Do, 15:10 Uhr
02.08.2001
Mehr Schwerbehinderte einstellen
Nordhausen (nnz). 775 Schwerbehinderte waren nach Informationen des DGB-Kreisvorsitzenden Ulrich Hannemann Mitte dieses Jahres im Arbeitsamtsbezirk arbeitslos. Im Vergleich zu Oktober 1999 hat sich sich damit um 15 bzw. 2,8 Prozent verringert. Für den DGB ein alarmierendes Signal.
Das gemeinsame Ziel eines Abbaus der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter bis Oktober 2002 sei noch in weiter Ferne, auf das sich die Bundesregierung gemeinsam mit DGB und Arbeitgebern verständigt hatte. Für den Arbeitsamtsbezirk Nordhausen bedeute dies, dass die Arbeitslosigkeit auf das Niveau von 599 Schwerbehinderten bis Herbst nächsten Jahres gesenkt werde. Wird dieses Ziel nicht erreicht, werde die gesetzliche Pflichtquote zur Beschäftigung Schwerbehinderter ab 2003 wieder auf sechs Prozent angehoben, nachdem sie zu Beginn dieses Jahres für Betriebe der Wirtschaft auf 5 Prozent (bei mindestens 20 Arbeitsplätzen) gesenkt und das System der Ausgleichsabgabe neu gestaffelt und teilweise gesenkt wurde. Je nach Erfülungsquote schwankt die Abgabe zwischen 200 bis 500 Mark.
Hannemann bemängelte, dass die Betriebe die gesetzliche Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte nur völlig unzureichend erfüllten. Nach den letzten offiziellen Daten lag sie im vorletzten Jahr bundesweit in der Wirtschaft bei lediglich 3,3 Prozent. Es liegt damit im ureigensten Interesse der Betriebe, mehr Schwerbehinderte einzustellen, wenn das Wirksamwerden der drohenden gesetzlichen Verschärfung verhindert werden solle.
Im Juni dieses Jahres habe das Nordhäuser Arbeitsamt immerhin 67 schwerbehinderte Menschen vermitteln können. Dies reiche aber nicht aus. Viele Schwerbehinderte wurden bisher noch durch Förderungsmaßnahmen des Arbeitsamtes aufgefangen. 57 Schwerbehinderte seien zum Beispiel in Weiterbildungs- oder Trainingsmaßnahmen. Weitere 294 Schwerbehinderte seien in Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahmen. Diese Förderhilfen wurden zwar politisch von den Arbeitgebern kritisiert, in diesem Fall würden sie die Betriebe jedoch davon entlasten, ihre eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.
Entgegen landläufiger Meinung zählten Schwerbehinderte häufiger zu den qualifizierten Arbeitskräften. Fas zwei Drittel von ihnen hätten eine abgeschlossene Berufsausbildung, so der Nordthüringer DGB-Chef Hannemann.
Autor: nnzDas gemeinsame Ziel eines Abbaus der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter bis Oktober 2002 sei noch in weiter Ferne, auf das sich die Bundesregierung gemeinsam mit DGB und Arbeitgebern verständigt hatte. Für den Arbeitsamtsbezirk Nordhausen bedeute dies, dass die Arbeitslosigkeit auf das Niveau von 599 Schwerbehinderten bis Herbst nächsten Jahres gesenkt werde. Wird dieses Ziel nicht erreicht, werde die gesetzliche Pflichtquote zur Beschäftigung Schwerbehinderter ab 2003 wieder auf sechs Prozent angehoben, nachdem sie zu Beginn dieses Jahres für Betriebe der Wirtschaft auf 5 Prozent (bei mindestens 20 Arbeitsplätzen) gesenkt und das System der Ausgleichsabgabe neu gestaffelt und teilweise gesenkt wurde. Je nach Erfülungsquote schwankt die Abgabe zwischen 200 bis 500 Mark.
Hannemann bemängelte, dass die Betriebe die gesetzliche Beschäftigungspflicht für Schwerbehinderte nur völlig unzureichend erfüllten. Nach den letzten offiziellen Daten lag sie im vorletzten Jahr bundesweit in der Wirtschaft bei lediglich 3,3 Prozent. Es liegt damit im ureigensten Interesse der Betriebe, mehr Schwerbehinderte einzustellen, wenn das Wirksamwerden der drohenden gesetzlichen Verschärfung verhindert werden solle.
Im Juni dieses Jahres habe das Nordhäuser Arbeitsamt immerhin 67 schwerbehinderte Menschen vermitteln können. Dies reiche aber nicht aus. Viele Schwerbehinderte wurden bisher noch durch Förderungsmaßnahmen des Arbeitsamtes aufgefangen. 57 Schwerbehinderte seien zum Beispiel in Weiterbildungs- oder Trainingsmaßnahmen. Weitere 294 Schwerbehinderte seien in Arbeitsbeschaffungs- oder Strukturanpassungsmaßnahmen. Diese Förderhilfen wurden zwar politisch von den Arbeitgebern kritisiert, in diesem Fall würden sie die Betriebe jedoch davon entlasten, ihre eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.
Entgegen landläufiger Meinung zählten Schwerbehinderte häufiger zu den qualifizierten Arbeitskräften. Fas zwei Drittel von ihnen hätten eine abgeschlossene Berufsausbildung, so der Nordthüringer DGB-Chef Hannemann.


