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Mo, 13:04 Uhr
13.09.2004

Die Ebersburg hielt, was sie versprach

Die Ebersburg hielt, was sie versprach (Foto: nnz) Die Ebersburg hielt, was sie versprach (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). So viele Menschen aus nah und fern hat die Ebersburg bei Herrmannsacker seit Zeiten nicht gesehen. Männer, Frauen, Kinder und Hunde strömten auf den Berg. Der Jüngste dort oben war ein knappes halbes Jahr, die weiteste Entfernung legte ein Ehepaar aus Heidelberg zurück...


Gemeinsam stiegen die Fußtouristen und Autotouristen den einen Kilometer durch den grün leuchtenden Buchenwald zur dunkelrot glänzenden Burgruine empor, deren Gemäuer aus romanischer Zeit stammt. Auf halben Wege boten Mitglieder des Vereins für lebendiges Mittelalter ein dramatisches Geschehen, in dem es letztendlich darum ging, in einem Schwertkampf die Ehre wieder herzustellen. Der Besiegte wurde begnadigt. So konnte der Marschall Heinrich die Gäste unblutig auf die Ebersburg bitten, wo sie vom Landgrafen Hermann I. und dessen Gemahlin Sophie herzlich willkommen geheißen wurden.

Dann übernahm Landrat Joachim Claus das Wort und stimmte auf die Historie der Ebersburg ein. Er konnte verkünden, dass die Ausschreibung für die Sanierung des Kammertores erfolgte und im Oktober die Bauarbeiten beginnen werden. Auch eine interessante Historie über das Wasser des Krebsbaches, der früheren Thyra, konnte er zum besten geben, in der Nordhausen und Herrmannsacker eine Rolle spielen. Die Wasserqualität war in der Rolandstadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts sehr schlecht. Man überlegte, woher man qualitätsvolles Wasser beziehen könne. Zuerst favorisierte man das Wasser der Bere. Man wollte es an der Netzwiese bei Netzkater stauen und in Rohrleitungen nach Nordhausen leiten.

1872 lehnte das die Königliche Klosterkammer ab. Nordhausen beauftragte daraufhin eine Wasserwerks-Aktiengesellschaft „Neptun“ in Berlin, ein anderes Projekt auszuarbeiten. Diese empfahlen, das Wasser der Thyra im Tiefen Tal bei Neustadt zu verwenden. Im Dezember 1873 floss es vom Thyratal über Nordhausen, Harzungen, Niedersachswerfen, Krimderode nach Nordhausen. Aber, gleich nach Fertigstellung der Thyraleitung erhoben die Einwohner Herrmannsackers Klage wegen Entziehung des Wassers. Nachdem ihre Eingabe wegen Entschädigung der Mühlenbesitzer und des Anlegens eines Wasserbehälters für Herrmannsacker abschlägig beantwortet wurde, griffen die Bewohner zur Selbsthilfe.

Am 08. Juli 1874 wurde der Kanal im Thyratal durchstochen, so dass alles Wasser nach dem Thyratale abfloss. Die Folge war gänzlicher Wassermangel in Nordhausen. Es kam zum Prozess. Herrmannsacker verklagte die Stadt wegen Entzugs von Wasser für die Mühlen und die Bewohner. Der Ort gewann zwar, aber, da diese Wasserleitung wegen des öffentlichen Wohles geboten war, blieb alles so, wie es war. Es trat aber nie Ruhe ein. Wir wissen, wie es endet - 1905/1906 wurde die Nordhäuser Talsperre nahe Neustadt gebaut.

Nach dem Landrat trug ein gemischter Chor aus Herrmannsacker das Lied von der „Ebersburg” vor, überstrahlt vom Blau des Himmels und weißen Wolken. Führungen über das Burggelände und zu den umliegenden Bodendenkmälern auf den Alzen komplettierten das Abgebot. Einige Bürger dieses nach dem Thüringer Landgrafen benannten Ortes erläuterten an Ort und Stelle ihre Kenntnisse über das Aussehen der Ebersburg in ihrer Kindheit und Jugend, so dass mancher interessante Hinweis über diese Burganlage zu tage trat. Weitere Forschungen werden folgen. Den ganzen Tag über kamen Menschen, um das eindrucksvoll hergerichtete Burggelände zu besichtigen. Belohnt wurden diese auch mit einem herrlichen Blick über den Alten Stolberg bis hin zum Kyffhäuser. Südharzland ist Burgenland!
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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