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Sa, 19:06 Uhr
28.01.2017
MENSCHEN – KONFLIKTE – PARAGRAFEN

Mitarbeiter im Landratsamt als Nazis beschimpft

Ich habe mir am Mittwoch „Exakt – Die Story“ im MDR-Fernsehen angesehen. Es war eine Reportage mit dem Titel „Reichsbürger gegen den Staat“. Mir wurde angst und bange. Welch eine Arroganz...


Das mit den Reichsbürgern wurde bislang von Staat und Justiz verharmlost. Spinner seien es. Eine Randerscheinung. Ebenso harmlos verhielt es sich mit den Salafisten und Hasspredigern. Die Möglichkeit, dass sich unter den Flüchtlingen auch potenzielle Kriminelle befinden könnten, ersparte man sich zu erwähnen. Bis es sich nicht mehr verschweigen ließ. Reichsbürger sind gefährlich, tönte es plötzlich. Aus allen Kanälen. Da hatte einer von ihnen im Oktober in Georgensgmünd schon einen Polizisten erschossen.

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Allein dieser einzelne Reichsbürger hatte über 30 Schusswaffen gehortet, wie eine Hausdurchsuchung der Polizei ergab. Erst dieser schreckliche Vorfall erschreckte Staat und Justiz. Der Verfassungsschutz wurde mobil. Bis Weihnachten überprüfte er, wie zu hören und zu lesen war, 350 Reichsbürger. 35 hatten legalen Zugang zu scharfen Waffen: Pistolen, Gewehre, Revolver.

Eine weitere Erkenntnis überbrachte die Überprüfung: Zwischen 600 bis 700 Reichsbürger soll es in Thüringen geben. Von mindestens 25 bis 30 Aktiven in jedem Landkreis ist die Rede. Die Zahl der Reichsbürger steige ständig, verkündete Thomas Schulz, Reichsbürger-Experte beim Verfassungsschutz. Als Reichsbürger gilt der, der an Schulungen teilnimmt oder den Behörden auffällt. Ansonsten gelten sie als brave Bürger.

Geben wir ihm einen Decknamen: Norbert N. Er war auffällig geworden. Mitarbeiter im Landratsamt Nordhausen beschimpfte er übel. Amtsanmaßung sei es gewesen, die er dort erlebte. Ungerecht sei er behandelt worden. Der Wüterich verstieg sich in die Behauptung, beim Landratsamt handele es sich um eine Nazi-Behörde. Sogar körperliche Gewalt gegen die Mitarbeiter des Landratsamtes sei angemessen gewesen, war in seinem Einspruch gegen den Strafbefehl die Rede.

Gestern sollte er sich vor dem Amtsgericht verantworten. Erschienen waren vier Zeugen. Man habe Angst gehabt, sich von N. bedroht gefühlt und auch befürchtet, der Mann würde eine Waffe ziehen, erinnerte sich der Chef der Servicegesellschaft, Gunnar Reuter.

Wer nicht kam, war Reichsbürger N. Amtsrichter Henning Horstmeier, der die Fernsehsendung auch gesehen hat, kündigte einen neuen Termin an. Wenn erforderlich, wird der Mann von Polizeibeamten begleitet. Wie wird sich der Reichsbürger verhalten? Darauf ist nicht nur Horstmeier gespannt.

Zehn bis 15 Prozent der weit mehr als 600 „Reichsbürger“ in Thüringen sollen eine Waffenerlaubnis besitzen. Landesweit wären es 60 bis 100 Bewaffnete. Aus einem Personenkreis, der weder die Bundesrepublik noch ihre Gesetze anerkennt, weder Ausweise noch Dokumente, Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Finanzbeamte oder Gerichtsvollzieher.

Geht man von einer steigenden Zahl von Reichsbürgern und davon aus, dass es in jedem Landkreis zwischen 25 bis 30 Bürger gibt, die diesem Personenkreis angehören und dass davon zehn bis 15 Prozent einen Waffenschein besitzen, sei die Frage erlaubt, wer davon Kenntnis hat? Justiz und Polizei? Jagdvorstände und Schützenvereine? Weder die einen noch die anderen.

Jederzeit müsse man mit Gewalttaten rechnen, meint Thomas Schulz. Eine Radikalisierung habe stattgefunden. Zu beobachten sei eine sehr gute Vernetzung und steigende Organisation. Laut Schulz gehören Reichsbürger ideologisch zur neuen Rechten. Regelmäßig treffe sich der so genannte Reichskanzler der „Exilregierung Deutsches Reich“ mit seinen Leuten im Thüringer Wald.

Sind bei diesem „Reichstreffen“ auch Reichsbürger aus dem Südharz dabei oder trifft man sich hier auch irgendwo? Die klassische Antwort derzeit wäre womöglich: „Mein Name ist Hase, wir wissen von nichts“.
Friedbert Specht
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
28.01.2017, 19:45 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Wolfi65
28.01.2017, 20:01 Uhr
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Wolfi65
28.01.2017, 20:14 Uhr
Sehen Sie Herr Specht
Ich gehöre mittlerweile auch zu den Bürgern, welche diesen Staat namens Einigkeit, Recht und Freiheit nicht mehr anerkennen. Deswegen bin ich kein Reichsbürger. Ich bin im Moment auch nicht bewaffnet. Bedauerlicherweise muss ich diese Zumutung von einem Bundespersonalausweis mit mir herumtragen, damit ich mich noch als Bürger dieses Landes ausweisen kann, um Geld bei der Bank abheben und Behördengänge durchführen zu können. Nur deswegen trage ich diese Zumutung mit mir herum. MFG
Herr Taft
29.01.2017, 00:48 Uhr
Herr Specht...
...es stimmt, man kann es wirklich mit der Angst bekommen. Es ist schlimm zu sehen, wie unser Rechtsstaat von diesen Leuten ausgenutzt wird.

Aber in unserem schönen Land gilt eben jeder der nicht gegen Gesetze verstößt als unbescholtener Mensch (Ich schreibe hier bewusst nicht Bürger, weil die Unschuldsvermutung für alle gilt, vollkommen egal welchen Pass sie haben).

Es ist mir absolut unverständlich, wie es in unserer aufgeklärten Zeit noch Menschen geben kann, die sich einem Separatismus hingeben, der schon hunderte Male auf diesem Planeten gescheitert ist. Aber gegen Dummheit ist normal kein Kraut gewachsen.
NDHler
29.01.2017, 08:17 Uhr
Jawohl wolfi
An die Gewehre und auf in den Kampf gegen den Klassenfeind!
Hura! Hura! Hura!
Echtjetzt
29.01.2017, 08:17 Uhr
Land verlassen
Ich bin der Meinung das jeder der die BRD nicht anerkennt das Land sofort verlassen sollte. Das Verhalten von Reichsbürgern und Co ist nicht nur asozial sondern auch verfassungswidrig. Also wer den Personalausweis als Belastung sieht soll sich mal in anderen Ländern umsehen. Für mich ist trotz einiger Widrigkeiten Deutschland der beste Ort zum Leben.
Wolfi65
29.01.2017, 09:36 Uhr
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Gothe
29.01.2017, 10:29 Uhr
Ihr solltet vor was anderen Angst haben
Ich verstehe den ganzen Aufriss um die Reichsbürger nicht. Merkt ihr nicht das es ein vom Staat inszeniertes Theaterstück ist was hier läuft?! Wie so einige andere Sachen auch...Es soll nur von den wahren Missständen in der BRD ablenken. Wenn die Sache mit den Reichsbürgern keine rechtliche Grundlage hätte dann wären sie schon längst als kriminelle Vereinigung verboten. Man sollte in Deutschlang eher vor dem Islamistischen Terror Angst haben. Ich denke das stellt eine größere Gefahr da als die Reichsbürger. Wer weiß wie viele Waffen unter den neu hinzu gekommenen im Umlauf sind.
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