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Fr, 10:40 Uhr
03.02.2017
Sanierungspläne werden konkreter

22 Millionen für das Theater

Das Nordhäuser Theater feiert in diesem Jahr sein 100. Jubiläum. Fast genauso alt wie das Haus selbst ist inzwischen auch die Bühnentechnik, Wunden die der zweite Weltkrieg geschlagen hat, sind bis heute nicht geheilt. Nachdem man jahrelang vor allem theoretische Überlegungen angestellt hat, scheinen sich die Pläne zur Sanierung des Theaters nun zu konkretisieren...

Sanierungspläne für das Nordhäuser Theater werden konkreter (Foto: Angelo Glashagel) Sanierungspläne für das Nordhäuser Theater werden konkreter (Foto: Angelo Glashagel)

Rund 22 Millionen Euro würde die Sanierung des Theaters insgesamt kosten, teilte die Stadtverwaltung jetzt auf Anfrage der nnz mit. Das Stadtsäckel selbst soll dabei aber nur mit 10% der Kosten belastet werden, der Haupteil der Finanzierung soll aus der Kultur-, sowie der Städtebauföderung des Landes erfolgen.

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Den Eigenanteil von rund 2,2 Millionen Euro will Nordhausen nach Möglichkeit unter Einbeziehung der anderen Gesellschafter erbringen, das wären neben der Stadt auch der Landkreis Nordhausen sowie Sondershausen und der Kyffhäuserkreis. Die Kostenschätzungen für eine Sanierung des Bühnenhauses waren in der Vergangenheit unterschiedlich hoch ausgefallen, schwankten zwischen 9 und 18 Millionen Euro. Die aktuelle Einschätzung beruht auch auf Erfahrungen aus anderen Gemeinden, die ihre Theater bereits sanieren konnten. Um mehr als eine grobe Schätzung handele es sich im Moment auch nicht, war aus den Reihen des Kulturausschusses zu erfahren, genauere Zahlen könne man erst im Laufe der weiteren Planung bekommen.

Die angedachten Maßnahmen für Nordhausen umfassen nach den Angaben der Stadtverwaltung im ersten Bauabschnitt den Neubau der seit dem Krieg fehlenden Hinterbühne einschließlich Verwaltungsräumen, Werkstätten und einem Parkhaus. Hierfür sind rund 7,5 Millionen Euro anberaumt. Deutlich teurer würde der zweite Bauabschnitt, für die Komplettsanierung des bestehenden Gebäudes rechnet man mit Kosten von rund 14,4 Millionen Euro.

Parallel hat die Stadtverwaltung mit der Gesamtsumme die Aufnahme in das Förderprogramm des Bundes „Nationale Projekte des Städtebaus 2017“ beantragt. Gefördert werden hier "wahrnehmbare, größere städtebauliche Projekte mit deutlichen Impulsen für die jeweilige Gemeinde oder Stadt, die Region und die Stadtentwicklungspolitik in Deutschland insgesamt", heißt es auf der Internetpräsenz des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.

Das Programm ist dazu gedacht "Aufgaben und Probleme von erheblicher finanzieller Dimension oder besonderer städtebaulicher Bedeutung und Wahrnehmung" zu lösen. Grundsätzlich würde der Bund 2/3 der anfallenden Kosten übernehmen, für Kommunen in Haushaltsnotlage sogar bis zu 90%. Ob die verbleibenden Kosten eben jene 10% sind, mit denen man im Rathaus plant oder diese Planungsgrundlage in beiden Varianten angenommen wird, war zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erfahren.

Im laufenden Jahr sollen die Pläne zur Sanierung des Theaters soweit konkretisiert werden, das ab dem nächsten Jahr gebaut werden könnte, teilte das Rathaus abschließend mit.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Leser1
03.02.2017, 17:27 Uhr
Wohnungsbauförderung wäre sinnvoller
Für Städtebauförderung sollte man lieber Wohnungen bauen. Klingt immer gut bezahlt der Bund. Ist unser Steuergeld damit ein paar feine Leute ins Theater gehen können und manche Steuerzahler leben in Bruchbuden. Lieber Förderprogramme auflegen für private Häuslebauer für Wohnraumschaffung und Sanierung. Damit die Stadt schöner wird und es die jungen ausgebildeten Leute hier hält. Das ist ja fast wie im alten Rom wo man die niederen Schichten mit Theaterspielen im Zaum hielt nur Löwen kann sich heute keiner mehr leisten.
Hoffentlich wird es nicht so ein Millionengrab wie die Bibliothek und vergesst die Bücher sorry die Einrichtung nicht.
Liane Enzinger
08.02.2017, 07:49 Uhr
Theatersanierung nach Landratsblockade damit hinfällig.
Die Sanierung des Theaters ist nach der Haushaltsblockade des Landrats ja auch hinfällig. Schade, grad im Jubiläumsjahr wäre das wichtig gewesen.
Janko
08.02.2017, 09:21 Uhr
@leser1
Jetzt müssten Sie sich mal entscheiden:
In ein und demselben post bezeichnen Sie das Theater als "für die feinen Leute", nur um wenig später zu schreiben, mit ihm hielte man "die niederen Schichten im Zaum".

Wenn ich solche Meinungen lese weiß ich, dass Sie selbst schon seit Jahren keinen Schritt mehr ins Theater gesetzt haben können. Von daher kann ich es Ihnen auch nicht verübeln, wenn Sie meinen, nur mit hübschen Wohnungen könne man junge Leute in der Stadt halten: Sie würden sich nämlich wundern, wie viele junge Leute ins Theater gehen.
Leser X
08.02.2017, 09:47 Uhr
Leser1
Man muss nicht das eine gegen das andere ausspielen. Deutschland ist stinkreich und man könnte vieles gleichzeitig fördern.

Dieses Land gibt den unten erarbeiteten Reichtum eben nur nicht gern an die Allgemeinheit ab. Deutschland ist hochgradig asozial. Es kürzt Löhne und Renten, lässt Reiche reicher werden, steckt auch gerne Geld in Rüstung. Und in gleichem Maße lässt es die Infrastruktur verrotten.

Kultur scheint eh nicht hoffähig. Sie ist ein Hort des Denkens, und das brauchen unsere Herrscher schon gar nicht.

Es wäre ein Skandal, wenn unser Theater zwar zwei Weltkriege überstanden hätte, aber irgendwann der Neuzeit zum Opfer fällt.

Übrigens sind die meisten "Kunden" des Theaters eher "Normalos" und möchten wohl lieber nicht als "fein" bezeichnet werden - Ausnahmen gibt es sicher. Aber wenn man sich das Kulturangebot in den öffentlichen und vor allem privaten Medien so ansieht, kann man bestens verstehen, dass viele gerne mal im Theater entspannen wollen und das ganze Gekreische im Fernsehen einfach mal hinter sich lassen wollen.
Wolfi65
08.02.2017, 11:39 Uhr
Vereint in einem Haus
In einem Theater sollte auch echtes Theater stattfinden.
Deshalb könnte sich dort auch die Kommunal- und Landespolitik bequem einfinden.
Die Finanzierung des Gebäudes würde zu keiner Zeit mehr auf dem Prüfstand stehen.
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