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Di, 13:18 Uhr
04.04.2017
20. Schülerkochpokal

Apfel, Honig, Esskultur

An der Petersbergschule wurde heute wieder um den Finaleinzug gekocht. Das Petersberger Quartett versuchte mit kreativen Gerichten die Jury für sich zu gewinnen. Mit dem Wettbewerb hofft die Gastronomie auch den Nachwuchs für die Kochkunst zu begeistern. Leicht ist das nicht, weiß der Profi zu berichten...

"Wer Koch werden will, der muss mit Herzblut dabei sein. Alles andere funktioniert nicht" - Mike Oertel ist eigentlich Küchenchef einer Caféteria im Erfurter Regierungsviertel. Vier Ministerien gehen bei ihm ein und aus, oder anders ausgedrückt: rund 700 Gerichte am Tag haben er und seine drei Kollegen täglich zuzubereiten.

Heute stand Oertel aber einmal nicht selber am Herd. In der zweiten Vorrunde des 20. Schülerkochpokals kam diese Aufgabe Viviane, Fabian, Luisa und Florian zu. Zwei Stunden hatte das Quartett Zeit, der Jury ein Menü mit Vor-, Haupt-, und Nachspeise zu kredenzen. Ihre Wahl fiel auf eine Apfel-Schafskäse-Salat, Apfel-Camembert mit Chicken-Burger und Kartoffelecken, letztere gedünstet nicht frittiert, das sei um einiges gesünder, weiß Florian zu berichten. Zum Nachtisch wird Apfel-Kompott mit Quark gereicht, für das Auge schick im Glas geschichtet.

Spaß mache ihnen das kochen, auch wenn die Gerichte nicht einfach seien, zu Hause stehen sie auch selber in der Küche. Florian will sogar einmal Koch werden. Er wäre nicht der erste, den der Schülerkochpokal zur lukullischen Karriere gebracht hätte, allein er ist einer von wenigen. Die Gastronomie sein ein "harter und schwerer Beruf", sagt Oertel, zumal am Ende des Monats manchmal nicht viel im Geldbeutel bleibe. Die Abbrecherquote unter den Auszubildenden ist hoch, jeder zweite schmeißt wieder hin.


Populäre Kochshows im Fernsehen hätten hier nicht geholfen, meint Küchenchef Oertel, "da wird nur der schöne Teil der Arbeit gezeigt, Aber: vorbereiten, nachbereiten, sauber machen - das gehört auch dazu." Beim Schülerkochpokal müssen die Teams auch in diesen Bereichen glänzen. Die Gerichte müssen nicht nur gut schmecken, schön anzusehen und kreativ in ihrer Zusammensetzung sein, auch die Küche muss nach zwei Stunden kochen wieder sauber sein.

Neben der Freude am Kochen als solchem will man den Kindern aber auch wieder mehr Esskultur nahe bringen, ihnen zeigen, das es um mehr geht, als nur Nahrung in sich hineinzuschieben. Und zu guter letzt geht es auch um das Regional-Prinzip: gekocht werden soll mit Lebensmitteln, die es vor der eigenen Haustür gibt.

Ob es die vier Petersberger Köche in die Endrunde des Wettbewerbes schaffen, zeigt sich am Donnerstag. Dann werden die fünf Finalisten bestimmt. In Runde eins hatte man auf dem Nordhäuser Petersberg 83 Punkte einfahren können, für die letzte Runde "müssten es noch ein paar mehr werden", meinte Oertel. Ob das nun gelingt oder nicht, etwas nützliches für das Leben gelernt haben die vier allemal gelernt.
Angelo Glashagel
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