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Mo, 08:28 Uhr
17.10.2016
Limlingerode

HausART in der Dichterstätte

Als die „Dichterstätte Sarah Kirsch“ Ende Juni ihre Pforten nach der Behebung der Wasserschäden wieder für literarische Veranstaltungen öffnen konnte, wurde auch die Tradition der Kunstausstellungen, der HausARTEN, wieder aufgenommen. Die Hallenser Künstlerin Kathrin Röder wird ihre "Collagen" zeigen...

Der Künstler Lutz-Martin Figulla aus Wolkramshausen, der sich intensiv der Gestaltung von Metall verschrieben hat, gab der unteren Etage für vier Monate mit seinen konstruktiven Bildern aus Metall und seinem Faible für farbenreiche Emaillearbeiten, mit seinen Schalen und Gefäßen, mit seinen Plastiken die besondere Prägung.

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Da künstlerisches sich Ausdrücken seit Menschengedenken nie versiegt und in reicher Vielfalt von Künstlerinnen und Künstlern angeboten wird, gibt es in den Räumen des Hauses für Lyrik ab dem 29. Oktober die nächste HausART.

Diese wird von einer jungen Hallenserin gestaltet, deren Name im Titel der Ausstellung auftaucht: „Katrin Röder – Collagen“. Sie ist besonders im mitteldeutschen Raum eine bekannte Künstlerin. Seit 1998/2000 werden ihre Arbeiten regelmäßig z. B. in Halle, Leipzig,Magdeburg, Erfurt, Naumburg, Quedlinburg ausgestellt. Ihre Kunst befindet sich im privaten und öffentlichen Besitz. Die Laudatio in Limlingerode hält der Nordhäuser Steffen Adam.

Katrin Röder - Collagen in der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode (Foto: Heidelore Kneffel) Katrin Röder - Collagen in der Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode (Foto: Heidelore Kneffel) Zur Welt kam sie 1963 in Halle an der Saale. Nach dem Abitur wandte sie sich den Sprachen Englisch und Spanisch an der Universität Leipzig zu und arbeitete als Sprachmittlerin. Dann jedoch entschied sie sich für ein neues Studium im Studiengang Malerei/Grafik, Fachgebiet Textil an der Hochschule für Kunst und Design Halle/Burg Giebichenstein, wo sie 1998 das Diplom ablegte. Sie ließ noch ein zweijähriges Aufbaustudium an der selben Hochschule folgen.

Mit dieser soliden Grundlage ausgestattet, arbeitet Katrin Röder seit 2000 als freischaffende Künstlerin und wurde mit Arbeitsaufenthalten und Stipendien an unterschiedlichen Orten ausgezeichnet. Darunter auch das Schloss Wiepersdorf, eine Stiftung des Kulturfonds Berlin, ehemaliger Besitz des Dichterpaares Bettina und Achim von Arnim. Dieses Refugium für Stipendiaten ist auch bekannt durch den Aufenthalt der Dichterin Sarah Kirsch, weil sie darüber 1976 ihren berühmten Wiepersdorf-Zyklus verfasste, veröffentlicht im Lyrikband „Rückenwind“.

Mitglieder des Fördervereins wurden auf die Künstlerin Katrin Röder durch ihre Kunst-Kalender aufmerksam. Der von 2016 z. B. hat die Moritzburg in Halle zum Thema. Das Format beträgt 35 x 25 cm. Sie arbeitet mit handgeschöpftem Papier und komponiert ihre Collagen mit unterschiedlichen Materialien. Jedes Blatt ist ein Original, also alle 12 Motive sind Unikate, das gilt für jeden einzelnen Kalender. Selbstverständlich sind die Arbeiten handsigniert. Dem Kalender ist ein Text beigegeben, der die einzelnen Motive erläutert. Ein Monatsblatt trägt den Titel „Salbgefäße u. Salzkörbe“ und wird so erläutert: „Das Wappen der Maria-Magdalena-Kapelle zeigt die Attribute Maria Magdalenas, die Salbgefäße und Salzkörbe als Hinweis auf Halles weißes Gold. Der Greif ruht sich aus. Er hat sich verirrt auf dem Weg zu seinem Herrn, dem Heiligen Mauritius.“

Wir freuen uns, dass Katrin Röder neben anderen Arbeiten nach Limlingerode auch den Kalender für 2017 mitbringt. Die Collagen widmen sich dieses Mal den Jahreszeiten.

Selbstverständlich verwendet sie wieder mit der Hand geschöpfte Papiere. Das würde Sarah Kirsch sehr gefallen, denn sie liebte leidenschaftlich edle Papiere, auf die sie dann auch gern mit ihren wunderbaren Schriftzügen ihre Gedicht-Autographen schrieb. Im neuen Kalender befinden sich auch gestickte Passagen, geschredderte Banknoten tummeln sich, Lametta breitet sich aus und goldene und silberne Folien leuchten edel, um einige Bestandteile zu benennen. Es ist also am 29.10.2016 möglich, einen ganz und gar mit originaler Kunst gestalteten Kalender für 2017 zu erwerben. Die Ausstellung dauert bis zum Jahresende, kann zu den Veranstaltungsterminen am 19.11. und 17.12 besichtigt werden, aber auch Sonderführungen sind möglich, wenn man vorher seinen Terminwunsch unter der Nummer 03631/990 960 den Mitgliedern des Fördervereins rechtzeitig mitteilt.

Für diesen Nachmittag des 29. Oktober hat Karin Kisker ab 14.30 Uhr ein Programm über die Lyrikerin Christine Lavant, eigentlich Habernig, geb. 1915 bei St.Stefan im Lavatal, in Österreich, gest. 1973, zusammengefügt. Der Besucher begegnet einer ungewöhnlichen Frau, deren Biographie und Sprachkraft man sich nicht entziehen kann. Beides hallt noch lange nach. „Ich habe eine Welt und diese Welt brennt! Und wo etwas brennt, da entsteht Kraft. Und diese Kraft reißt mit!“
Autor: red

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