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Di, 10:27 Uhr
06.09.2016
7. Thüringer Jugendpolitiktag

Am Ende steht die gemeinsame Entscheidung

Über Politik und Demokratie wird gerne viel geredet. Wie aber die Prozesse aussehen an deren Ende eine Entscheidung steht, das wissen die wenigsten. Einige Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis können das heute einmal ganz praktisch ausprobieren...

7. Thüringer Jugendpolitiktag in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel) 7. Thüringer Jugendpolitiktag in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)

Mit 16 Jahren hat man vieles im Kopf, Politik und politische Prozesse stehen da bei den wenigsten ganz oben auf der Liste. Von Kommunalpolitik ganz zu schweigen. Andererseits fangen die eigenen Überzeugungen und Werte an sich deutlicher zu formen. Eigentlich der beste Zeitpunkt, um Jugendliche für Politik zu interessieren.

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Im Nordhäuser Bürgerhaus wählte die Konrad-Adenauer-Stiftung heute einen ganz praktischen Weg, ein paar jungen Leuten zu zeigen, wie Kommunalpolitik gemacht wird.

"Sozialkundeunterricht so hautnah bekommen sie sonst nicht", sagte Carola Böck, Leiterin der Ellricher Regelschule, die ihren Schülern die Wahl gelassen hatte, ob sie an der Veranstaltung teilnehmen wollen, oder nicht. Immerhin zehn Interessierte fanden sich. Neben den Ellrichern waren auch das Bleicheröder Gymnasium und die Regelschule Käthe-Kollwitz vertreten.

Begrüßt wurden die Schülerinnen und Schüler auch durch Oberbürgermeister Zeh. In einem Parlament müsse es auch einmal Streit geben, meinte der OB, denn Streit sei nicht per se schlecht sondern notwendig um am Ende zur besten Lösung zu kommen. "Am Ende steht die Entscheidung, die man gemeinsam tragen muss", sagte Zeh und hob die Bedeutung des lokalen hervor. Das meiste, was einem tagtäglich begegne, werde vor Ort entschieden, deswegen sei es wichtig, das man sich einmische.

Durchexzeriert werden sollte das kommunalpolitische Prozedere an drei Beispielen - wie soll die Förderung von Jugendeinrichtungen im Landkreis aussehen? Wie kann ein Spielplatzkonzept gestaltet werden und braucht Nordhausen ein Kinder- und Jugendparlament? Nach gemeinsamen Workshops mit den Leuten, die für eben diese Fragen in den Verwaltungen auch tatsächlich zuständig sind, werden sich die Schülerinnen und Schüler dann am Nachmittag als Stadträte versuchen können, wenn es darum geht, gemeinsame Lösungen zu finden.

Auf die tatsächliche Kommunalpolitik werden die Ergebnisse freilich keinen Einfluss haben, es geht beim Jugendpolitiktag vor allem um den Erkenntnisgewinn, um Unterricht am anderen Ort und mit anderen Mitteln. Vielleicht weckt der Tag aber auch bei dem einem oder anderen tatsächlich das Interesse für das schalten und walten der Stadtparlamente. Und dann könnte es auch was werden mit einem Jugendparlament für die Stadt. Das es das geben soll, dass haben die Erwachsenen schon beschlossen, 15 Interessierte Jungparlamentarier müssen sich indes noch finden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Peter59
06.09.2016, 16:03 Uhr
Letzte Instanz....
Neue Wähler braucht das Land und keine "Abnicker", der Ansatz ist gut, aber hoffentlich werden nicht Jugendliche vereinnahmt, um die "sogenannten Volksparteien" zu stützen..... Vielleicht sollte DR. Zeh mal das Parteienspectrum in Deutschland erklären und auch warum die "Merkel-CDU" immer mehr Rückenhalt verliert... Hier wäre mal Kritik eines "Parteisoldaten" angesagt, aber er kann nicht über seinen Schatten springen, Ihre "Rente" ist doch sicher, wagen Sie doch endlich mal was......
Schultze
06.09.2016, 20:54 Uhr
Keine Lehrer in der Schule, aber Politik spielen!
Die Schüler wurden von ein paar ausgesuchten Parteien vereinnahmt. Beim Spiel mit Dr. Zeh wo die Schüler in Parteien aufgeteilt wurden, wurden einige Parteien ausgelassen. Wird denn etwa mit Steuergeldern indirekter Wahlkampf gemacht? Da Schüler der Käthe Kollwitz Schule dabei waren, möchte ich an einen Ausspruch von Käthe Kollwitz erinnern, der lautet: "Die Freiheit ist immer die Freiheit der anders denkenden."
Soviel zum Politik Spiel mit Dr. Zeh mit ausgesuchten Parteien.
Es war für manche Schüler ein interessanter Sozialkundetag. Witzig und Traurig ist nur das die Schüler zwar von der Sozialkunde Lehrerin begleitet wurden, aber dieses Schuljahr noch keine einzige Sozialkunde Stunde hatten, weil die Sozialkundelehrerin Mathe machen muss, weil 2 Mathelehrer nie da sind und vom Schulamt kein Ersatz kommt und auch nicht kommen wird. Obwohl klar war das die eine Mathelehrerin nie da ist, ist sie trotzdem als Klassenlehrerin eingesetzt wurden. Es sollen angeblich demnächst Unterrichtsfreie Tage geben, weil keine Lehrer da sind. Das wären vielleicht Probleme, wo sich Politiker einsetzen könnten. In den Freizeiteinrichtungen, die im Artikel erwähnt wurden, können dann die verdummten Schüler betreut werden. Bitte bei der Planung aber nicht die Ganztagsbetreuung vergessen, für Tage wo der Unterricht komplett ausfällt, wegen Lehrermangel.
Wenigstens lernen die Flüchtlingskinder deutsch, damit sie mal die Führung im Land übernehmen können.
Röhrich2
06.09.2016, 22:50 Uhr
Schultze ist leider so,
in der Heringer Schule gibt es anscheinend keinen Musikunterricht mehr. Ok, ist zwar kein Hauptfach, aber wo führt das hin? Milliarden Euros für alle möglichen Sachen in der Welt werden aus dem Hut gezaubert, für die ausreichende Anzahl an Lehrern im eigenen Land scheinen die Mittel nicht zu reichen. Wir schaffen uns ab.
Howie
07.09.2016, 09:18 Uhr
@Schultze
Der Ausspruch stammt von Rosa Luxemburg. Aber lassen Sie mal gut sein.
Käthe Kollwitz prägte den denkwürdigen Aphorismus: "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden."

Beste Grüße
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