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Di, 14:58 Uhr
13.07.2004

„Nimm zwei“ an der Fachhochschule

„Nimm zwei“ an der Fachhochschule (Foto: nnz) „Nimm zwei“ an der Fachhochschule (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Sie rennen die Wipper zwischen Wipperdorf und Sondershausen entlang. Sie paddeln auf den Kiesteichen umher und sie wühlen in stinkenden Abwässern herum. Und das alles im Auftrag der Wissenschaft. Wenn sie mehr über diese Menschen erfahren wollen, dann sollten sie klicken.


Der Studiengang Flächen- und Stoffrecycling nimmt aktuelle Herausforderungen der Praxis in sein Ausbildungskonzept auf. Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit von geologischen und ingenieurtechnischen Ansätzen. Geoingineering soll das Zauberwort heißen. Die Diplomarbeiten der Studenten sind so vielfältig wie die möglichen Aufgabengebiete. So kennt Susan Möhrstädt die Wipper zwischen Wipperdorf und Sondershausen inzwischen ganz genau. Jede Biegung, jede Brücke hat sie kartiert und die Einflüsse des Kalibergbaus auf den Fluss und seine Umgebung protokolliert. Mit Sonden im Fluss hat sie im Auftrag der Kali-Umwelttechnik Sondershausen GmbH gemessen, welche Parameter sich verschieben.

Sebastian Huck befuhr mit einem Boot im vergangenen Sommer die Kiesteiche bei Nordhausen und hat diese gemeinsam mit der Hydrogeologie Nordhausen GmbH ingenieurtechnisch untersucht. Taucher hat er in die Tiefen geschickt, um die Feinstablagerungen auf dem Seeboden und im Böschungsbereich zu untersuchen. Falk Ehrenpfordt hat eine Pflanzenkläranlage auf dem Gelände der FHN eigenhändig aufgebaut und bewertete die Reinigungskraft durchfließender Abwässer aus dem Hörsaalgebäude 19 des Campus.

Dies sind Beispiele für Diplomarbeiten im Schwerpunkt Geoengineering im Studiengang Flächen- und Stoffrecycling, die ganz bewusst interdisziplinär ausgerichtet sind und Ergebnisse erzielen, die praktisch und direkt verwertbar sind. Denn auch die Ausbildung der Studierenden zielt darauf, ingenieurtechnische Grundlagen sowie geowissenschaftliche Kenntnisse zu Gestein, Böden, Pflanzen und Klima zu vermitteln. Sei es im Gelände oder im Labor, der Mix macht es und ermöglicht erst das Verständnis für das komplexe Zusammenwirken von Mensch, Technik und Umwelt, das für zukunftsweisende und praktikable Lösungsansätze unverzichtbar ist.

Ein anderer Schwerpunkt beleuchtet eine Umweltsünde, die der Mehrheit der Bevölkerung insbesondere in nicht so dicht besiedelten Gebieten bisher als lässliche Sünde erschien. Denn während alle von der Endlichkeit der Rohstoffreserven sprechen, ist die wichtigste und umfassende Ressource aus dem Blick der Öffentlichkeit geraten: Der Boden, die Fläche in Deutschland ist endlich und wird immer knapper. Täglich werden auch bei leicht sinkendem Pegel 107 ha verbraucht. Der Landschafts-verbrauch bedroht zunehmend die Umwelt. Wo liegen Potenziale, wie kann der Flächenverbrauch sinnvoll gesteuert werden? Ein Ansatz liegt in der Nutzung des Untergrunds für Stadt- und Verkehrsplanungen in der Zukunft. Interessanter und nicht nur auf den ersten Blick günstiger erscheint jedoch die Nutzung brachgefallener Flächen und Gebäude, ein Schwerpunkt der umfassenden Ausbildung in Nordhausen. Das Zauberwort heißt "Intelligentes Flächen-management".

Die ingenieurtechnische und geowissenschaftliche Ausbildung in Nordhausen wird ergänzt durch interdisziplinäre Wissenschaften wie Betriebswirtschaftlehre, Umweltrecht und eine studiumsbegleitende Sprachenausbildung. Zur Zeit wird der Schwerpunkt Geoengineering als Diplom-Studiengang "Flächen- und Stoffrecycling" mit 8 Pflichtsemestern (davon ein Praktikumsemester und ein Semester für die Diplomarbeit) angeboten. Die Einschreibungsfrist endet am 15. September 2004. Bewerbungen sind zu richten an das Studien-Service-Zentrum der FH Nordhausen, Weinberghof 4, 99734 Nordhausen, E-Mail ssz@fh-nordhausen.de
Autor: nnz

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