Di, 09:18 Uhr
08.08.2000
Arbeitslosenquote wieder gestiegen....
Nordhausen (nnz). Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Nordhausen ist im Monat Juli wieder deutlich angestiegen. Sie stieg um 0,9 Prozentpunkte auf nunmehr 19,4 Prozent an. Damit ist in der Nordhäuser Region fast jeder Fünfte ohne Job. Fast 1.500 Frauen und Männer meldeten sich im
Juli aus dem Landkreis arbeitslos, 660 mehr als im Monat Juni. Zu diesen Zahlen kommen die Personen hinzu, die derzeit auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt sind. Das waren im Juli fast 2.000. Begründet wurde dies seitens des Arbeitsamt mit saisonbedingten Auswirkungen, aber auch mit auslaufenden betrieblichen und schulischen Ausbildungsmaßnahmen. Hinzu kamen deutlich mehr Entlassungen aus der Wirtschaft als noch vor vier Wochen.
Betrachtet: Zahlen als Gradmesser für Politik und Wirtschaft
Nordhausen (nnz). Eigentlich ist das alles nicht so schlimm, was sich derzeit auf dem Arbeitsmarkt in d en neuen Bundesländern abspielt. Das sagen einige "Weise" in den alten Ländern und vergleichen den Osten mit Regionen in Norddeutschland, in NRW und im Saarland. Sicher mit Zahlenkolonnen und Statistiken läßt sich vieles hinbiegen. Wer weiß das nicht besser, als wir im Osten. Doch lassen wir mal Zahlen sprechen - klar und nüchtern. 9.191 Frauen und Männer sind derzeit im Landkreis
Nordhausen offiziell arbeitslos gemeldet. Das sind 19,4 Prozent der "abhängig zivilen Erwerbspersonen" wie es im behördlichen Amtsdeutsch heißt. Also ist die Ausgangszahl all dieser Quoten wohl die Zahl von rund 47.300 im Landkreis. So weit so gut. Doch nun rechnen wir mal die Zahl
der Frauen und Männer hinzu, die derzeit im ABM, in Umschulung oder Qualifizierung, in SAM u.v.m. untergekommen sind. Das macht noch einmal rechnerisch fast 3.900. Und daraus - schnell noch mal den Taschenrechner bemüht - ergibt sich eine Zahl von 13.078, ganz genau und nicht gerundet. Und da kommen wir, ins Verhältnis gesetzt, auf eine "Dunkelziffer" von 27,6 Prozent. Im Klartext: Mehr als ein Viertel aller "abhängig zivilen Erwerbspersonen" im Landkreis Nordhausen haben im Moment nicht die Möglichkeit, auf dem ersten und entscheidenden Arbeitsmarkt einer
Beschäftigung nachzugehen. Das sind die klaren Aussagen, die getroffen werden müssen. Und da sind nicht mal die Empfänger von Sozialhilfe reingerechnet. Hier kommt die Misere auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt deutlich zum Ausdruck. In einem dem Nordhäuser Arbeitsamt vergleichbaren Amtsbezirk in den alten Bundesländern ist die Zahl der Menschen, die "ABM und Co." beschäftigt sind, eher verschwindend gering und schlägt statistisch kaum zu Buche. Diese unsere Zahl (27,6 Prozent)
ist der eigentliche Gradmesser, den sich Wirtschaft und Politik anlegen müssen. Hierin besteht der Handlungsbedarf. Aber vielleicht wartet man auch nur ab, denn irgendwann beginnt der demografische Faktor (Geburtenrückgang) über Kindergarten, Schule und Ausbildung auch auf den Arbeitsmarkt zu wirken. Was passiert aber bis dahin?
Autor: psgJuli aus dem Landkreis arbeitslos, 660 mehr als im Monat Juni. Zu diesen Zahlen kommen die Personen hinzu, die derzeit auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt sind. Das waren im Juli fast 2.000. Begründet wurde dies seitens des Arbeitsamt mit saisonbedingten Auswirkungen, aber auch mit auslaufenden betrieblichen und schulischen Ausbildungsmaßnahmen. Hinzu kamen deutlich mehr Entlassungen aus der Wirtschaft als noch vor vier Wochen.
Betrachtet: Zahlen als Gradmesser für Politik und Wirtschaft
Nordhausen (nnz). Eigentlich ist das alles nicht so schlimm, was sich derzeit auf dem Arbeitsmarkt in d en neuen Bundesländern abspielt. Das sagen einige "Weise" in den alten Ländern und vergleichen den Osten mit Regionen in Norddeutschland, in NRW und im Saarland. Sicher mit Zahlenkolonnen und Statistiken läßt sich vieles hinbiegen. Wer weiß das nicht besser, als wir im Osten. Doch lassen wir mal Zahlen sprechen - klar und nüchtern. 9.191 Frauen und Männer sind derzeit im Landkreis
Nordhausen offiziell arbeitslos gemeldet. Das sind 19,4 Prozent der "abhängig zivilen Erwerbspersonen" wie es im behördlichen Amtsdeutsch heißt. Also ist die Ausgangszahl all dieser Quoten wohl die Zahl von rund 47.300 im Landkreis. So weit so gut. Doch nun rechnen wir mal die Zahl
der Frauen und Männer hinzu, die derzeit im ABM, in Umschulung oder Qualifizierung, in SAM u.v.m. untergekommen sind. Das macht noch einmal rechnerisch fast 3.900. Und daraus - schnell noch mal den Taschenrechner bemüht - ergibt sich eine Zahl von 13.078, ganz genau und nicht gerundet. Und da kommen wir, ins Verhältnis gesetzt, auf eine "Dunkelziffer" von 27,6 Prozent. Im Klartext: Mehr als ein Viertel aller "abhängig zivilen Erwerbspersonen" im Landkreis Nordhausen haben im Moment nicht die Möglichkeit, auf dem ersten und entscheidenden Arbeitsmarkt einer
Beschäftigung nachzugehen. Das sind die klaren Aussagen, die getroffen werden müssen. Und da sind nicht mal die Empfänger von Sozialhilfe reingerechnet. Hier kommt die Misere auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt deutlich zum Ausdruck. In einem dem Nordhäuser Arbeitsamt vergleichbaren Amtsbezirk in den alten Bundesländern ist die Zahl der Menschen, die "ABM und Co." beschäftigt sind, eher verschwindend gering und schlägt statistisch kaum zu Buche. Diese unsere Zahl (27,6 Prozent)
ist der eigentliche Gradmesser, den sich Wirtschaft und Politik anlegen müssen. Hierin besteht der Handlungsbedarf. Aber vielleicht wartet man auch nur ab, denn irgendwann beginnt der demografische Faktor (Geburtenrückgang) über Kindergarten, Schule und Ausbildung auch auf den Arbeitsmarkt zu wirken. Was passiert aber bis dahin?

