Mo, 19:43 Uhr
13.09.2004
Immer weniger
Nordhausen (nnz). Es waren nur noch 600 Menschen, die an diesem Montag vor das Nordhäuser Rathaus kamen. Es ging wieder um Hartz IV, um soziale Gerechtigkeit, um Arbeitsplätze. Doch die Initiatoren haben ein Problem – die Resonanz geht zurück.
Immer weniger (Foto: nnz)
Zu Beginn der Demo stellte Jürgen Nagel richtig, dass es Irritationen um eine angebliche Einladung des Organisationskomitees an Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh. Nagel entschuldigte sich bei Dr. Zeh, der jedoch seinerseits sein Versprechen einhielt, und sich die Demo anschaute. Gegenüber der nnz sagte der Politiker, dass diese Demos nicht der Platz für Auftritte von Politikern für ihre eigene Profilierung seien. Er habe Jürgen Nagel und weitere Vertreter des Komitees zu einem Gespräch eingeladen.
Aufgerufen wurden die Demonstranten, sich an dem in dieser Woche stattfindenden Sozialforum zu beteiligen. Dieses Forum sei schon wichtig, doch eines stand für Nagel fest: Ohne Demos hätte es dieses Sozialforum überhaupt nicht gegeben!
Hans Herrmann Hoffmann von der Thüringer Arbeitsloseninitiative erinnerte die Menschen an das Versprechen der Schröder-Regierung bei ihrem Amtsantritt im Jahr 1998, die Arbeitslosigkeit halbieren zu wollen. Stattdessen sei der Vermögen der Vermögenden immer größer geworden. Die Arbeitslosigkeit übrigens auch. Im Mittelpunkt weiterer Reden stand denn auch die Aussage von Bundespräsident Horst Köhler, dass es keine Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd geben werde.
Eine Frau vermisste heute wie an den anderen Montagen die vielen Arbeitslosen aus dem Landkreis Nordhausen, steht auf und kämpft mit uns gegen Hartz IV, denn im nächsten Jahr könnte es auch Euch treffen!
Negativer Höhepunkt der heutigen Demo war schließlich der Auftritt von Walter Oppermann, einem Dauerprotestierer, der bereits in Bleicherode und an anderen Orten aufgetreten war. Vergleiche von demokratischen Parteien wie der SPD oder CDU mit der NSDAP sind schlichtweg unter der qualitativen Gürtellinie der bisherigen Veranstaltungen. Auch der Popanz - Bundespräsident gehörte nicht nach Nordhausen.
Letzter Redner war Olaf Siebert. Er äußerte seine große Sorge, dass immer weniger Menschen zu den Montagsdemos kommen würden. Diese Demos, Herr Schröder, sind die erste Abmahnung durch das Volk, die Kündigung kommt noch, rief Siebert aus. Danach ging es dann auf der mittlerweile gewohnten Route in Richtung August-Bebel-Platz. Und die, die hinter den Fenstern den Demoteilnehmern zuschauten, die sollten gefälligst beim nächsten Mal sich einreihen. Nur so könne der Druck auch wirklich verstärkt werden.
Autor: nnz
Immer weniger (Foto: nnz)
Zu Beginn der Demo stellte Jürgen Nagel richtig, dass es Irritationen um eine angebliche Einladung des Organisationskomitees an Thüringens Sozialminister Dr. Klaus Zeh. Nagel entschuldigte sich bei Dr. Zeh, der jedoch seinerseits sein Versprechen einhielt, und sich die Demo anschaute. Gegenüber der nnz sagte der Politiker, dass diese Demos nicht der Platz für Auftritte von Politikern für ihre eigene Profilierung seien. Er habe Jürgen Nagel und weitere Vertreter des Komitees zu einem Gespräch eingeladen.
Aufgerufen wurden die Demonstranten, sich an dem in dieser Woche stattfindenden Sozialforum zu beteiligen. Dieses Forum sei schon wichtig, doch eines stand für Nagel fest: Ohne Demos hätte es dieses Sozialforum überhaupt nicht gegeben!
Hans Herrmann Hoffmann von der Thüringer Arbeitsloseninitiative erinnerte die Menschen an das Versprechen der Schröder-Regierung bei ihrem Amtsantritt im Jahr 1998, die Arbeitslosigkeit halbieren zu wollen. Stattdessen sei der Vermögen der Vermögenden immer größer geworden. Die Arbeitslosigkeit übrigens auch. Im Mittelpunkt weiterer Reden stand denn auch die Aussage von Bundespräsident Horst Köhler, dass es keine Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West, zwischen Nord und Süd geben werde.
Eine Frau vermisste heute wie an den anderen Montagen die vielen Arbeitslosen aus dem Landkreis Nordhausen, steht auf und kämpft mit uns gegen Hartz IV, denn im nächsten Jahr könnte es auch Euch treffen!
Negativer Höhepunkt der heutigen Demo war schließlich der Auftritt von Walter Oppermann, einem Dauerprotestierer, der bereits in Bleicherode und an anderen Orten aufgetreten war. Vergleiche von demokratischen Parteien wie der SPD oder CDU mit der NSDAP sind schlichtweg unter der qualitativen Gürtellinie der bisherigen Veranstaltungen. Auch der Popanz - Bundespräsident gehörte nicht nach Nordhausen.
Letzter Redner war Olaf Siebert. Er äußerte seine große Sorge, dass immer weniger Menschen zu den Montagsdemos kommen würden. Diese Demos, Herr Schröder, sind die erste Abmahnung durch das Volk, die Kündigung kommt noch, rief Siebert aus. Danach ging es dann auf der mittlerweile gewohnten Route in Richtung August-Bebel-Platz. Und die, die hinter den Fenstern den Demoteilnehmern zuschauten, die sollten gefälligst beim nächsten Mal sich einreihen. Nur so könne der Druck auch wirklich verstärkt werden.



