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So, 12:00 Uhr
15.01.2017
Kreis CDU beginnt das neue Jahr

Der Wahlkampf hat begonnen

Die Christdemokraten des Nordhäuser Kreises trafen sich am späten Nachmittag in rustikaler Atmosphäre. Zum Neujahrsempfang war auch der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund zugegen, der seine Parteifreunde mit einem Exkurs in die Berliner Politik auf die kommenden Wahlen einstimmte...

Neujahrsempfang der Kreis CDU im Heringer Schloss (Foto: Angelo Glashagel) Neujahrsempfang der Kreis CDU im Heringer Schloss (Foto: Angelo Glashagel)

Entscheidungen, die in Berlin getroffen werden, müssen nicht unbedingt auf Gegenliebe an der Parteibasis stoßen, auch dann nicht, wenn die amtierende Kanzlerin den eigenen Reihen entstammt. Für die CDU wird dieser Wahlkampf kein Selbstläufer werden. Nicht unter den eigenen Stammwählern und selbst dann nicht, wenn man mit Blick auf den Koalitionspartner sich mitunter des Eindruck nicht erwehren kann, dass die alte SPD den Kampf um die Stimmen gar nicht erst beginnen will.

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Dafür klopfen andere an die Türen des Reichstages. Nicht verwunderlich also dass die Rede des Abgeordneten Grund vor seinen CDU-Kollegen aus Nordhausen am Nachmittag schon ein wenig nach Wahlkampf klang. Bevor Manfred Grund im Saal des Heringer Schlosses auf die großen bundespolitischen Themen einschwenkte, wurde erst einmal der Gastgebner ausgiebig für seine Arbeit gelobt - Heringens Bürgermeister Maik Schröter. Er wird zu seiner nächsten Wahl ohne Kontrahenten antreten, in Heringen fand sich kein weiterer zulässiger Kandidat.

Zu Gast war auch der Bundestagsabgeordnete der CDU Manfred Grund (Foto: Angelo Glashagel) Zu Gast war auch der Bundestagsabgeordnete der CDU Manfred Grund (Foto: Angelo Glashagel) Die Stadt in der Goldene Aue wird also wohl auch in Zukunft CDU regiert. Damit das im Bund möglichst auch so bleibt, dafür werden Manfred Grund und Kollegen auch in den eigenen Wahlkreisen in den kommenden Monaten noch kräftig trommeln müssen. Gewichtigstes Thema im Wahlkampf werden wohl Flüchtlingspolitik und Innere Sicherheit sein, auf eben jene Felder verwendete Manfred Grund in seiner Rede denn auch die meiste Zeit.

Hinter der Flüchtlingssituation der vergangenen zwei Jahre stehe auch eine große Leistung, sagte Grund. Bedenke man neben den Flüchtlingen auch die Zuwanderung aus dem europäischen Ausland, dann habe Deutschland in dieser Zeit rund 1,2 Millionen Zuzüge verzeichnet. Das zu organisieren hätte der Staat alleine und ohne die ehrenamtliche Hilfe seiner Bürger nicht geschafft, sagte Manfred Grund. Gleichzeitig habe es aber auch ein "Gefühl von Kontrollverlust darüber gegeben, wer und was zu uns gekommen ist. Das muss, soll und darf sich nicht wiederholen." Man müsse aus den Erfahrungen nicht nur seine Lehren ziehen sondern auch Veränderungen umsetzen.

Probleme, die bis dato noch nicht spürbar zu Tage getreten seien, wären im Zuge der Situation deutlich geworden. Probleme wie der Stellenabbau bei der Polizei. Über Jahre sei an der inneren und äußeren Sicherheit gespart worden, so Grund, etwa wenn es darum ging die Wende zu finanzieren oder Maastricht-Kriterien einzuhalten. Der Wiederaufbauprozess brauche Zeit, sei aber nötig, um auch die gefühlte Sicherheit wieder zu heben, "das können und müssen wir uns leisten". Abschiebungen seien "auch menschlich schwierig", die Debatte darüber verschiebe aber die Grenze zwischen denen, die bleibeberechtigt sind und zwischen denen, die sich unberechtigt im Land aufhalten. In Bezug auf unbegleitete Minderjährige müsse man Wege finden Alter und Herkunft festzustellen. Grund brachte am Beispiel des Mordes an einer Freiburger Studentin auch genetische Tests ins Spiel. Eine solche Feststellung sei rechtlich bisher nicht möglich.

Das Grund nicht die Zeit findet mit seinen Ausführungen auch ins Detail zu gehen merkt man spätestens hier. Im Freiburger Fall war der mutmaßliche Täter zwar anhand eines Haares aber ohne Gen-Test identifizert worden. Man hatte ihn auf Videoaufnahmen erkannt. Groß angelegte DNA-Tests hat es im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen in der Vergangenheit immer wieder gegeben.

Die Debatte um sichere Herkunftsländer in die abgeschoben werden kann liege im Bundesrat, berichtete Grund, desweiteren wiesen einige Länder die man bereits als sicher deklariert habe eine ohnehin sehr hohe Ablehnungsquote auf. Die Frage ob auch Afghanistan als sicher gelten kann umschiffte Grund größtenteils. Für die Auslandseinsätze der Bundeswehr fand der Abgeordnete ebenso lobende Worte. Würde man sich nicht in Afghanistan, Mali, Darfur oder dem Südsudan engagieren, drohten den Ländern neuerliche Katastrophen die wiederum neue Flüchtlingsströme mit sich bringen könnten. Eine tiefergehende Analyse wäre hier sicherlich einmal interessant gewesen, allein es hätte wohl den Rahmen des Abends gesprengt. Wirtschaftsentwicklung, TTIP und Trump, Steuergesetzgebung, Globalisierung, Gebietsreform - der CDU Abgeordnete hatte viel Gesprächsstoff mitgebracht.

Und dann ist da natürlich auch noch das Gespenst der rechtspopulistischen Parteien, das da gerade in Europa und der Welt umgeht. "Die Welt ist aus dem Gleichgewicht", sagte Grund, und noch wisse niemand wo sich das neue Gleichgewicht einpendeln werde. "Es wird kein Vakuum bleiben. Aber es gibt viele Fragezeichen, die aus politischer Stabilität heraus beantwortet werden müssen". Politische Stabilität die aus Sicht der CDU aus einer erneuten Kanzlerschaft Angela Merkels bestehen dürfte. Der Wahlkampf hat begonnen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Demokrit
14.01.2017, 22:46 Uhr
Aufwachen CDU- Duracellklatschehasen!
"Merkels Rechtsbruch? Unglaubliches zur Grenzöffnung & zur Migrationswelle - Flüchtlinge 2017 "
https://www.youtube.com/watch?v=89IlHlDMA60&feature=youtu.be
Sonntagsradler 2
15.01.2017, 09:29 Uhr
Pakt ein. CDU
Wenn jetzt auch bei euch schon langjährige Bundestagsabgeordnete (Erika Steinbach) schwere Vorwürfe über Angelika Merkels Flüchtlingspolitik erhebt und austritt. Dann bestätigt sich nur das was einige Bürger schon längst wussten und davor gewarnt hatten. Wo sind eure Wahlversprechungen Schröders Agenda, Hartz4und Renteneinschnitte wieder abzuschaffen.
Es wird zwar für einige jetzt hart klingen Aber Setzt euch mahl für eine Reduzierung der Beamten und Abgeordneten Gehälter ein ganz zu schweigen von den Abgeordneten Diäten. Von den Diäten von 600€ muss eine arme Rentnerin ein ganzen Monat auskommen Miete usw. Das ist weniger als die gesamt Bezüge die einen Hartz 4 er bekommt.
Jetzt werden die Beamten wieder aufschreien! Aber hat man die unverschuldeten arbeitslosen gefragt.
Hier in den NNZ Kommentaren liest man des Öfteren ohne Leistung kein Geld.

In meinen Augen ist jede neue Partei bzw. dann deren Parteiführung genau auf solche Abgeordneten Gelder scharf. Das Volk ist denen dann genauso egal wie bei den jetzigen Parteien. Es zählt nur der eigene Lobbyismus. Von Moral gegen über der in Ruhestand getretenen Arbeitenden Bevölkerung keine Spur .Altersarmut droht in jeder Schicht durch jede Partei. Verlast euch drauf.
Leser X
15.01.2017, 09:34 Uhr
"Die Welt ist aus dem Gleichgewicht"
Richtig, Herr Grund. Und weil ihre Partei samt Kanzlerin dazu einen gewichtigen Beitrag geleistet hat, kann ich nur hoffen, dass Ihr Kanzlerinnen-Wahlverein in acht Monaten die Quittung zumindest derer kriegt, die im Urnengang noch sowas wie ein Quentchen an Restdemokratie erkennen zu glauben.

Es gibt viele Gründe, Ihre Partei abzustrafen, hier nur wenige Beispiele: Unterstützung von Kriegen durch immer höhere Rüstungsexporte, immer offenere Feindschaft zu Russland, gigantischer Sozialabbau durch massenhafte Mini-Löhne, Rentenklau, Sparerenteignung durch eine verheerende Fiskalpolitik...

Und nicht zu vergessen: Ihre Partei selbst tut, was sie neuerdings ihren Kritikern vorwirft - sie verbreitet Fake-News und Zerrbilder, betreibt offene Hetze gegen Andersdenkende im In- und Ausland.

Meine Hoffnung ist zugleich der Slogan, mit dem Ihre Partei immer gern hausieren geht: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...
Mueller13
15.01.2017, 10:14 Uhr
@ Sonntagsradler - Diäten + Gehälter?
Abgeordnete bekommen Diäten und Gehälter? Wäre mir neu. Meinen Sie die Pensionen? Im übrigen sind die Diäten (=Gehalt) weitaus höher als 600Euro. Und die Bezüge eines H4-Empfängers sind auch höher als 600Euro. Nebenbei wird nämlich noch die Wohnung/Heizung, Krankenkasse usw. finanziert.
Es gab Renteneinschnitte? Es gibt Rentner, die jetzt weniger haben? (außer ein paar, die jetzt ihre hohen Einkünfte wie jeder andere auch versteuern müssen, aber die meinen sie vermutlich nicht). Ja, die Rentenzukunft sieht nicht rosig aus - aber das wird es unter keiner Partei. Zaubern ist nämlich nicht.
Die CDU hatte versprochen H4 und Agenda 2010 abzuschaffen? Wäre mir ebenfalls neu.
Die CDU hat zwar einiges versaut (Energie, Flüchtlinge, Familie usw.), aber nicht an allen Unheil auf der Welt.
Hero
15.01.2017, 10:25 Uhr
Kein Gegenkanditat !
Ein Armutszeugnis der anderen Parteien , keinen eigenen Kandidaten für den Bürgermeister zuhaben. Also geht der Blödsinn in der Landgemeinde weitere 6 Jahre so weiter. Wirklich schade für die Goldene Aue.
NDHler
15.01.2017, 11:12 Uhr
SPD / CDU
Alles das selbe, alles nur noch Einheitsbrei!
Eine CSU mit ihren konservativen Werten auf Bundesebene wäre nahe der absoluten Mehrheit! Die CDU ist doch nur noch der rechte Flügel der SPD und umgekehrt.
EITEL
15.01.2017, 15:18 Uhr
Armseliges Häuflein von Mitläufern
Ich denke die Hälfte von denen hätte am liebsten die -Erika Steinbach- gemacht. Aber dazu braucht man eigene Ansichten , Überzeugungen und Moral.Vielleicht fallen ja auch noch irgendwann ein paar Häppchen ab , für die braven Parteisoldaten .
geloescht.20250320
15.01.2017, 17:17 Uhr
Leider...
hat sich bisher kein Kandidat einer anderen Partei oder ein Parteiloser gefunden oder in das Verzeichnis eintragen lassen. Wenn man aber die Gesichter so mancher Anwesenden betrachtet, kommen diese einen sehr bekannt vor. Vor 30 Jahren haben sie die Arbeiterpartei in den Himmel gestreckt, die Banner der Partei in den Märchen zum 1. Mai oder 7. Oktober in den Wind gehalten oder als Frontmann das blaue Hemd der Jugendorganisation präsentiert.
Leider hat man vergessen, dass Sie oder Er mit voller Überzeugung für einen Staat standen und heute der CDU.
Eben Wändehälse, welche nur auf einer Welle mitschwimmen und eben tun, was sie damals gelernt haben. Eigene Meinungen haben sie nicht, zitieren lieber Andere.
Einen schönen Abend
micha gerlach
23.01.2017, 15:35 Uhr
Einheitsbrei, Armutszeugnis oder Wendehälse?
Wenn ein amtierender Bürgermeister zur anstehenden Wahl keinen Gegenkandidaten hat, gibt es dafür nur zwei Gründe: sowohl die Bürger, als auch die anderen Parteien sind mit seiner Arbeit zufrieden und haben aus den eigenen Reihen niemanden, von dem sie überzeugt sind, dass er/sie es besser kann. In diesem Fall ist es schlichtweg vernünftig, nicht der Form halber einen aussichtslosen Gegenkandidaten aufzustellen.

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