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Mi, 19:29 Uhr
18.08.2004

Acht Patrioten

Nordhausen (nnz). Die Geologen mussten 450 Millionen Jahre Nordhäuser "Erd"Geschichte auf 20 Seiten zusammenfassen, für die Stadtgeschichts-Forscher waren es "nur" 1000 Jahre: Im Buch "Nordhausen - Tor zum Harz" haben acht Autoren im Auftrag der Stadt Nordhausen wichtige - und auch bisher wenig bekannte - Aspekte der Nordhäuser Stadtgeschichte erforscht, dokumentiert und aufgeschrieben...


Acht Patrioten (Foto: nnz) Acht Patrioten (Foto: nnz)

"Hier waren Nordhäuser Patrioten am Werk!", sagte Nordhausens Bürgermeister bei der Vorstellung des Buches gestern Abend im Nordhäuser Museum "Tabakspeicher". Die Geologen Peter Pohl, Helmut Garleb und Mario Weise widmen sich in ihrem Beitrag den geologischen Verhältnissen in Nordhausen und der Umgebung. Gartenbaulichen Traditionen in der Stadt am Südharz geht Prof. Dr. Albrecht Pfeiffer nach, und Hans-Jürgen Grönke berichtet über das städtische Bildungswesen und den archäologischen Untersuchungsergebnissen aus jüngster Zeit sowie den Sehenswürdigkeiten entlang der alten Stadtmauer. Enthalten ist auch ein Abriss der Stadtgeschichte (Lauerwald) und die städtischen Grünanlagen (Hellberg). Im letzten Kapitel widmen sich die Autoren touristischen Zielen, die man von Nordhausen aus unternehmen kann, beispielsweise auf den Brocken, zum Kurort Neustadt und Umgebung, nach Stolberg, in das Rosarium Sangerhausen, auf den Kyffhäuser und in das Bodetal bei Thale.

Über 120 Fotos aus dem alten und dem neuen Nordhausen bereichern das Buch (ISBN 3-00-014133-2), das in der Druckerei Kirchner in Gotha erschien. Den Umschlag gestaltete der Nordhäuser Markus Veit, von dem auch alle Ganzseitenfotos stammen. Rainer Hellberg: "Der Verlag hat das Buch hervorragend drucktechnisch umgesetzt!" Hellberg, der gemeinsam mit Lauerwald der Herausgeber des Buches ist, umriss im "Tabakspeicher" das Problem, vor dem die Autoren am Anfang der Arbeit standen: "Es gibt schon unendlich viel Literatur über die Stadt - jetzt soll noch eins hinzu kommen?" Man habe deshalb den Nordhausen-Besucher in den Blick genommen: "Er soll mit Hilfe des Buches besondere Aspekte der Stadtgeschichte kennen lernen bzw. vertiefen und so animiert werden, wiederzukommen", so Hellberg. Natürlich sei die Publikation auch eine Fundgrube für die Nordhäuser.

Paul Lauerwald sagte: "Wer gezielt nach historischen Lücken in diesem Buch sucht, der wird sie natürlich finden. Uns ging es in erster Linie darum, beginnend bei den Wurzeln das zu zeigen, was Nordhausen bis heute ausmacht bzw. geprägt hat. Das Buch ist damit eine Bestandsaufnahme unserer schönen Stadt."

Peter Pohl sagte, für die Arbeit am Buch habe man geologische Erkenntnisse aus den zurückliegenden 50 Jahren erstmals wieder aufgearbeitet - die letzte umfassende Arbeit über die Geologie er Region datiere auf das Jahr 1930. Mario Weise meinte, es sei ihm ein persönliches Bedürfnis gewesen und habe großen Spaß gemacht, in seinem Bericht über die Geologie "den Lesern das zu zeigen, was man im Wortsinne auf den ersten Blick nicht sieht".

Grönke wiederum bat um Verständnis, dass in seinem Aufsatz über das Schulwesen nicht alle Schulen berücksichtigt werden konnten, "die nur wenig bekannte Hedwig-Isemann-Schule zum Beispiel oder die Sporthochschule mussten ganz herausfallen - weil der Forschungsaufwand zu groß gewesen wäre - hier liegt Forschungsarbeit für die Zukunft."

Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose dankte den Autoren: "Das Buch - als Sammlung prägnanter, wichtiger und informativer Beiträge zur Stadtgeschichte - schließt eine Lücke im Publikationsangebot zur Geschichte Nordhausens. Die Autoren haben ehrenamtlich und sehr engagiert gearbeitet - dafür herzlichen Dank!"

"Das Tor zum Harz" gibt es ab sofort zum Preis von 15 Euro in der Stadtinformation Nordhausen, der Verkauf über den Buchhandel ist in Vorbereitung.
Autor: nnz

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