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Di, 16:22 Uhr
13.12.2016
Lehrernotstand in Ellrich

Komische Statistik im Ministerium

Auf verschiedenen Wegen erreichten die CDU-Fraktion in den letzten Wochen Hilferufe aus der Schulpraxis, die vor allem den Personalnotstand an den Schulen zum Inhalt hatten. Daraufhin hat die CDU-Fraktion heute im Rahmen eines Selbstbefassungsantrags die Personalsituation an der Regelschule Ellrich im Bildungsausschuss thematisiert...


Dort sind aktuell bei insgesamt 21,3 Lehrerstellen an einer Schule, fünf Lehrer dauerhaft krank. Das ist nach Ansicht des CDU-Bildungspolitikers, Christian Tischner, symptomatisch für den Lehrernotstand insbesondere an Regelschulen in Nordthüringen.

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Auch aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Tischner zum Unterrichtsausfall in Thüringen wird deutlich, dass der Unterrichtsausfall in Thüringen gerade in Nordthüringen und vor allem an Regelschulen besonders dramatisch ist.

„Während an allen Schularten thüringenweit lediglich 3,5 Prozent der Unterrichtsstunden ausfallen, sind es im Bereich der Regelschulen thüringenweit 4,4 Prozent. An Regelschulen in Nordthüringen fallen sogar 5,4 Prozent der Unterrichtsstunden aus“, so Tischner.

„Zur Erfassung des Unterrichtsausfalls in Thüringen muss man wissen, dass unter Unterrichtsausfall, wie ihn die Landesregierung definiert, tatsächlich lediglich der ersatzlos ausgefallene Unterricht fällt. Fachfremde Vertretung, Stillarbeit oder sogar das Mitgeben von Aufgaben stellen laut dieser Definition keinen Unterrichtsausfall dar“, so der Bildungspolitiker.

Aus Schülersicht wie auch aus Sicht der Lehrergewerkschaften gibt es erheblichen Zweifel an der bisherigen Statistik des Kultusministeriums. Auch der Thüringer Rechnungshof hat in seinem Sonderbericht zum Unterrichtsausfall vom Oktober 2013 das Verfahren zur Feststellung von Unterrichtsausfall durch das Ministerium als „nicht geeignet den tatsächlichen Unterrichtsausfall zu erkennen“ kritisiert.

Im Nachgang der Sitzung des Bildungsausschusses erklärte Tischner: „Wir müssen Konzepte entwickeln, wie wir Lehrer wieder für den ländlichen Raum gewinnen. Die derzeitige Personalsituation an vielen Schulen gerade in Nordthüringen ist besorgniserregend. Hierzu braucht es vor allem attraktivere Einstellungsbedingungen, so dass verhindert werden kann, dass insbesondere Lehrer in den Mangelfächern Thüringen dauerhaft verlassen. Denn Thüringen kann es sich nicht leisten, weiterhin am Bedarf vorbei einzustellen.“

Die CDU-Fraktion wird dazu in den nächsten Wochen eine Strategie zur Lehrergewinnung erarbeiten und auf einer Klausurtagung im Januar diskutieren.
Autor: red

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Kommentare
egw
13.12.2016, 17:04 Uhr
Lehrernotstand
Schön wie die CDU, ("gestern" stellte sie noch die Ministerpräsident von Thüringen "heute" in der Opposition) die Fehler anprangert,welche ursächlich in ihrer eigenen jahrzehntelangen fehlerhaften Bildungspolitik (auch auf Bundesebene) begangen wurden!!! Seltsame Rechnungen im Ministerium sind natürlich auch vollkommen neu! Wer hat denen das Schönrechnen beigebracht? Letztlich zeigt sich auch hier, Nordthüringen wird von der Landespolitik ignoriert - kein entscheidender Wirtschaftsstandort, A38 oder A71 leiten Investitionen/Investoren eher zügig durch Nordthüringen bzw. daran vorbei. Es ist leider wahr - wir sind eher das Armenhaus in Thüringen, Randgebiet. Hier hilft nur ein Ministerpräsident mit Wurzeln in unserer Region, Beispiel: Eichsfeld. Und da sind wir auch wieder bei der CDU ...
Joerg Esser
14.12.2016, 08:41 Uhr
Die letzten CDU-Bildungsminister hießen..
Althaus, Müller, Göbel und Co. Diese Herren haben sich selbst in Ihrer Amtszeit jedes Jahr für die Einstellung von 9 (in Worten Neun) Lehrern in ganz Thüringen pro Jahr gelobt. Im letzten Jahr eines CDU-Bildungsministers in Thüringen wurden ganze 5 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. Im ersten Jahr unter SPD-Bildungsminister Matschie waren es schon dreistellige Zahlen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt über 700 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt. Natürlich sagen viele, das reicht nicht, es geht aber in die richtige Richtung.
Diese selbstverliebte, scheinheilige und durchsichtige Empörung der CDU ist einfach nur lächerlich.
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