nnz-Betrachtung:
Chance vertan
Am Wochenende wurde an der Nordhäuser Parkallee gefeiert. Die Heimpremiere von Fußball-Regionalligist Wacker Nordhausen. Rund 2.000 Menschen sahen einen glücklichen Sieg der Nordhäuser. Nur eine "Spezies" fehlte an diesem Tag…
Was in den restlichen Regionen im Osten Deutschlands nahezu undenkbar wäre - ist in Nordhausen gelebte Realität. Nieman erwartet von den führenden hauptamtlichen Kommunalpolitikern, dass sie alle zwei Wochen am Spielfeldrand stehen, doch zum Heimauftakt einer Saison, da sollte ein Pflichtbesuch doch schon drin sein. Dr. Klaus Zeh? Jutta Krauth? Hannelore Haase? Stefan Nüßle? Abwesend! (Zur Vollständigkeit: Matthias Jendricke ist im Urlaub, hat vermutlich aber den Live-Ticker der nnz verfolgt.)
Kein Interesse, gehen sie alle doch sonst keiner Kamera aus dem Weg, hier glänzen die Oberen durch Abwesenheit einer Veranstaltung, die 2000 der Unteren ein Herzensbedürfnis ist. Bedenkt man noch, dass an medialer Reichweite Wacker Nordhausen der mit Abstand stärkste Sportverein in Nordthüringen ist, wurde hier - PR-technisch gesehen - eine Chance vertan. Eigentlich wissen Politiker um diese Chance und so kommt der interessierte Beobachter vielleicht zu dem Schluss: das was hier in Nordhausen im AKS passiert ist und noch passieren soll, ist politisch so uninteressant wie der Flohmarkt auf dem IFA-Parkplatz.
Was aber nicht ist, das kann durchaus noch werden, denn in weniger als zwei Jahren ist wieder OB-Wahl in Nordhausen. Da ist dann das Fußballfeld an der Parkallee eine beliebte Tummelwiese für die Kandidaten, die mit Dress und/oder Schal zum Schaulaufen auflaufen.
Nach all dem, was hier an dieser Stelle zu diesem Thema bereits geschrieben wurde, habe ich einen Wunsch. Baut ein neues Stadion oder saniert das Bestehende möglichst ohne Fördermittel und ohne jegliche Unterstützung der Politik. Nur so kann dem dann plötzlich einsetzenden Polit-Interesse für den Nordhäuser Fußball eine Absage erteilt werden. Dann muss man einfach nicht einladen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Kommentare
Liane Enzinger
08.08.2016, 07:08 Uhr
Unser Landrat wäre vor Ort gewesen!
Unser Landrat wäre da gewesen, wenn er gekonnt hätte. Aber irgendwann braucht ihn ja auch mal seine Familie!
Er hat mehr für das Stadion getan als jeder andere Politiker! Nicht umsonst ist er Wacker Vizepräsident.
Zwerg78
08.08.2016, 07:34 Uhr
Riese87 enttarnt?
Frau Enzinger, sonst Jendricke Bashing betreiben und plötzlich so sanfte Töne? Auch nicht mit dem sonst obligatorischen M.A. unterschrieben? Das sieht ganz so aus, als ob über dem Kommentar eigentlich Riese87 stehen sollte :)
Zum Thema: so sind unsere Politiker außerhalb der Wahlperiode interessiert sie die Bevölkerung nicht, wofür auch, bezahlen ja alle brav ihre Steuern (also die Kleinen, die großen mogeln sich schon durch)
altmeister
08.08.2016, 07:41 Uhr
Ein neuer Riese?
Sehr geehrte Frau Enzinger, haben Sie die Papiere vom Riese gefunden? Schreibstil und Ausdrucksweise passen jedenfalls schon! Was hat Herr Jendricke übrigens schon für das Stadion erreicht? Bisher, soviel ich weiß, doch nichts, oder?
Ich verstehe Herrn Greiner allerdings auch nicht, dass er den LR schon in seinem Artikel entschuldigt und auch gleich weiß, was dieser gemacht und andere nicht gemacht haben. Das ist Kaffeesatz lesen und noch was anderes!
murmeltier
08.08.2016, 08:03 Uhr
Erkundigt?
Hallo, Altmeister, vielleicht ist den Medien bekannt, dass der Jendricke nicht im Lande ist. Etwas anderes ist es schon bei drei Führungskräften im Rathaus, die wahrscheinlich nicht alle Urlaub machen.
altmeister
08.08.2016, 08:17 Uhr
@murmeltier
Auch wenn offiziell bekannt ist, dass der LR in Urlaub ist, so ist es doch, wie selbst von Herrn Greiner geschrieben, Kaffeesatzlesen. Ich weise nur auf das Wort "vermutlich" hin, was dieses schon belegt. Jede weitere Frage ist sinnlos, Spielverlauf und Ergebnis sind veröffentlicht und somit kann jederzeit behauptet werden, dass man den Ticker angesehen hat. Egal wer.
Rainer H.
08.08.2016, 10:05 Uhr
Wacker und die Politik
Am Freitag war ich auch nicht bei Wacker, da wurde das Altstadtfest eröffnet. Schirmherr der Oberbürgermeister stand auf der Bühne. Warum sollte er auch zu Wacker gehen? Ein Verein, der es nicht versteht, gemeinsam mit der Politik an einem Strang zu ziehen. Das weiß keiner besser als Herr Greiner selbst. "Arroganz trifft leere Kassen, so könnte man das Schauspiel nennen. Und dann wird die der Landrat entschuldigt. Was bitte, hat dieser Schwätzer schon für Wacker getan? Was – außer dumm zu schwarzen. Im Albert-Kuntz-Sportpark ist ein Investitionsstau, der seit 20 Jahren aufgelaufen ist. Das unter der Ära Jendricke – Rinke!!!
Hinzu kommt ein Stadtrat in den vielleicht vier Stadträte sitzen, welche sich für Wacker interessieren. Die politischen Schwerpunkte dieser Stadt wurden von der ehem. Oberbürgermeisterin Rinke auf die Kultur gelegt. Jendricke durfte hier und da mal Feuerwehrauto fahren, aber investiert hat er selbst dort auch nicht. Gelder wurden sinnlos in Kulturprojekte versenkt.
Dieser Artikel jedenfalls ist alles andere als hilfreich, um Wacker zu helfen. Vielmehr hätte Herr Greiner beim Landrat anfragen sollen, ob er sich auch vor Urlaubsantritt intensiv für die Bedarfszuweisung seiner Heimatstadt Nordhausen gekümmert hat. Denn würde die kommen, wären auch die geplanten Investitionen für Wacker auf dem Weg. Jendricke aber verhindert lieber die Gelder aus Erfurt, damit er auch einmal einen Sieg hat.
Manni
08.08.2016, 20:01 Uhr
Überflüssiger Artikel
Ja Herr Greiner, so wie ich Ihre Berichterstattung aus der Ferne und auch Ihr Engagement schätze, muss ich in diesem Fall sagen - das war überflüssig. Als Kenner der Nordhäuser Fussball - und Politiksituation weiß ich, dass damit keinem geholfen ist.
Die Nordhäuser haben kein Geld für ein neues Stadion, der Verein kauft lieber teure Spieler ein, statt in den eigenen Nachwuchs, der wieder da ist, zu investieren. Illusionen von der dritten Liga sind derzeit nicht real. Das Spiel in Babelsberg, bei dem Sie vor Ort waren, und das am Freitag, dass ich im Internet verfolgen konnte, haben gezeigt, dass der Weg noch weit ist. Warum verzichtet Herr Kleofas nicht auf teure Einkäufe und einen bisher erfolglosen Sportmanager.
So mit Sponsorengeldern herumzuschmeißen ist unverantwortlich. Nur, um sich als großer Macher darzustellen. Als Wacker in einer dritten Liga gespielt hat, war er bestimmt nicht ein einziges Mal im AKS. Ich habe ihn nie gesehen. Mit den Summen, die er heute verschleudern kann, wäre die damalige Regionalligamannschaft nie abgestiegen. Also Herr Greiner, konzentrieren Sie sich bitte auf das Wesentliche und nicht auf das, was man doch nicht ändern kann. MfG aus ...
-Insider-
08.08.2016, 20:28 Uhr
ich
bin ehrlich gesagt froh über jeden tag, wo ich nicht lesen muss, dass millionen für ein stadion zum fenster hinaus geworfen werden, nur damit alle 14 Tage 1000-1500 leute 90 minuten fussball gucken können.
wenn kleo die 3. liga will, dann soll kleo bitte auch die 3. Liga bezahlen und nicht wie immer der 0815 steuerzahler.
NDHler
08.08.2016, 20:39 Uhr
Der Artikel
ist so wie er geschrieben wurde genau richtig! Man muss den unfähigen ab und an mal den Spiegel vorhalten.
Die längste Zeit ist Zeh OB gewesen! Gott sei Dank!
Janko
08.08.2016, 21:00 Uhr
überflüssiger artikel 2
was wäre denn geschehen, wäre einer der genannten politiker zum spiel erschienen?
man hätte sich hier auf der nnz die finger aufgerissen beim kommentieren, dass sie mal wieder einen fototermin gefunden haben, aber ansonsten völlig unfähig sind.
denn wie man's macht, macht man's verkehrt.
NDHler
08.08.2016, 21:49 Uhr
Ich bringe es mal auf den Punkt:
Wenn in Nordhausen alle 14 Tage 1 – 2000 Leute zum Beten strömen würden hätte Nordhausen schon längst ein neues Gotteshaus samt 10 Lutherdenkmäler ! Es fehlt halt das Interesse!
Das ist meine Meinung!
Treuhänder
08.08.2016, 22:06 Uhr
Neid
Bei einigen Kommentatoren kommt ja richtig Neid zum Ausdruck. Der Erfolg wir geneidet. Eigentlich müsste sich jeder über den Erfolg der Mannschaft freuen, auch über neue Spieler.
In jeder Stadt wird der Fußball unterstützt, Stadions sind mit Menschen gefüllt, helle Begeisterung und Freude, nur in Nordhausen scheint das anders zu sein. Neid und Missgunst.
Und Herr Greiner hat Recht, wenn Kommunalwahlen anstehen, dann sind die Politiker zur Stelle und Nutzen jede Gelegenheit ihre Verbundenheit mit dem Fußball zu zeigen, alles für Wählerstimmen.
Luftikus
08.08.2016, 22:12 Uhr
keine Chance für Wacker
Altmeister, Rainer, Manni und Janko - alle zusammengefasst sagen alles genau aus!
Zukunft
09.08.2016, 06:52 Uhr
Herr Insider
Dann bleibt wenigstens noch ein wenig Geld (drei Millionen Euro im Jahr), um der kunstinteressierten Elite von Nordhausen einen subventionierten Theaterbesuch zu ermöglichen. Da ist von einer 15-Millionen-Euro Sanierung des Theater (einmal geplant) noch garnicht die Rede. Wenn ich mir die Zusammensetzung des Stadtrates und die dortigen personellen Verquickungen ansehe, dann weiß ich genau, warum für den Fußball nichts übrig bleiben kann. Aber was soll es, die Nordhäuser haben genau das verdient, was sie gewählt haben.
weste
09.08.2016, 08:58 Uhr
Der Nordhäuser an sich...
ist schon eine merkwürdige Gattung von Mensch.
Wenn man sich mal die wirtschaftlichen und politischen Vorraussetzungen vor Augen führt ist das, was die Protagonisten von Wacker auf die Beine gestellt haben und noch auf die Beine stellen wollen einfach GROßARTIG für Stadt und Region!
Was sich mir nicht erschließt ist, warum es hier einfach nicht anerkannt wird? Niemand ist gezwungen den Sport zu mögen und somit wird auch niemand "genötigt" den AKS zu besuchen.
(P.S. Wenn jemand Werbung für ein Event macht ist da überhaupt nichts schlimm dran.)
Aber warum wird es denen, die es wollen, nicht gegönnt!? Und warum sollte man die Chance noch mehr zu erreichen nicht nutzen wenn sie denn da ist? Ich möchte ja garnicht von Euphorie reden, aber ein wenig Begeisterung, (ausser für Neid und Missgunst), hat sich dieser Verein in meinen Augen durchaus verdient!
Tanne
09.08.2016, 09:24 Uhr
was soll der Artikel, Herr Greiner?
... bisher war ich ja von Ihren Artikeln recht angetan, aber dieser hier ist ziemlich sinnlos, wohl ein Sommerlochfüller um die Klicks für die NNZ zu erhöhen?
Ich finde es sogar anmaßend zu behaupten, alle der o.g. Politiker außer Jendricke hätten es zeitlich einrichten können zu kommen ...
Aber da bin ich ganz ihrer Meinung: Wacker soll sich mal schön das Stadion selber bauen und dann werden sie sehen, dass es wohl nicht lohnt: 1900 zahlende Zuschauer, eher ärmlich ....
Treuhänder
09.08.2016, 09:39 Uhr
Was das soll, Tanne?
Vielleicht mal die Politik daran erinnern, was im Verein auch an Nachwuchsarbeit geleistet wird. Und eine Frage: Gilt das selberbauen auch für Jena, Erfurt oder Eisenach? Wie hier schon notiert. Der Nordhäuser ist ein seltsam Völkchen.
Tanne
09.08.2016, 10:48 Uhr
@Gretchen
.. in Sachen Nachwuchsarbeit gebe Recht!, wie es in anderen Städten gelaufen ist keine Ahnung, aber ein neues Stadion für die 1. Mannschaft mit Geldern vom Steuerzahler geht nicht wie ich finde, es geht hier um Profi-Fussball; aber Gerne doch für bessere Bedingungen für die Kinder etc!
-Insider-
09.08.2016, 10:59 Uhr
@zukunft
verstehen sie mich nicht falsch, ich bin selber glühender fussballfan eines bundesligisten und kann den wunsch nach unterstützung durchaus nachvollziehen...allerdings habe ich halt keine lust, dass die bankrotte stadt zig millionen in ein projekt investiert was unter dem wohl und wehe einer einzigen person steht. hat kleofas morgen keine lust mehr auf wacker, können sie übermorgen den laden dicht machen (und das ist als kompliment für seine arbeit rund um den verein zu verstehen).
der vergleich zum theater hinkt im übrigen ganz arg. sprechen wir bei wacker von vllt. 20.000 zuschauern pro jahr, generiert das "eliten"-theater ca. das fünffache. lagen die zahlen für 2015 bei ca 108.000 zuschauern. die reichtweite und inanspruchnahme ist dort also enorm viel höher.
@ndhler: das mit den gotteshäusern sehe ich genauso. die trennung von kirche und staat und sei es nur auf provinzebene, ist längst unterwandert. für mich als einwohner von nordhausen ist nicht eine kirche oder ein fussballstadion von interesse, sondern gescheite straßen, ordnung und sauberkeit, naherholung in form von grünanlagen, ein gut funktionierender winterdienst usw. usf. dort lässt es die stadt schleifen mangels geld und fantasiert gleichzeitig für eine provinz wie nordhausen über ein großes stadion, eine riesige feuerwehr (welche vergleichbare stadt hat eine so große und gut ausgestattete berufsfeuerwehr?) oder baut sich für 15 mio. einfach mal eine neue bibliothek. das problem ist halt einfach, dass ein politiker keine publicity mit einer intakten straße machen kann, da eignet sich ein sektempfang zur eröffnung von XYZ halt einfach besser.
Flitzpiepe
09.08.2016, 13:27 Uhr
Macht nicht alles an der Stadt fest
Die Stadt ist pleite.
Aber wenn in Erfurt Profisport mit fast 90%iger Förderung von Land und EU mit über 30 Mio. € unterstützt werden kann, sollte das auch für die Profis von Wacker mit vielleicht 1/10 dessen möglich sein.
Für die anderen Profiteams in Eisenach, Bad Langensalza, Jena ist doch genauso Geld vom Land da.
Richtig @Flitzpiepe
es reicht da aber nicht mal kurz mit den Fingern zu schnipsen. In Erfurt hat es 10 Jahre gedauert.
Und ich bin kein Handballexperte, aber Probleme in Eisenach(1 BuLi) und Bad Langensalza (meinen sie trotz des ges guten Nordhäuser Publikums wollten die ihre internationalen Spiele nicht lieber daheim austragen?)
Kämpfen, Kämpfen und nochmal kämpfen und Fördertöpfe suchen.
abc123
09.08.2016, 16:03 Uhr
Flitzpiepe
Die 4. Liga ist aber nun einmal keine Profiliga. Einige Vereine leisten sich trotzdem Profispieler aber an und für sich handelt es sich um eine Amateurliga. Das im Amateurbereich andere Fördermittel gezahlt werden ist ganz normal. Aber selbst wenn Geld vom Land kommen würde bliebe das Problem des Eigenanteils, die Stadt ist nun einmal pleite.
Flitzpiepe
09.08.2016, 16:46 Uhr
Völlig egal
ob die Regionalliga eine Amateurliga sein soll. Sie ist es de facto nicht mehr. Wer versucht in die 3. Liga aufzusteigen, der muss unter Profibedingungen arbeiten. Jena versucht das seit Jahren. Wacker hat das Potential es auch zu versuchen.
Der Jenaer Neubau steht im Koalitionsvertrag drin. Die AKS Sanierung ist nicht rein gekommen. Natürlich bleibt bei sehr hoher Förderquote immer noch ein kleiner Eigenanteil für die Stadt übrig. In Erfurt sind das 12,5 %.
Das wäre also für Nordhausen noch nicht mal ein 7stelliger Betrag. Das muss drin sein. Es wird für so viel Mist ein Haufen Geld von der Stadt rausgeworfen. Ein neues Stadion wäre in erster Linie ein Quantensprung für die Zuschauer und nicht für die Mannschaft. Der Rasen wird nicht grüner. Der AKS hat einen Zustand, wie er in den 80er Jahren ok war. Wir leben aber im Jahre 2016.
Schaut man sich um wie in anderen vergleichbaren Städten in Stadionneu- und umbauten investiert wurde, dann kann man nur bereuen nicht doch weggezogen zu sein. Ich lasse auch nicht zu, dass Bibliothek, Badehaus, Theater, Straßenbahn, Wacker usw. gegeneinander ausgespielt werden. Es ist alles wichtig und sollte in einer Stadt wie Nordhausen geboten werden, auch wenn es nicht an der A4 Perlenkette liegt.
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