Fr, 07:30 Uhr
20.08.2004
Wohin geht die Demo-Reise?
Nordhausen (nnz). Am Montag soll in Nordhausen wieder demonstriert werden. Was erwartet die Demonstranten, was aber vor allem erwartet die nicht-demonstrierende Öffentlichkeit? Dazu eine Betrachtung.
Eine Neuerung könnte es geben, denn im Anschluß an die Kundgebung vor dem Nordhäuser Rathaus soll durch Nordhausen marschiert werden (siehe nnz von gestern). Jetzt schon haben die beiden Organisatorinnen alle Hände voll zu tun. Vieles muß vorbereitet werden. Vieles muß in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Denn solche Äußerungen wie Apartheit oder Deportation, die haben einfach in diesem Lande nichts zu suchen. Der Umgang mit ihnen ist gefährlich, denn sie wurden von der Masse hingenommen und zum Teil bejubelt.
Gegenüber der nnz bedauerte Petra Wenkel diese verbalen Entgleisungen. Doch was können die beiden Frauen machen, wenn Nordhäuser, die sich kritisch mit den Montagsdemos auseinandergesetzt haben (siehe nnz-Archiv), mittlerweile Drohanrufe erhalten und auf übelste Weise beschimpft werden? Das hat überhaupthaupt nichts mit Protest-Kultur zu tun. Das ist die unterste Schublade, die da aufgemacht wird. Das ist etwas gänzlich anderes als streiten.
Und streiten wollen die beiden Frauen, sie wollen streiten gegen Hartz IV. Sie wollen aber auch – das hat Petra Wenkel im nnz-Gespräch angekündigt – Lösungsvorschläge aufzeigen. Und sie wollen sich von Trittbrettfahrern distanzieren. Die vor allem schaden ihrer Sache. Jetzt haben Petra Wenkel und Marion Schmidt erst einmal logistische Unterstützung erhalten. Die IG Metall stellte die beiden Frauen einem Raum zur Verfügung, der mit den normalen Kommunakationsmöglichkeiten ausgestattet ist. PC und Drucker gehören auch dazu. Das alles soll den Nordhäuserinnen die Möglichkeit geben, die nächsten Demos logistisch und qualitativ vorzubereiten.
Möge der nächste Montag zeigen, daß die Demos ernst genommen werden. Randerscheinungen wie beim letzten Mal taugen nichts für die Sache. Sie geben vielleicht sogar Anlaß für die etablierte Politik, die Idee der beiden Frauen runterzureden. Möge der kommende Montag zeigen, daß in Nordhausen friedliche Menschen friedlich ihren Protest gegen die derzeitige Politik zum Ausdruck bringen und nicht, daß der Mob das Demo-Zepter in die Hand nimmt. Um Druck auszuüben gibt es in der Demokratie genügend Möglichkeiten. Friedliche Proteste gehören dazu.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEine Neuerung könnte es geben, denn im Anschluß an die Kundgebung vor dem Nordhäuser Rathaus soll durch Nordhausen marschiert werden (siehe nnz von gestern). Jetzt schon haben die beiden Organisatorinnen alle Hände voll zu tun. Vieles muß vorbereitet werden. Vieles muß in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Denn solche Äußerungen wie Apartheit oder Deportation, die haben einfach in diesem Lande nichts zu suchen. Der Umgang mit ihnen ist gefährlich, denn sie wurden von der Masse hingenommen und zum Teil bejubelt.
Gegenüber der nnz bedauerte Petra Wenkel diese verbalen Entgleisungen. Doch was können die beiden Frauen machen, wenn Nordhäuser, die sich kritisch mit den Montagsdemos auseinandergesetzt haben (siehe nnz-Archiv), mittlerweile Drohanrufe erhalten und auf übelste Weise beschimpft werden? Das hat überhaupthaupt nichts mit Protest-Kultur zu tun. Das ist die unterste Schublade, die da aufgemacht wird. Das ist etwas gänzlich anderes als streiten.
Und streiten wollen die beiden Frauen, sie wollen streiten gegen Hartz IV. Sie wollen aber auch – das hat Petra Wenkel im nnz-Gespräch angekündigt – Lösungsvorschläge aufzeigen. Und sie wollen sich von Trittbrettfahrern distanzieren. Die vor allem schaden ihrer Sache. Jetzt haben Petra Wenkel und Marion Schmidt erst einmal logistische Unterstützung erhalten. Die IG Metall stellte die beiden Frauen einem Raum zur Verfügung, der mit den normalen Kommunakationsmöglichkeiten ausgestattet ist. PC und Drucker gehören auch dazu. Das alles soll den Nordhäuserinnen die Möglichkeit geben, die nächsten Demos logistisch und qualitativ vorzubereiten.
Möge der nächste Montag zeigen, daß die Demos ernst genommen werden. Randerscheinungen wie beim letzten Mal taugen nichts für die Sache. Sie geben vielleicht sogar Anlaß für die etablierte Politik, die Idee der beiden Frauen runterzureden. Möge der kommende Montag zeigen, daß in Nordhausen friedliche Menschen friedlich ihren Protest gegen die derzeitige Politik zum Ausdruck bringen und nicht, daß der Mob das Demo-Zepter in die Hand nimmt. Um Druck auszuüben gibt es in der Demokratie genügend Möglichkeiten. Friedliche Proteste gehören dazu.
Peter-Stefan Greiner



