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Di, 18:39 Uhr
17.08.2004

nnz-Forum: Der Preis der Freiheit!

Nordhausen (nnz). „Ja, ich war gestern auf der Hartz IV Demo in Nordhausen und ich habe zugehört und das sehr aufmerksam.“ So beginnt ein Leserbrief von Marcel Hardrath im nnz-Forum. Was der nnz-Leser noch mitzuteilen hat, das erfahren Sie mit dem entsprechenden Klick auf MEHR.


„Auch gerade an den Stellen habe ich zugehört, wo es um die Bezeichnung Montagsdemo ging. Viele Redner sprachen davon, dass man schon einmal eine Regierung zum Teufel gejagt hätte und das der Begriff gerechtfertigt sei, weil es hier auch um die tiefe Kluft zwischen Regierung und Bevölkerung ginge, eben wie 1989. Man sprach bei Begründung auch von Verletzungen der Menschenrechte, dass diese Politik menschenverachtend sei, eben wie 1989. Ich habe sehr aufmerksam zugehört und ich habe eine Meinung dazu und auch wenn sie der Masse der Demonstranten widerspricht, werde ich keinen Hehl daraus machen.

Von 1949 bis 1989 sind an den Grenzen der DDR 1065 Menschen durch das Grenzregime umgekommen, das war in meinen Augen menschenverachtend. Bis zur Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 1987, wurden in der DDR 205 Menschen hingerichtet, bis 1967 durch die Guillotine und dann bis 1987 durch den „unerwarteten Nahschuss“, das war in meinen Augen menschenverachtend. Viele Tausende saßen aufgrund regimekritischer Äußerungen in Gefängnissen, das war in meinen Augen menschenverachtend.

Die Hartz IV Reformen sind sehr hart und sehr schmerzhaft für viele Bürger, aber sie sind nicht menschenverachtend. In der Bundesrepublik Deutschland wird niemand gezwungen unter einer Brücke zuschlafen und um sein Leben gebracht. Es ging 1989 um Selbstbestimmung, freie Wahlen, um Freiheit der Rede und Meinung und vor allem um Menschenrechte, die von dem Regime mit Füßen getreten wurde.

Das, was wir heute erleben, ist Kritik an einer Regierung, Teilen der Politik und Kritik an schmerzhaften Veränderungen. Es sind Hartz IV Demos egal ob 100 Menschen dabei sind oder 30.000, die Masse macht keine Montagsdemo aus, sondern die Begründung. Es geht mir nicht darum, diese falsche Reform zu verteidigen, ich möchte nur daran appellieren, dass sich die Nordhäuser Bürger selbst über die Reformen informieren und sich nicht von Rechten, Linken und sonstigen Trittbrettfahrern instrumentalisieren lassen. Das Anstimmen von „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ und die seltsame Kritik an der Nordhäuser Rathausspitze, sollte doch bedenklich stimmen.
Marcel Hardrath, Nordhausen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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