Mo, 06:38 Uhr
17.10.2016
Forum:
Willkommen im postfaktischen Zeitalter
Nachdem unsere Bundeskanzlerin diesen Begriff nach der Berlin-Wahl gebrauchte, hat ein Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen einmal nachgeschaut, was man unter postfaktisch versteht. Dabei ist er zu folgendem Ergebnis gekommen...
Das Wort postfaktisch kann man gemeinhin als Zusammensetzung aus "post", also nach oder danach, und "Fakt" für Tatsache - also "nachfaktisch" erklären. Was so viel heißt: sich von Emotionen, von Gesichtern, Geschichten und Gefühlen leiten lassen, denn Fakten spielen dabei keine Rolle mehr. Das könnte also auch heißen: was man fühlt, ist auch Realität."
Beispiel: Die große Koalition hat das Asylrecht massiv verschärft, die Flüchtlingszahlen sinken, Deutschland steht wirtschaftlich bestens dar. Alles okay, denn jetzt sind scheinbar Gefühle Realität.
Am Wochenende, während des Treffens der Jungen Union, hat die BK wiederum eine Verschärfung der Abschiebung nichtberechtigter Asylberechtigter gefordert, nicht ohne in einem Nebensatz zu erwähnen, soweit dies möglich ist. Also wird jetzt verschärft abgeschoben. Gefühlt zu mindestens.
Wenn wir schon mal bei dem nun zu Ende gehenden Wochenende sind, hier einige gefühlte Realitäten aus der Presse:
Südharzer 333, der vollständige Name ist der Redaktion bekannt.
Autor: redDas Wort postfaktisch kann man gemeinhin als Zusammensetzung aus "post", also nach oder danach, und "Fakt" für Tatsache - also "nachfaktisch" erklären. Was so viel heißt: sich von Emotionen, von Gesichtern, Geschichten und Gefühlen leiten lassen, denn Fakten spielen dabei keine Rolle mehr. Das könnte also auch heißen: was man fühlt, ist auch Realität."
Beispiel: Die große Koalition hat das Asylrecht massiv verschärft, die Flüchtlingszahlen sinken, Deutschland steht wirtschaftlich bestens dar. Alles okay, denn jetzt sind scheinbar Gefühle Realität.
Am Wochenende, während des Treffens der Jungen Union, hat die BK wiederum eine Verschärfung der Abschiebung nichtberechtigter Asylberechtigter gefordert, nicht ohne in einem Nebensatz zu erwähnen, soweit dies möglich ist. Also wird jetzt verschärft abgeschoben. Gefühlt zu mindestens.
Wenn wir schon mal bei dem nun zu Ende gehenden Wochenende sind, hier einige gefühlte Realitäten aus der Presse:
- Bildzeitung: Spanier mit marokkanischen Wurzeln nach Vergewaltigung einer 90zigjährigen von Polizei festgenommen
- Merkur: Garmisch-Partenkirchen verändert sich, Frauen sollten nach Einbruch der Dunkelheit bestimmte Ortsbereiche meiden
- Welt: Untergetauchte Asylbewerber erschweren Schätzung von Illegalen (Zählen unmöglich)
- Freie Presse: Mehrere Verletzte bei Streit in Asylbewerberunterkunft in Schneeberg
- Mitteldeutsche Zeitung: Streit in Zentraler Aufnahmestelle in Halberstadt, 19jähriger schwer verletzt
- Diverse Blätter: Gauck kann sich muslimischen Nachfolger vorstellen
- Dito: Volker Beck (Grüne) empfiehlt Deutschen schon mal, arabisch zu lernen
- Dito: Parteikollegin Roth empfindet brutalen Hass (ist glaube schon etwas älter) aber es könnte auch heißen: Roth gegen alle
- Dito: Lammert gegen weitere Diskussionen mit Rechtspopulisten
- Dito: Junger Syrer empfiehlt arbeitslosen, hasserfüllten deutschen Internetnutzern das Land zu verlassen
- Kronenzeitung (Österreich): Judenhass spielt für Muslime eine große Rolle
Südharzer 333, der vollständige Name ist der Redaktion bekannt.
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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