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Do, 20:38 Uhr
11.08.2016
nnz-doku

Bürgerinitiative nimmt Stellung

Angefeuert von dem kurzfristig vom Stadtrat anberaumten „Bürgerdialog“ zum Thema Thomas Mann Klub wurde in der vergangenen Woche eine Diskussion in den Medien zu diesem Thema geführt. Einige der von Vertretern der Stadtverwaltung aufgeführten Behauptungen können von der Bürgerinitiative nicht unerwidert bleiben...


So wurde in der örtlichen Presse behauptet, dass bei dem Vereinshaus Einnahmen in Höhe von 5000 € den jährlichen Ausgaben von 20.000 € gegenüberstehen würden. Laut Zahlen, die uns von der Stadtverwaltung im Juni diesen Jahres zur Verfügung gestellt wurden, belaufen sich die jährlichen Einnahmen auf 9.595,02 € und die jährlichen Ausgaben auf 15.650,19 €. Macht eine Differenz von 6.055,17 €, die der Betrieb des Thomas Mann Klubs derzeit der Stadt kostet.

Kennt Die Stadtverwaltung ihre eigenen Zahlen nicht? Auffällig ist, dass bei der Aussage an die Presse die Einnahmen nach unten gerundet wurden; die Ausgaben jedoch nach oben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. So kann man (zumindest versuchen), Meinung zu machen.

Weiterhin ist von einem Verkehrswert des Gebäudes laut Gutachten in Höhe von 240.00 € die Rede. Verschwiegen wird hierbei, dass es ein weiteres Gutachten gibt, das einen erheblichen Sanierungsstau bescheinigt. Näheres zu diesen beiden Gutachten konnte die Bürgerinitiative bisher nicht in Erfahrung bringen, da diese kurzerhand als geheim eingestuft wurden.

Transparenz gegenüber den Bürgern sieht anders aus. Aber eins steht fest: die angeblichen 240.000 €, die die Stadt hier so wacker in die Diskussion wirft, dürften bei einem Verkauf niemals erzielt werden. Zum Vergleich: die gegenüberliegende Villa der alten Bibliothek wechselte für 180.000 € von städtischen- in Privateigentum.

Und wer wie Frau Krauth behauptet, er könne den städtischen Millionenhaushalt mit solchen Beträgen sanieren, macht sich doch lächerlich.

Es zieht sich wie eine rote Linie durch die Verhandlungstaktik der Stadtverwaltung zu diesem Thema: an einem wirklichen Dialog mit den Bürgern und Vereinen ist die Stadt garnicht interessiert, es geht nur darum, die einmal beschlossenen Agenda trickreich durchzudrücken. Man versucht, die Bürger für dumm zu verkaufen.

Die Bürgerinitiative vertritt die Mehrzahl der im Haus tätigen Vereine, und diese sind nicht gewillt, das Haus aufzugeben und sich einfach neue Räumlichkeiten zu suchen. Das Haus ist perfekt für die Nutzung als Vereinshaus. Viele Gemeinden im Landkreis Nordhausen verfügen über ein Dorfgemeinschaftshaus, wo das gesellschaftliche Leben weitgehend jenseits von kapitalistischen Konsumzwängen stattfinden kann.

Nur in Nordhausen, der Kreisstadt, wird alles plattgemacht, womit kein Profit erwirtschaftet werden kann. Wer daran glaubt, dass das Leben der Menschen nicht nur nach materiellen Maßstäben geordnet werden sollte, dass der Mensch „nicht nur vom Brot allein“ lebt, sollte uns hierbei unterstützen.
Bürgerinitiative Vereinshaus Thomas Mann
Autor: nnz

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Kommentare
NDHler
11.08.2016, 23:25 Uhr
Prima!
Mag ja alles richtig sein was sie da behaupten, aber glauben sie allen ernstes sie verhindern die Schließung durch die Blockade des angebotenden Dialogs?!
Wohl kaum!
Luftikus
11.08.2016, 23:29 Uhr
Bürgerinitiative ohne Niveau
Was ist das für ein sinnloser Pressetext. Man sammelt Unterschriften, forciert sie zu einem Bürgerantrag und dann lässt man einen Bürgerdialog platzen. Das zeigt doch, dass man sich gar keinen Diskussionen stellen will!
Die ehemalige Bibliothek ist zudem für deutlich mehr Geld verkauft wurden, als hier im Beitrag behauptet. Hier noch falsche Zahlen einzuwerfen unterstreicht das Unprofessionelle.
altmeister
12.08.2016, 06:42 Uhr
Schlammschlacht
Jegliche Diskussionen hätten im gestrigen Dialog geführt werden können, hätten im Rahmen des gestrigen Dialoges öffentlich angesprochen werden können!
Dieser Artikel ist keine Diskussion, ich sehe nur, dass Stimmung gemacht werden will, ein echtes Interesse hätte dargestellt werden können, wenn am angebotenen Gespräch teilgenommen worden wäre.
Wo waren denn die so zahlreichen Unterstützer, welche unterschrieben haben? So wichtig ist es denen anscheinend doch nicht, wofür sie ihre Unterschrift gegeben haben!
Zukunft
12.08.2016, 08:25 Uhr
Dialog?
Was ist ein Dialog? Die Stadt war an dieser Veranstaltung interessiert, weil sie glaubt, die besseren Argumente zu haben. Welche Argumente? Natürlich Kosten. Ich kann Zahlen so und so interpretieren, sie mit einer bestimmten Botschaft ausschmücken. Es gibt immer Argumente und Gegenargumente.

So wie dargestellt, dominieren wirtschaftliche Interessen und werden dem heroischen Ziel, der Sanierung des Haushaltes untergeordnet. Da sehen aber einige jetzt schlecht aus. Warum haben Herr Dr. Zeh und Frau Rinke das Problem nicht schon vor Jahren angepackt? Wo war Herr Dr. Zeh bei dieser Veranstaltung? Nimmt die Bürgermeisterin das Zepter jetzt in die Hand? Da sie in der Region nicht so verwurzelt ist, wie Dr. Zeh und Frau Rinke, sondern nur der
Arbeitsort und Kariere Ort Nordhausen ist, ist das Agieren leichter.

Ich kann nicht beurteilen, ob der Verkauf des Hauses die finanzielle Lage der Stadt gravierend verändert. Aber Millionen werden durch den Verkauf nicht erzielt. Aber Millionen fließen in die Flohburg, das Kunsthaus, das Theater, den Tabakspeicher usw. Da diese Objekte politisch nicht zur Disposition stehen, geraten eben andere Objekte in den Fokus.
Waldemar Ceckorr
12.08.2016, 11:48 Uhr
als immobilieneigentümer
stellt sich mir die frage, kann ich mir das leisten oder nicht.
wenn nicht einmal die betriebskosten eingespielt werden, ist das schonmal ein minusgeschäft.
wie hoch jetzt die zahlen im einzelnen wirklich sind ist zweitrangig. minus bleibt minus.
hinzu kommt noch der sanierungsbedarf, dazu muss ich nicht einmal ein gutachten haben, einmal um's haus, einmal durch's haus und jeder erkennt was da los ist.
habe ich keine möglichkeit das haus zu sanieren, muss ich es auch nicht halten, denn besser wird es dadurch nicht und eine finanzielle gesundung der stadt ist nicht in sicht, ergo bleibt nur der verkauf.
die stadtfinanzen werden damit zwar auch nicht wesentlich aufgebessert, aber für das haus besteht zumindest die möglichkeit einer sanierung.
warum schliessen sich die vereine nicht zusammen und kaufen das haus ?
der gegenwärtige nicht-dialog führt ins nichts.

meint der waldi
Flitzpiepe
12.08.2016, 12:01 Uhr
Apropos Verkauf
Ist eigentlich die gegenüberliegende alte Bibliotheks Villa schon verkauft?
Wenn die noch nicht mal weg ist, dann wird man den Thomas Mann Klub auch nicht so schnell verkaufen können. Die Unterhaltskosten würden also bleiben. Das Minus wird noch größer.
murmeltier
12.08.2016, 13:37 Uhr
Kommune
Wenn eine Gemeinde in allen Bereichen kostendeckend arbeiten würde, würde kaum noch einer die Gebühren für die Kindergärten, für die Museen, für die Bibliothek und andere Dienstleistungen sich leisten können.

Aufgabe der Kommune ist die kommunale Daseinsvorsorge. Diese Aufgabe ist mit der Kostendeckung nicht in Einklang zu bringen.
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