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Mo, 17:53 Uhr
30.07.2001

Keine Nachlässe bei Aldi und Co.

Nordhausen (nnz/as). Das Aus für Rabattgesetz und Zugabeverordnung kam schneller als erwartet. Dennoch dürften nicht gleich alle Preis-Dämme brechen. Selbst die auf Märkten und Basaren gestählten Urlauber, so mutmaßt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, werden sich im chromblitzenden Ambiente deutscher Kaufhäuser schwer tun mit der Feilscherei.


Vor allem in der Lebensmittelbranche ist der Wettbewerb auch ohne pfennigfuchsende Verbraucher schon ruinös genug. Zudem stellen sich hier die elektronischen Kassensysteme aus Prinzip stur, und die Mitarbeiter haben in der Regel überhaupt keinen Handlungsspielraum. Der Handel sieht der neuen Situation deshalb eher gelassen entgegen, ergab eine aktuelle Umfrage von IRI/GfK Retail Services.

Kaum Auswirkungen erwartet

80 Prozent der deutschen Verkaufsstellen-Manager des Lebensmitteleinzelhandels erwarten, dass der Wegfall von Rabattgesetz und Zugabeverordnung sich nicht wesentlich auf ihr Geschäft auswirken wird. Lediglich 14 Prozent der Befragten befürchten Nachteile, fünf Prozent sehen darin eher einen Vorteil. Diesen sehen die Verkaufsstellen-Manager am ehesten hinsichtlich der Kundenbindung, aber auch durch Verkauf größerer Mengen und sinkende Preise. Nachteile sind aus ihrer Sicht, dass mehr Kunden feilschen und dadurch mehr Arbeit verursachen. Außerdem befürchten sie Spannenverluste durch höhere Rabatte, längere Wartezeiten an den Kassen sowie unzufriedene Kunden, die beim Feilschen abblitzen. 1974 wurde anlässlich der Aufhebung der Preisbindung eine ähnliche Gruppe im Lebensmitteleinzelhandel befragt.

Vor 25 Jahren hatten 64 Prozent der Verkaufsstellen-Manager befürchtet, dass die Aufhebung der Preisbindung zu stärkerer Konzentration im Handel führe. 52 Prozent hatten einen ruinösen Wettbewerb erwartet. Sie hatten sich nicht getäuscht: Die Zahl der Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte ist von damals 132.000 auf heute 59.000 Out-lets zurückgegangen. „Der permanent hohe Problemdruck im Handel mit schnelldrehenden Konsumgütern geht an den Akteuren nicht einfach so vorbei", sagt Karl-Heinz Roiger von IRI/GfK Retail Services. "Denn einerseits zwingt die Situation zu verstärkter Kooperation von Handel und Herstellern, andererseits sind Marktanteile in den meisten Fällen eben nur noch über Verdrängung zu gewinnen." So glauben die Manager von Lebensmitteleinzelhandelsverkaufsstätten auch heute, dass die Aufhebung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung in erster Linie den ruinösen Wettbewerb fördern (33 Prozent) und der Konzentration im Handel weiter Vorschub leisten wird (32 Prozent). Darüber hinaus meint ein Viertel der Befragten, dass allgemeine Preissenkungen die Beziehungen zwischen Herstellern und Handel weiter belasten werden.

Extreme Konzentration durch Aldi und Schlecker

Es gibt inzwischen rund 13.500 Discountgeschäfte in Deutschland: Gut ein Viertel davon sind Aldi-Läden. In deren Kassen fließen 46 Prozent des gesamten Umsatzes in dieser Vertriebsschiene. Und die Dominanz wird immer größer: Mit jeweils mehr als fünf Prozent Plus bei Umsatz und Anzahl der Outlets im Jahr 2000 zeigt der Marktführer unter den Discountern, dass er nichts von seiner Stärke und Attraktivität eingebüßt hat. Größer noch als die Dominanz von Aldi bei den Discountern ist die von Schlecker im Bereich der Drogeriemärkte: Über 70 Prozent aller entsprechenden Geschäfte in Deutschland prangte im Jahr 2000 das blau-weiße Logo dieser Handelskette. In ihr wurden 43 Prozent des gesamten Umsatzes im Drogeriemarktbereich erzielt. Nach dem Erwerb von Sconti in diesem Jahr stieg der Anteil an den Geschäften auf genau drei Viertel und der Umsatzanteil auf 45 Prozent.
Autor: nnz

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