Fr, 14:20 Uhr
03.03.2017
Rück- und Ausblick bei der Commerzbank
Die Dividende ist der neue Zins
Die Commerzbank blickt in Nordhausen auf ein erfolgreiches Jahr zurück, allein440 Neukunden hat man gewinnen können. In den kommenden vier Jahren sollen es noch mehr werden. Wie das gelingen soll, darüber sprach heute Filialleiter Andrew Brotrück...
In der Nordhäuser Filiale der Commerzbank blickte man heute auf das vergangene Jahr zurück und wagte den Ausblick in die Zukunft. Rund 12.500 Kunden betreuen Filialleiter Andrew Brotrück und seine 11 Mitarbeiter, 440 davon konnte man allein im vergangenen Jahr dazu gewinnen. Zusammen macht das ein Kundenvermögen von gut 135 Millionen Euro.
Die Nordhäuser Dependance folgt dem Trend der Zentrale. Nach der Finanzkrise von 2008 hatte man sich in den vergangenen vier Jahren die Aufgabe gestellt verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen. Eine Million neue Kunden waren das Ziel und das habe man auch erreicht, sagte Brotrück am Vormittag. Für die nächsten Jahre habe man sich nun ein noch ambitioniertere Ziele gesetzt, bis 2020 sollen es noch einmal zwei Millionen Kunden mehr sein.
Dabei wolle die Bank ihren eigenen Weg zwischen konsequenter Digitalisierung und der vor-Ort-Präsenz gehen, man werde die rund 1000 Filialen in Deutschland erhalten, gleichzeitig den Kunden aber die Möglichkeit geben, ihre Bankangelegenheiten über verschiedenste Möglichkeiten digital zu regeln. Der Konzern sei dabei zu diesem Zweck ein einheitliches System zu entwickeln, "One" genannt. "Der Gang in die Filiale war früher der einzige Weg, heute ist es nur einer von vielen", sagte Brotrück der seit 1993 die Geschicke der Commerzbank in Nordhausen begleitet. Jeder fünfte Kunde geht inzwischen Online, in Nordhausen nutzen fast 42% der Kunden diese Möglichkeiten.
Andrew Brotrück ist seit 14 Jahren Filialleiter in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Geändert hat sich in einem guten Vierteljahrhundert vieles, nicht nur der Siegeszug des Digitalen. Heute nagten niedrige Zinsen am Vermögen, erklärte Brotrück, bei gleichzeitigem Anstieg der Inflation sehe man sich einer "schleichenden Enteignung" gegenüber. "Sparen heißt heute Anlegen", erklärt der Filialleiter, "und die Dividende ist der neue Zins". Wer mehr aus seinem Ersparten machen wolle, könne es nicht einfach liegen lassen.
Rund 3,5 Millionen Euro hat die Nordhäuser Filiale im Werpapiergeschäft erwirtschaftet, über gemischte Vermögensmanagementfonds und verschiedene Depotmodelle finde man Angebote je nach der Risikomentalität des Kunden. Auch fast zehn Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist das Verhältnis vieler Kunden zu Wertpapieren immer noch eher verhalten, gerade die jüngeren würden aber wieder öfter Anlagemethoden wählen, die mehr Rendite versprechen.
Man habe Vertrauen zurück gewinnen können, da ist sich Andrew Brotrück sicher, insgesamt bleibe die Situation aber schwierig, im Bankgeschäft gebe es großen Veränderungsdruck. "Man braucht die richtigen Produkte und da sind wir gut aufgestellt und gehen die Veränderungen aus einer Position der Stärke an.", meinte Brotrück. Den persönlichen Berater werde man aber auch weiterhin brauchen.
Angelo Glashagel
Autor: redIn der Nordhäuser Filiale der Commerzbank blickte man heute auf das vergangene Jahr zurück und wagte den Ausblick in die Zukunft. Rund 12.500 Kunden betreuen Filialleiter Andrew Brotrück und seine 11 Mitarbeiter, 440 davon konnte man allein im vergangenen Jahr dazu gewinnen. Zusammen macht das ein Kundenvermögen von gut 135 Millionen Euro.
Die Nordhäuser Dependance folgt dem Trend der Zentrale. Nach der Finanzkrise von 2008 hatte man sich in den vergangenen vier Jahren die Aufgabe gestellt verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen. Eine Million neue Kunden waren das Ziel und das habe man auch erreicht, sagte Brotrück am Vormittag. Für die nächsten Jahre habe man sich nun ein noch ambitioniertere Ziele gesetzt, bis 2020 sollen es noch einmal zwei Millionen Kunden mehr sein.
Dabei wolle die Bank ihren eigenen Weg zwischen konsequenter Digitalisierung und der vor-Ort-Präsenz gehen, man werde die rund 1000 Filialen in Deutschland erhalten, gleichzeitig den Kunden aber die Möglichkeit geben, ihre Bankangelegenheiten über verschiedenste Möglichkeiten digital zu regeln. Der Konzern sei dabei zu diesem Zweck ein einheitliches System zu entwickeln, "One" genannt. "Der Gang in die Filiale war früher der einzige Weg, heute ist es nur einer von vielen", sagte Brotrück der seit 1993 die Geschicke der Commerzbank in Nordhausen begleitet. Jeder fünfte Kunde geht inzwischen Online, in Nordhausen nutzen fast 42% der Kunden diese Möglichkeiten.
Andrew Brotrück ist seit 14 Jahren Filialleiter in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Geändert hat sich in einem guten Vierteljahrhundert vieles, nicht nur der Siegeszug des Digitalen. Heute nagten niedrige Zinsen am Vermögen, erklärte Brotrück, bei gleichzeitigem Anstieg der Inflation sehe man sich einer "schleichenden Enteignung" gegenüber. "Sparen heißt heute Anlegen", erklärt der Filialleiter, "und die Dividende ist der neue Zins". Wer mehr aus seinem Ersparten machen wolle, könne es nicht einfach liegen lassen.Rund 3,5 Millionen Euro hat die Nordhäuser Filiale im Werpapiergeschäft erwirtschaftet, über gemischte Vermögensmanagementfonds und verschiedene Depotmodelle finde man Angebote je nach der Risikomentalität des Kunden. Auch fast zehn Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist das Verhältnis vieler Kunden zu Wertpapieren immer noch eher verhalten, gerade die jüngeren würden aber wieder öfter Anlagemethoden wählen, die mehr Rendite versprechen.
Man habe Vertrauen zurück gewinnen können, da ist sich Andrew Brotrück sicher, insgesamt bleibe die Situation aber schwierig, im Bankgeschäft gebe es großen Veränderungsdruck. "Man braucht die richtigen Produkte und da sind wir gut aufgestellt und gehen die Veränderungen aus einer Position der Stärke an.", meinte Brotrück. Den persönlichen Berater werde man aber auch weiterhin brauchen.
Angelo Glashagel


