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Fr, 13:05 Uhr
13.01.2017
In Neustadt geht es voran

Irgendwer muss verrückt genug sein

Einst beherrschte das alte Schloss den kleinen Flecken Neustadt, heute verfällt das Gemäuer zusehends. Seit Jahren sucht man nach Wegen, das alte Ensemble aus Haupt- und Nebengebäuden zu retten. Heute konnte ein großer Schritt in Richtung Sanierung gegangen werden...

Ministerin Birgit Keller, Dr. André Haas und Dirk Erfurt vor Neustadts "Haus des Gastes" (Foto: Angelo Glashagel) Ministerin Birgit Keller, Dr. André Haas und Dirk Erfurt vor Neustadts "Haus des Gastes" (Foto: Angelo Glashagel)

Ministerin Birgit Keller hatte aus Erfurt einen ordentlichen Förderbescheid mitgebracht, 649.998 Euro fließen als Zuwendung in die Wiederbelebung von Schloss und Dienstgebäude. Letzteres liegt ein wenig versteckt hinter dem nach wie vor schwer angeschlagenen Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert. Wer den Gondelteich Neustadts des öfteren einen Besuch abstattet, der konnte bis vor einigen Wochen hier lediglich das entkernte Gerippe des Fachwerkhauses sehen. Inzwischen ist der Rohbau für das "Haus des Gastes" fertig. Insgesamt investiert man 999.997 Euro.

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Bis 2019 soll hier Räumlichkeiten entstehen, in denen Besucher und Kurgäste sich über die Möglichkeiten in Neusstadt und der angrenzenden Region informieren können. Als ersten "Ankermieter" konnte bereits der Naturpark Südharz gewonnen werden, der mit vier Mitarbeitern einen Teil des Gebäudes beziehen will.

Der Weg bis hierhin war kein leichter, manchmal sei er am verzweifeln gewesen, sagte Dr. Andrè Haas, Landarzt, Palliativmediziner und einer der treibenden Kräfte hinter den Plänen. "Wenn dir ein großer Stein in den Weg gelegt wird, nutze ihn zum bauen", sagte Ministerin Birgit Keller anlässlich der Fördermittelübergabe. Sie dankte nicht nur Dr. Haas und der Kommune und ihren Bürgermeister Dirk Erfurt, sondern auch den Mitarbeitern in ihrem eigenen Haus und den engagierten Neustädtern, die das Projekt unterstützen.

Dem heutigen Termin vorangegangen waren jahrelange Beratungen, Gespräche und Planungen mit insgesamt vier Erfurter Ministerien und diversen Behörden. Bevor man sich an den Innenausbau machen kann, muss Neustadt noch die Stellungnahme der Kommunalaufsicht abwarten,fällt die positiv aus könnte es schon bald weitergehen. Schließlich will man bis 2019 fertig sein.

Bis 2019 soll das Haus des Gastes endgültig fertiggestellt sein (Foto: Angelo Glashagel) Bis 2019 soll das Haus des Gastes endgültig fertiggestellt sein (Foto: Angelo Glashagel)

In Sachen Schlossrestaurierung steht man derweil noch ganz am Anfang, man befinde sich in der "Vorplanungsphase", erklärte Dr. Haas. Die bauliche Situation im Schloss sei um einiges komplizierter als in dem nur unwesentlich jüngerem Fachwerkbau.

In der Zukunftsvision des Doktors wird das Schloss und mit ihm Neustadt zu einem Luftklimatischen Kurort, der sich auf Lungenkranke spezialisiert. Der Kurbetrieb sei "das A und O. Wenn das gut läuft, dann ist die Zukunft gesichert", sagte Dr. Haas. Um das zu erreichen, hat er mit "Pneumokur" seine eigene Therapiemethode aufgestellt, die er bereits auch außerhalb Neustadts bewirbt. Die Kur sei heutzutage zu einer Wellnessveranstaltung geworden, es gelte das Prinzip wieder auf die Füße zu stellen, so Dr. Haas. Die Medizin des 21. Jahrhundert sei Prävention und Bewegung. Nach eigener Aussage findet der ganzheiltliche Ansatz unter Einbeziehung von Physis und Psyche der Patienten in Fachkreisen großen Anklang.

Gelingt das Vorhaben, so würde nicht nur Neustadt als solches, sondern der gesamte Südharzer Raum profitieren. Touristisch sei Neustadt heute schon der "Schrittmacher der Region", freute sich Bürgermeister Erfurt. Mit dem Status als luftklimatischer Kurort und den Investitionen bilde man zudem ein gewichtiges Gegenargument zu den Abbauplänen der Gipsindustrie.

Die ganz großen Aufgaben die vor dem kleinen Städtchen und dem inwzischen gegründeten Förderverein liegen sind nicht zu unterschätzen. Ein Stück der Wegstrecke hat man heute hinter sich bringen können, die Freude darüber stand den Beteiligten ins Gesicht geschrieben. "Irgendjemand muss verrückt genug sein zu beginnen", sagte Dr. Haas, in Sachen Haus des Gastes habe man den schwierigen Teil nunmehr hinter sich gebracht. Auf eine Restaurierung des Schlosses werde man nun "in kleinen Schritten zugehen und sehen was möglich ist".
Angelo Glashagel
Das Haus des Gastes in Neustadt (Foto: Angelo Glashagel)
Das Haus des Gastes in Neustadt (Foto: Angelo Glashagel)
Das Haus des Gastes in Neustadt (Foto: Angelo Glashagel)
Das Haus des Gastes in Neustadt (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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