Mi, 10:09 Uhr
28.07.2004
Stimmung bleibt angeheizt
Nordhausen (nnz). Bereits in der vergangenen Woche berichtete die nnz über unerfreuliche Entwicklungen in der Nobas. Jetzt machen die Arbeitnehmer erste Vorschläge, wie ihr Sanierungsbeitrag aussehen könnte.
Oberstes Ziel aller Beratungen der vergangenen Tage war, eine Betriebsschließung in Nordhausen zu verhindern. Das machte Astrid Schwarz Zaplinski von der IG Metall exklusiv gegenüber nnz deutlich. Mit Unverständnis habe die Gewerkschaft jedoch auf einige Schritte der Unternehmensleitung reagiert. Neben den in der vergangenen Woche verschickten Briefen an die Mitarbeiter seien im Unternehmen noch einmal Zettel verteilt worden, in denen die Mitarbeiter sich entscheiden sollten, ob sie mit den Vorschlägen der Geschäftsleitung einverstanden seien oder nicht.
Statt dessen seien auf einer Mitgliederversammlung der IG Metall in dieser Woche die Positionen dargelegt worden. Es gebe mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat nur Verhandlungen, die geltenden Gesetze zur Grundlage hätten. Das seien das Betriebsverfassungsgesetz und das Tarfivertragsgesetz. Die Mitglieder der IG Metall – in der Nobas gibt es eine Organisationsgrad von rund 80 Prozent – haben gleichzeitg auch Vorschläge für ihren Sanierungsbeitrag gemacht. So soll es dem Betriebsrat ermöglicht werden, einen Sachverständigen nach seiner Wahl hinzu zu ziehen, der Zugang zu allen erforderlichen Betriebsunterlagen bekommen soll. Dessen Arbeit soll schließlich zur Grundlage des weiteren Vorgehens in den Verhandlungen gemacht werden. Weiterhin könnten die Nobas-Beschäftigten auf die angebotene Gewinnbeteiligung verzichten. Auch soll die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über die Flexibilsierung der Arbeitszeit aufgefordert werden. Bislang gebe es das nicht.
Welche Auswirkungen die von der Unternehmensleitung geforderten Einschnitte hätten (siehe nnz-Archiv), das machte Schwarz-Zaplinski gegenüber nnz deutlich. So würde letztlich ein Arbeitnehmer mit der Lohngruppe 6 auf 1,97 Euro Stundenlohn verzichten. Kaufmännische Angstellte hätten demnach fast 600 Euro weniger in der Lohntüte als es derzeit der geltende Tarifvertrag im metallverarbeitenden Gewerbe hergebe. Und das betreffe nur den reinen Grundlohn, Leistungszuschläge nicht inbegriffen. Rechne man die von der Arbeitgeberseite vorgeschlagene Arbeitszeitverlängerung auf 42 Stunden sowie die bereits bestehenden Verzichte der Belegschaft auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld hinzu, dann würden die Nobas-Beschäftigten noch einmal auf einen Monatslohn verzichten müssen.
Auch aus dieser Sicht seien die vorgeschlagenen Maßnahmen der Geschäftsleitung nicht hinnehmbar, so die Gewerkschaft. Wohl aber sollten so schnell wie möglich die Gespräche mit der Arbeitgeberseite weitergeführt werden. Grundlage seien jedoch geltende Gesetze.
Autor: nnzOberstes Ziel aller Beratungen der vergangenen Tage war, eine Betriebsschließung in Nordhausen zu verhindern. Das machte Astrid Schwarz Zaplinski von der IG Metall exklusiv gegenüber nnz deutlich. Mit Unverständnis habe die Gewerkschaft jedoch auf einige Schritte der Unternehmensleitung reagiert. Neben den in der vergangenen Woche verschickten Briefen an die Mitarbeiter seien im Unternehmen noch einmal Zettel verteilt worden, in denen die Mitarbeiter sich entscheiden sollten, ob sie mit den Vorschlägen der Geschäftsleitung einverstanden seien oder nicht.
Statt dessen seien auf einer Mitgliederversammlung der IG Metall in dieser Woche die Positionen dargelegt worden. Es gebe mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat nur Verhandlungen, die geltenden Gesetze zur Grundlage hätten. Das seien das Betriebsverfassungsgesetz und das Tarfivertragsgesetz. Die Mitglieder der IG Metall – in der Nobas gibt es eine Organisationsgrad von rund 80 Prozent – haben gleichzeitg auch Vorschläge für ihren Sanierungsbeitrag gemacht. So soll es dem Betriebsrat ermöglicht werden, einen Sachverständigen nach seiner Wahl hinzu zu ziehen, der Zugang zu allen erforderlichen Betriebsunterlagen bekommen soll. Dessen Arbeit soll schließlich zur Grundlage des weiteren Vorgehens in den Verhandlungen gemacht werden. Weiterhin könnten die Nobas-Beschäftigten auf die angebotene Gewinnbeteiligung verzichten. Auch soll die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über die Flexibilsierung der Arbeitszeit aufgefordert werden. Bislang gebe es das nicht.
Welche Auswirkungen die von der Unternehmensleitung geforderten Einschnitte hätten (siehe nnz-Archiv), das machte Schwarz-Zaplinski gegenüber nnz deutlich. So würde letztlich ein Arbeitnehmer mit der Lohngruppe 6 auf 1,97 Euro Stundenlohn verzichten. Kaufmännische Angstellte hätten demnach fast 600 Euro weniger in der Lohntüte als es derzeit der geltende Tarifvertrag im metallverarbeitenden Gewerbe hergebe. Und das betreffe nur den reinen Grundlohn, Leistungszuschläge nicht inbegriffen. Rechne man die von der Arbeitgeberseite vorgeschlagene Arbeitszeitverlängerung auf 42 Stunden sowie die bereits bestehenden Verzichte der Belegschaft auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld hinzu, dann würden die Nobas-Beschäftigten noch einmal auf einen Monatslohn verzichten müssen.
Auch aus dieser Sicht seien die vorgeschlagenen Maßnahmen der Geschäftsleitung nicht hinnehmbar, so die Gewerkschaft. Wohl aber sollten so schnell wie möglich die Gespräche mit der Arbeitgeberseite weitergeführt werden. Grundlage seien jedoch geltende Gesetze.

