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Do, 11:53 Uhr
30.03.2017
nnz-Interview mit Sascha Herröder

"Die Abwehr ist unser Prunkstück"

In Wackers Innenverteidigung ist Sascha Herröder nun wieder gesetzt. Lange musste sich der 28-Jährige, der seit Anfang 2016 für den FSV Wacker 90 Nordhausen spielt, in Geduld üben. Im Interview mit Sandra Arm spricht der Innenverteidiger über eine stabile Abwehr, Kritikfähigkeit und seine anstehende Hochzeit im Sommer...


In den vergangenen drei Spielen stand hinten die Null. Wie ist es euch gelungen, dort stabiler zu werden?

Das war nicht so einfach. In der Hinrunde haben wir viele Gegentore kassiert. Durch die Spielausfälle nach der Winterpause hatten wir eine lange Vorbereitung gehabt. Der Trainer hat Wert darauf gelegt, dass vor allem hinten Stabilität herrscht. Das Spiel nach vorn kommt erst danach. Wenn du hinten zu Null spielst, hast du eine Riesenchance, das Spiel zu gewinnen. Die Abwehr ist gegenwärtig unser Prunkstück.

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Dennoch gibt es in der Abwehr immer wieder Veränderungen und du musst dich auf neue Mitspieler einstellen.

In der Rückrunde war es so, wenn Pierre (Becken) ausgefallen ist, hat Schulle (Kevin Schulze) hinten drin gespielt, was für ihn total ungewohnt ist. Der Trainer hat ihn dort in der Vorbereitung getestet und gesagt, das liegt ihm unheimlich, weil er extrem schnell ist und über ein sehr gutes Passspiel verfügt. Von daher ist die Position für Schulle wirklich geeignet. Er spielt aber lieber über die Seite, wo er mit seinem Tempo für viel Belebung sorgen kann. Wir drei - Pierre, Schulle und ich - sind dieses Jahr ziemlich stabil da hinten und harmonieren auch gut miteinander.

Nach langer Wartezeit bist du jetzt wieder in der Innenverteidigung gesetzt. Bist du zufrieden?

Mit diesem Jahr bin ich soweit zufrieden. Wenn ich das Spiel gegen Cottbus vor der Winterpause dazurechne, habe ich in den letzten sieben Spielen fünf Mal zu Null gespielt. Ich hätte gern sieben Mal zu Null gespielt. Ich fühle mich gut, gerade nach einer schwierigen Hinrunde, weil ich zuvor mehrere Monate verletzt war. Obwohl nicht so sehr auf mich gesetzt wurde, bin ich dran geblieben, habe Gas gegeben und gewusst, dass irgendwann meine Chance kommt. Ich denke, dass ich mittlerweile wieder im Rhythmus bin.

Die Startelf variiert bei Wacker auf Grund von Verletzungen und Sperren. Ist das für euch Abwehrspieler, die ihr das Spiel eröffnen sollt, nicht nervig, sich immer wieder auf neue Vorderleute einzustellen?

Als nervig würde ich das nicht bezeichnen. Es ist natürlich einfacher, wenn du immer mit der gleichen eingespielten Mannschaft spielen kannst. Aber wir trainieren unter der Woche miteinander, der Trainer lässt variieren im Training und nicht stupide mit ein und derselben Mannschaft spielen. Dadurch kennst du deine Mitspieler. Und dann dürfte es kein Problem sein, mit ihnen auf dem Platz zu spielen.

Sascha Herröder im Kopfballduell (Foto: Bernd Peter) Sascha Herröder im Kopfballduell (Foto: Bernd Peter)

Du bist ein streitbarer Kopf. Entweder man mag dich oder eben nicht. Wie gehst du mit Kritik um?

Mir wurde jetzt gesagt, dass ich mit Kritik nicht gut umgehen könne. Das mag sein, ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht, warum ich relativ schnell explodiere, wenn ich mal anderer Meinung bin. Ich bin mit Sicherheit kein einfacher Typ, aber trotzdem was es bisher fast überall so, dass ich in der Mannschaft mit jedem klar kam. Was das Umfeld angeht, ist es das erste Mal, dass ich einen solchen Gegenwind spüre. Das war für mich auch etwas Neues und nicht einfach, damit klar zu kommen. Die Leute wollen Leistung sehen und ich versuche immer 100 Prozent zu geben. Wenn was nicht funktioniert, sollte es konstruktive Kritik geben, die nicht gegen einzelne Personen gerichtet ist.

Gegen Auerbach endet jetzt die zweite englische Woche und in den nächsten Wochen wird es nicht besser. Ein enormer Kraftakt, oder?

Es ist definitiv anstrengend. Die Situation ist auch für mich neu, drei, vier englische Wochen am Stück zu haben. Ich bin überrascht, dass mein Körper noch so gut mitmacht. Ich habe eigentlich gedacht, dass ich Probleme bekommen könnte, weil ich in der Hinrunde wenig gespielt habe. Aber bis auf die Platzwunde aus dem Pokalspiel ist noch alles okay.

Worauf wird es im Heimspiel gegen Auerbach ankommen, um Erfolg zu haben?

Es wird wieder darauf ankommen, dass wir hinten die Null halten. Dann müssen wir uns im Spiel nach vorn steigern. Das war im Pokalspiel gegen Meuselwitz zu wenig. Es ist wichtig, dass wir dominant und selbstbewusst auftreten und deutlich machen, dass wir in jedem Spiel die bessere Mannschaft sein wollen.

Sportlich läuft es also in die richtigen Bahnen. Privat aber auch. Du hast dich verlobt. Habt ihr schon einen Hochzeitstermin?

Wir sind seit zehn Jahren zusammen und ich habe mir gesagt, jetzt muss ich den nächsten Schritt gehen. Wir heiraten am 3. Juni. eine Woche nach dem Pokalfinale. Mein Trauzeuge ist Mario Erb, Kapitän des möglichen Finalgegners Rot-Weiß Erfurt. Da muss er mir im Pokal den Vortritt lassen (lacht).

Fußballspielen und nebenher noch die Hochzeit vorbereiten - Wie schaffst du das?

Das ist alles nicht ohne. Meine Verlobte Sandra nimmt mir da unheimlich viel ab, sie macht die Hauptarbeit und ich nicke einfach nur ab. Sie weiß, dass ich beim Verein gerade stark eingebunden bin. Nach der verkorksten Hinrunde sind wir es einfach den Zuschauern, uns und den ganzen Leuten im Umfeld des Verein schuldig bessere Leistungen abzuliefern, um dann möglichst weit oben in der Tabelle zu stehen.
Autor: red

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