Di, 10:49 Uhr
06.12.2016
Und wieder eine Fünf-Zentner-Bombe
Blindgänger gefunden - 17.03 Uhr: Blindgänger entschärft
In Nordhausen ist am Vormittag wieder ein Bombenblindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden. Erste Informationen in Ihrer nnz...
Erste Personen sind in der Turnhalle der Petersbergschule angekommen (Foto: nnz)
Die Fünf-Zentner-Bombe wurde bei Erdarbeiten am Strohmühlenweg in Nordhausen entdeckt. Derzeit laufen die ersten Gespräche zu den dann folgenden Maßnahmen. Noch ist unklar in welchem Radius abgesperrt werden muss.
Darauf folgt dann die Zahl der Menschen, die evakuiert werden müssen. Wir halten Sie mit Ihrer nnz weiter auf dem Laufenden.
Derzeit ist geplant, die Bombe vor Ort zu entschärfen. Das steht aber noch nicht fest. Der Sprengmeister ist auf dem Weg zum Fundort. Ein Sperradius ist für 1000 Meter geplant.
Luftbild 1945 Strohmühlenweg (rot) (Foto: Archiv Iffland)
Neben Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt sitzen auch Vertreter der Versorger und der Verkehrsbetriebe mit am Tisch. Letztere können aus dem Stand vier Busse für eine etwaige Evakuierung bereit stellen und notfalls weitere Fahrzeuge aus dem Linienbetrieb abziehen. Die Sporthallen auf dem Petersberg, in Nordhausen Ost wie auch die Wiedigsburghalle werden für den Fall einer Evakuierung vorbereitet.
Bürgermeisterin Jutta Krauth hatte Gelegenheit sich den Fundort anzusehen, der neuerliche Bombenfund sei wesentlich kleiner als der Sprengkörper der im Sommer bei Leimbach entdeckt worden war. Die entsprechenden Maßnahmen seien gut angelaufen, das Neue Rathaus habe sich als Standort für ein Lagezentrum bewährt, sagte Krauth der nnz.
Das Gebiet, auf dem heute erneut eine Bombe gefunden wurde, war beim Luftangriff 1945 ein besonderes Ziel. Gegenüber dem Strohmühlenweg, auf der anderen Seite des Zorge, lag die Luftnachrichtenschule mit Standort Nordhausen. Hier war vor und während des Krieges der Sitz einer Luftnachrichten-Ersatzabteilung bzw. einer Abteilung des Luftgau-Nachrichtenregimentes.
Da während des Krieges die Kasernen größtenteils leer waren, wurden diese zur Unterbringung von Zwangsarbeitern genutzt. Bis Ende 1944 waren hier 10.000 Zwangsarbeiter, welche in den angrenzenden Betrieben arbeiteten.
Ab Januar 1945 dienten Bereiche der Kasernen als Außenlager des KZ Mittelbau Dora. Hier wurden kranke und schwache Häftlinge untergebracht. Der Ort wurde als Kranken- und Sterbelager genutzt. Da die Luftaufklärung diesen Bereich als militärischen Bereich verzeichnete, kamen bei dem englischen Luftangriff ca. 1300 Häftlinge ums Leben. Die wenigen Überlebenden wurden am 11. April 1945 befreit.
An der Fundstelle (Foto: P. Grabe, Pressestelle Rathaus)
Autor: red
Erste Personen sind in der Turnhalle der Petersbergschule angekommen (Foto: nnz)
Die Fünf-Zentner-Bombe wurde bei Erdarbeiten am Strohmühlenweg in Nordhausen entdeckt. Derzeit laufen die ersten Gespräche zu den dann folgenden Maßnahmen. Noch ist unklar in welchem Radius abgesperrt werden muss.
Darauf folgt dann die Zahl der Menschen, die evakuiert werden müssen. Wir halten Sie mit Ihrer nnz weiter auf dem Laufenden.
Update: 12 Uhr
Der Fund geschah bei regulären baupolizeilich vorgeschrieben Aufsuchungsarbeiten vor Beginn der Bauarbeiten.Derzeit ist geplant, die Bombe vor Ort zu entschärfen. Das steht aber noch nicht fest. Der Sprengmeister ist auf dem Weg zum Fundort. Ein Sperradius ist für 1000 Meter geplant.
Update: 12:30
Soeben hat die Besprechung im Lagezentrum im Neuen Rathaus begonnen. Ein Bombenfund mit rund 78 Kilogramm Sprengstoff ist bestätigt, an zwei Stellen bestehen zudem Verdachtsmomente auf weitere Funde. Sollten sich diese bestätigen würde der Evakuierungsradius von 500 auf 1000 Meter erhöht werden müssen, hieß es zur Stunde im Lagezentrum. Eine Evakuierung würde nicht vor 14 Uhr beginnen können, laut Sprengmeister soll der Fund noch heute unschädlich gemacht werden. Innerhalb des 500 Meter Radius würde sich mindestens ein Altenheim befinden, wieviele Bewohner genau in Sicherheit gebracht werden müssten, wird noch ermittelt.
Luftbild 1945 Strohmühlenweg (rot) (Foto: Archiv Iffland)
Neben Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt sitzen auch Vertreter der Versorger und der Verkehrsbetriebe mit am Tisch. Letztere können aus dem Stand vier Busse für eine etwaige Evakuierung bereit stellen und notfalls weitere Fahrzeuge aus dem Linienbetrieb abziehen. Die Sporthallen auf dem Petersberg, in Nordhausen Ost wie auch die Wiedigsburghalle werden für den Fall einer Evakuierung vorbereitet.
Bürgermeisterin Jutta Krauth hatte Gelegenheit sich den Fundort anzusehen, der neuerliche Bombenfund sei wesentlich kleiner als der Sprengkörper der im Sommer bei Leimbach entdeckt worden war. Die entsprechenden Maßnahmen seien gut angelaufen, das Neue Rathaus habe sich als Standort für ein Lagezentrum bewährt, sagte Krauth der nnz.
Update: 13 Uhr
Glücklicherweise handelt es sich tatsächlich nur um den einen Fund. Die Evakuierung soll bis 16 Uhr abgeschlossen sein. Sammelpunkte sind die Turnhallen an der Wiedigsburg, der Petersbergschule und der Brechtschule. Sollte die Bombe nicht entschärft werden können, dann soll sie in den Abendstunden oder in der Nacht abtransportiert werden.Update: 13:50
Die Nordhäuser Hochschule hat ihre Mitarbeiter und Studenten angewiesen den Campus bis 14 Uhr zu verlassenHistorische Anmerkungen
Steffen Iffland schreibt: Die Nordhäuser Bürger müssen damit leben, dass die Stadt nicht nur bis zu 80 Prozent zerstört wurde, sondern auch Jahr hinweg ihre gefährlichen Hinterlassenschaften zu Tage fördert und so an die Schicksalstage von 1945 erinnern. Der westliche Bereich der Stadt wurde am schwersten getroffen.Das Gebiet, auf dem heute erneut eine Bombe gefunden wurde, war beim Luftangriff 1945 ein besonderes Ziel. Gegenüber dem Strohmühlenweg, auf der anderen Seite des Zorge, lag die Luftnachrichtenschule mit Standort Nordhausen. Hier war vor und während des Krieges der Sitz einer Luftnachrichten-Ersatzabteilung bzw. einer Abteilung des Luftgau-Nachrichtenregimentes.
Da während des Krieges die Kasernen größtenteils leer waren, wurden diese zur Unterbringung von Zwangsarbeitern genutzt. Bis Ende 1944 waren hier 10.000 Zwangsarbeiter, welche in den angrenzenden Betrieben arbeiteten.
Ab Januar 1945 dienten Bereiche der Kasernen als Außenlager des KZ Mittelbau Dora. Hier wurden kranke und schwache Häftlinge untergebracht. Der Ort wurde als Kranken- und Sterbelager genutzt. Da die Luftaufklärung diesen Bereich als militärischen Bereich verzeichnete, kamen bei dem englischen Luftangriff ca. 1300 Häftlinge ums Leben. Die wenigen Überlebenden wurden am 11. April 1945 befreit.
Update 15:00 Uhr, Evakuierung
Rund 1000 Personen werden zur Zeit evakuiert. Im Einzugsbereich befinden sich neben der Hochschule mehrere Supermärkte, Tankstellen sowie die Werkshallen der Firma Feuerpowertrain. Bis 16 Uhr sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Sollte die Bombe in der Folge nicht entschärft werden können, wird sie in den Abendstunden abtransportiert und auf dem entsprechenden Gelände bei Wernrode kontrolliert zur Sprengung gebracht.
An der Fundstelle (Foto: P. Grabe, Pressestelle Rathaus)








































