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Mo, 06:21 Uhr
09.08.2004

Ein musikalisches Gebet

Nordhausen/Sondershausen (nnz). Kein Husten war zu hören. Kein Rascheln von Programmblättern, als am gestern Abend in der Trinitatiskirche Sondershausen die ersten Klänge des Weimarer Vokalensembles inCanto erklangen. Nnz-Autorin Katrihn Landgraf hörte dennoch zu.


In die andächtige Stille flossen glockenklare Stimmen mit Werken der Komponisten Jacob Obrecht und Josquin Despréz die Musik für den Hof Friedrichs des Weisen schrieben. Ihre Werke waren es, die sekundenlangen Nachhall in einer absolut stillen Kirche verursachten und dem Publikum somit einen unvergessliches Klangerlebnis bescherten.Eingangs war die Antiphonmelodie "Beata progenies" zu hören, auf die die Missa Beata progenies folgte. Zwei Werke die unmittelbar nebeneinander gehören, da sie sich in sich selbst ergänzen und auf einander aufbauen. So überdauerte die Messe von Obrecht die Jahrhunderte einzig in einem Manuskript.

Ihr liegt die Antiphonmelodie des Beginnes zugrunde, die im Mittelalter besonders in England verwendet wurde. Die Entdeckung der bisher unbekannten, qualitativ hochwertigen Messe, löste bei der Wissenschaft eine spektakuläre Reaktion aus und man vermochte sie mit einem unbekannten Streichquartettes Haydns vergleichen. Solche Werke der Vergessenheit zu entreißen, machte sich inCanto zur Aufgabe und will somit ein Stück der alten franko-flämischen und mitteldeutschen Musiktradition lebendig machen.

Zusammengefunden haben sich die Sängerinnen und Sänger aus ausnahmslos renommierten Chören 1999 in Weimar und sind auch heute noch unter der Leitung von Tilo Krause auf Tournee. Vordergründig sind Komponisten des Mittelalters und des Barock. Wie auch an diesem Abend, dem schon ein Rundfunkgottesdienst der live im mdr Kultur übertragen wurde am Morgen zugehört. Beide Veranstaltungen gehören zur Thüringer Landesausstellung, die schon viele Besucher in die Musikstadt zog.

Das nächste Konzert wird am Mittwoch den 11.8. in der Trinitatiskirche zu erleben sein. Roman Perucki aus Polen wird dann unsere prachtvolle Hey-Orgel mit Werken von Bach und Janca zum klingen bringen.
Katrin Landgraf
Autor: nnz

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