen Stiftungsräte in das Ehrenbuch der Stadt ein (Foto: Angelo Glashagel)
Noch weniger bekannt ist die Tatsache, das dass Engagement der Lesser'schen Stiftung auch hier nicht endet. Unter anderem verdankt ihr das Stadtarchiv die modernisierung der technsichen Ausstattung. Zudem hat man archäologische Ausgrabungen am ehemaligen Standort der St. Jacobi Kirche und der Martinstreppe finanziert, die Reformatorenbank im Stadtpark wieder aufgebaut, für die Sanierung des Westportals der Frauenbergkirche gesorgt und auch Projekte in Auleben, Bleicherode und Mühlhausen unterstützt. Zur Zeit begleitet die Stiftung die Inventarisierung der archäologischen Sammlung der Stadt. Und die ist durchaus umfangreich. Das Ausmaß indem der Nordhäuser Grund und Boden, auch wegen der großflächigen Zerstörung im 2. Weltkrieg, durchsucht werden konnte, lässt sich mit mancher deutschen Großstadt vergleichen, sagte Frau Holesch, die sich der Inventarisierung angenommen hat.
Das Licht der Öffentlichkeit habe die Stiftung und mit ihr Andreas Lesser, Nachfahre des "alten" Lesser, bei ihren Aktivitäten nur selten gesucht. Ihre Arbeit sei kein "Strohfeuer medialer Aufmerksamkeit" gewesen, sondern stehe für Kontinuität über Generationen hinweg, lobte Bürgermeisterin Krauth. Nach der Wende habe die Stiftung "Pionierarbeit geleistet" und der "Trümmerwüste" im Quartier Bäckerstraße zu neuer Blüte gebracht. Die Mieteinnahmen aus den Immobilien fließen zurück in das Stiftungsvermögen, und bildeten so "frischen Nährboden" für neue Projekte, auch über Nordhausen hinaus, so Krauth weiter. Das Engagement Lessers sei "vielfältig, inspirierend und aufstrebend", er selbst dabei aber auch immer ein "drängender und gewissenhafter Mahner".
Der Ort der neuerlichen Ehrung ist gut gewählt, auf dem heutigen "Lesserplatz" stand einst die Kirche St. Jacobi, die Wirkstätte des Pfarrers. Er selbst ist nur wenige Meter weiter beigesetzt worden, über der Begräbnisstätte selbst verläuft heute allerdings das Gleisbett der Straßenbahn. Und es ist auch nicht das erste mal, das man den Namen Lesser im Stadtbild wiederfindet - die Lesserstiege kannte man in Nordhausen schon vor dem 2. Weltkrieg, damals allerdings befand sich diese damals noch nicht an dem dazu passenden Platz.
Angelo Glashagel
Autor: redDer Platz zwischen Stadtterrasse und Haus St. Jakob trägt seit heute den Namen "Lesserplatz". Geehrt wird damit nicht nur Pfarrer Friedrich-Christian-Lesser, der sich als Theologe, Schriftsteller und Historiker vor rund 300 Jahren um Nordhausen verdient gemacht hatte, sondern auch die von seinem Nachfahren Andreas Lesser nach ihm benannte Stiftung, die ihre Spuren seit den 1990er Jahren in der Stadt hinterlassen hat.
"Wie kann man einer Familie, die soviel für Nordhausen getan hat, besser danken", sagte Bürgermeisterin Jutta Krauth anlässlich der Einweihung des Lesserplatzes, "sie haben unser Stadtbild entscheidend geprägt". Nach der feierlichen Einweihung durften sich Andreas Lesser und die ehrenamtlichen Stiftungsbeiräte in das Ehrenbuch der Stadt eintragen. Die weiteren Aktivitäten der Stiftung will Andreas Lesser am Nachmittag im Tabakspeicher vorstellen.
Der Tabakspeicher war es auch, mit dessen Restaurierung die Aktivitäten der Stiftung weiteren Bekanntheitsgrad erlangten. Weniger bekannt ist, das auch der Rest des Quartiers von der Lesser-Stiftung vor dem Verfall gerettet wurde. Eine Fotoausstellung, die seit heute im Bürgerhaus zu sehen ist, zeigt die Veränderungen, die über die Jahre mit der Arbeit der Stiftung einhergegangen sind.
Neben Andreas Lesser trugen sich auch die ehrenamtlichen Stiftungsräte in das Ehrenbuch der Stadt ein (Foto: Angelo Glashagel)
Noch weniger bekannt ist die Tatsache, das dass Engagement der Lesser'schen Stiftung auch hier nicht endet. Unter anderem verdankt ihr das Stadtarchiv die modernisierung der technsichen Ausstattung. Zudem hat man archäologische Ausgrabungen am ehemaligen Standort der St. Jacobi Kirche und der Martinstreppe finanziert, die Reformatorenbank im Stadtpark wieder aufgebaut, für die Sanierung des Westportals der Frauenbergkirche gesorgt und auch Projekte in Auleben, Bleicherode und Mühlhausen unterstützt. Zur Zeit begleitet die Stiftung die Inventarisierung der archäologischen Sammlung der Stadt. Und die ist durchaus umfangreich. Das Ausmaß indem der Nordhäuser Grund und Boden, auch wegen der großflächigen Zerstörung im 2. Weltkrieg, durchsucht werden konnte, lässt sich mit mancher deutschen Großstadt vergleichen, sagte Frau Holesch, die sich der Inventarisierung angenommen hat.
Das Licht der Öffentlichkeit habe die Stiftung und mit ihr Andreas Lesser, Nachfahre des "alten" Lesser, bei ihren Aktivitäten nur selten gesucht. Ihre Arbeit sei kein "Strohfeuer medialer Aufmerksamkeit" gewesen, sondern stehe für Kontinuität über Generationen hinweg, lobte Bürgermeisterin Krauth. Nach der Wende habe die Stiftung "Pionierarbeit geleistet" und der "Trümmerwüste" im Quartier Bäckerstraße zu neuer Blüte gebracht. Die Mieteinnahmen aus den Immobilien fließen zurück in das Stiftungsvermögen, und bildeten so "frischen Nährboden" für neue Projekte, auch über Nordhausen hinaus, so Krauth weiter. Das Engagement Lessers sei "vielfältig, inspirierend und aufstrebend", er selbst dabei aber auch immer ein "drängender und gewissenhafter Mahner".
Der Ort der neuerlichen Ehrung ist gut gewählt, auf dem heutigen "Lesserplatz" stand einst die Kirche St. Jacobi, die Wirkstätte des Pfarrers. Er selbst ist nur wenige Meter weiter beigesetzt worden, über der Begräbnisstätte selbst verläuft heute allerdings das Gleisbett der Straßenbahn. Und es ist auch nicht das erste mal, das man den Namen Lesser im Stadtbild wiederfindet - die Lesserstiege kannte man in Nordhausen schon vor dem 2. Weltkrieg, damals allerdings befand sich diese damals noch nicht an dem dazu passenden Platz.
Angelo Glashagel























