Mi, 11:56 Uhr
18.07.2001
"Pro Innovatio" und Co. (Teil 2)
Nordhausen (nnz). Gestern hatte nnz über die Anfänge der einstigen Hochtechnologiefirma Pro Innovatio und ihres Gesellschafters, einem Verein, berichtet. Der heutige Teil der Abhandlung soll sich mit den Geschehnissen der Jahr 1994 und 1995 beschäftigen.
Für Pro Innovatio wird es heiß, sehr heiß. Der Landesrechnungshof verlangt die Rückzahlung von Fördermitteln, die durch den Landkreis im Jahr 1992 ausgereicht wurden. Im Gespräch sind 600.000 Mark, letztlich soll sich herausstellen, dass es Gelder in Höhe von rund 1,1 Millionen Mark waren, die zur Pro Innovatio flossen, wohl gemerkt unter der Schirmherrschaft des damaligen Dezernenten der Kreisverwaltung, Volker Erb. Sowohl in der Firma als auch im Verein wird Ende jenes Jahres der Aufstand vorbereitet. Hauptakteure waren damals Jürgen Wernecke und Tim Schäfer. Gemeinsam mit anderen Mitarbeitern sollen sich die beiden Herren nach nnz-Informationen am 2. Dezember 1994 an Landrat Joachim Claus (CDU) gewandt haben. Sie schilderten ihm die Situation und baten um Stillschweigen. Trotzdem soll es Gespräche zwischen Claus und Erb gegeben haben.
Die Situation eskalierte dann im Januar 1995. Am 12. Januar wurde bei der Kripo in Nordhausen Strafanzeige gegen das Ehepaar Erb erstattet, die Ermittlungen wurden aufgenommen. Am gleichen Tag soll Landrat Joachim Claus zum Vorstand des Vereins zur Förderung von Hochtechnologie in Nordthüringen e.V. gewählt worden sein. Ob diese Wahl rechtens war, darüber gibt es in der kommenden Zeit die unterschiedlichsten Auffassungen. Anfang Februar 1995 wird Eva-Maria Erb als Vorstandsvorsitzende des Vereins abberufen, kurz danach verschaffen sich Tim Schäfer und Dr. Schimschal gemeinsam mit Polizeibeamten Zutritt zur Firma, am 22. Februar stellt die Geschäftsführerin von Pro Innovatio einen Antrag auf Gesamtvollstreckung.
Die kommenden Monate sind bestimmt von Schuldzuweisungen, mit Vereinssitzungen, deren Ergebnisse und Beschlüsse oft angefochten werden. Letztendlich werden bereits in dieser Zeit die Weichen für eine Übernahme von Pro Innovatio gestellt. Die Fäden im Hintergrund spinnen dazu Landrat Joachim Claus und Otto Brandt, der nach jahrelanger Nordhäuser Abstinenz an seiner alte Wirkungsstätte wieder agieren will. Obwohl der Landrat in den ersten Monaten des Jahres 1995 immer mal wieder eine Wahl seiner Person zum Vereinsvorsitzenden abstritt, tritt er im Juni dann als Vereinsvorsitzender in Erscheinung. Belegt ist das in einer Vollmacht: Hiermit erteile ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzender der Vereins zur Förderung von Hochtechnologie in Nordhausen entsprechend der Eintragung vom 9.2.1995 im Vereinsregister Amtsgericht Nordhausen Nr. VR 248 dem Herrn Peter Söldner die Vollmacht, in der Zeit meiner Abwesenheit als Vorsitzender des oben genannten Vereins die Gesellschaftsanteile der Pro Innovatio Forschungszentrum für Hochtechnologie und industrielle Anwendung gGmbH ohne Beschränkungen an die IGENO Projekt Entwicklungs mbH Nordthüringen zu veräußern bzw. zu übertragen. Verkauft wurde die Pro Innovatio schließlich auch, und zwar am 26. Juni 1995. Über die Modalitäten und den Kaufpreis für Immobilie, Grundstück, Ausrüstungen, vor allem aber über die Klauseln des Kaufvertrages in den kommenden Tagen in der nnz.
Autor: nnzFür Pro Innovatio wird es heiß, sehr heiß. Der Landesrechnungshof verlangt die Rückzahlung von Fördermitteln, die durch den Landkreis im Jahr 1992 ausgereicht wurden. Im Gespräch sind 600.000 Mark, letztlich soll sich herausstellen, dass es Gelder in Höhe von rund 1,1 Millionen Mark waren, die zur Pro Innovatio flossen, wohl gemerkt unter der Schirmherrschaft des damaligen Dezernenten der Kreisverwaltung, Volker Erb. Sowohl in der Firma als auch im Verein wird Ende jenes Jahres der Aufstand vorbereitet. Hauptakteure waren damals Jürgen Wernecke und Tim Schäfer. Gemeinsam mit anderen Mitarbeitern sollen sich die beiden Herren nach nnz-Informationen am 2. Dezember 1994 an Landrat Joachim Claus (CDU) gewandt haben. Sie schilderten ihm die Situation und baten um Stillschweigen. Trotzdem soll es Gespräche zwischen Claus und Erb gegeben haben.
Die Situation eskalierte dann im Januar 1995. Am 12. Januar wurde bei der Kripo in Nordhausen Strafanzeige gegen das Ehepaar Erb erstattet, die Ermittlungen wurden aufgenommen. Am gleichen Tag soll Landrat Joachim Claus zum Vorstand des Vereins zur Förderung von Hochtechnologie in Nordthüringen e.V. gewählt worden sein. Ob diese Wahl rechtens war, darüber gibt es in der kommenden Zeit die unterschiedlichsten Auffassungen. Anfang Februar 1995 wird Eva-Maria Erb als Vorstandsvorsitzende des Vereins abberufen, kurz danach verschaffen sich Tim Schäfer und Dr. Schimschal gemeinsam mit Polizeibeamten Zutritt zur Firma, am 22. Februar stellt die Geschäftsführerin von Pro Innovatio einen Antrag auf Gesamtvollstreckung.
Die kommenden Monate sind bestimmt von Schuldzuweisungen, mit Vereinssitzungen, deren Ergebnisse und Beschlüsse oft angefochten werden. Letztendlich werden bereits in dieser Zeit die Weichen für eine Übernahme von Pro Innovatio gestellt. Die Fäden im Hintergrund spinnen dazu Landrat Joachim Claus und Otto Brandt, der nach jahrelanger Nordhäuser Abstinenz an seiner alte Wirkungsstätte wieder agieren will. Obwohl der Landrat in den ersten Monaten des Jahres 1995 immer mal wieder eine Wahl seiner Person zum Vereinsvorsitzenden abstritt, tritt er im Juni dann als Vereinsvorsitzender in Erscheinung. Belegt ist das in einer Vollmacht: Hiermit erteile ich in meiner Eigenschaft als Vorsitzender der Vereins zur Förderung von Hochtechnologie in Nordhausen entsprechend der Eintragung vom 9.2.1995 im Vereinsregister Amtsgericht Nordhausen Nr. VR 248 dem Herrn Peter Söldner die Vollmacht, in der Zeit meiner Abwesenheit als Vorsitzender des oben genannten Vereins die Gesellschaftsanteile der Pro Innovatio Forschungszentrum für Hochtechnologie und industrielle Anwendung gGmbH ohne Beschränkungen an die IGENO Projekt Entwicklungs mbH Nordthüringen zu veräußern bzw. zu übertragen. Verkauft wurde die Pro Innovatio schließlich auch, und zwar am 26. Juni 1995. Über die Modalitäten und den Kaufpreis für Immobilie, Grundstück, Ausrüstungen, vor allem aber über die Klauseln des Kaufvertrages in den kommenden Tagen in der nnz.

