Mi, 10:35 Uhr
27.07.2016
Gratulation für Elfriede Niestroy
Wie man einhundert Jahre alt wird
Wie wird man 100 Jahre alt? Noch dazu im turbulenten 20. Jahrhundert? Elfriede Niestroy weiß es, denn sie feierte heute ihr ganz großes Jubiläum im Kreis von Familie und Gästen. Die nnz hat ein paar Worte mit der alten Dame wechseln können...
Der 27. Juli 1916 war ein Donnerstag. Der Tag an dem Elfriede Niestroy das Licht der Welt erblickte. Wie sah die Welt damals aus? Das deutsche Kaiserreich war im Krieg, die Schlacht an der Somme hatte zu Beginn des Monats ihren Anfang genommen, am Reichstag wurde einen Tag nach ihrer Geburt der Spruch "Dem deutschen Volke angebracht", Flugzeuge waren noch etwas neues, Autobahnen gab es noch keine, nicht einmal das Radio war erfunden. Es war eine andere Welt, in der aus Elfriede Frau Niestroy wurde, und die Welt sollte sich noch oft ändern.
Einhundert Jahre später sitzt Elfriede Niestroy in der Nordhäuser Seniorenresidenz K&S, umgeben von ihren Kindern und Enkeln, und freut sich über die schöne Geburtstagsfete, die man für sie ausgerichtet hat. "Das ganze Haus hat gefeiert, es wurde gesungen, es wurde gespielt und es gab eine große Torte. Das war schon toll.", sagte die 100-jährige der nnz.
Sie hat viel erlebt in den einhundert Jahren, seitdem sie in Salza geboren wurde. Die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges überlebte sie mit ihren beiden Töchtern Christa und Gudrun im nahen Kohenstein. Beide sind auch heute noch an ihrer Seite, was in diesem Alter auch im 21. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit ist. Nach dem Krieg hat sie als Trümmerfrau geschuftet, auch dafür wurde ihr heute gedankt, Oberbürgermeister Zeh war gekommen, um persönlich zu gratulieren.
Sie war die erste Bewohnerin der Seniorenresidenz in der Stolberger Straße, und sie ist die älteste. Sie habe den Bau verfolgt und sich ein schönes Zimmer ausgesucht, erzählt Frau Niestroy, einziehen musste sie dann doch schneller als erwartet - ein Unfall im Urlaub hatte den Umzug in die Residenz nötig gemacht.
Vor vier Jahren, erzählt sie, da haben ihr die Ärzte nach einer Krebsdiagnose noch vier Monate zu leben gegeben, die alte Dame gab nicht auf, ließ sich operieren. Medikamente nimmt sie kaum, nur eine Tablette, wegen der Schilddrüse. Bei anderen, jüngeren Bewohnern, sähe das anders aus.
Wie also wird man einhundert Jahre alt? "Man muss auf seinen Körper achten, der sagt einem was er will, man muss nur zuhören", so Elfriede Niestroys Rat.
Angelo Glashagel
Autor: redDer 27. Juli 1916 war ein Donnerstag. Der Tag an dem Elfriede Niestroy das Licht der Welt erblickte. Wie sah die Welt damals aus? Das deutsche Kaiserreich war im Krieg, die Schlacht an der Somme hatte zu Beginn des Monats ihren Anfang genommen, am Reichstag wurde einen Tag nach ihrer Geburt der Spruch "Dem deutschen Volke angebracht", Flugzeuge waren noch etwas neues, Autobahnen gab es noch keine, nicht einmal das Radio war erfunden. Es war eine andere Welt, in der aus Elfriede Frau Niestroy wurde, und die Welt sollte sich noch oft ändern.
Einhundert Jahre später sitzt Elfriede Niestroy in der Nordhäuser Seniorenresidenz K&S, umgeben von ihren Kindern und Enkeln, und freut sich über die schöne Geburtstagsfete, die man für sie ausgerichtet hat. "Das ganze Haus hat gefeiert, es wurde gesungen, es wurde gespielt und es gab eine große Torte. Das war schon toll.", sagte die 100-jährige der nnz.
Sie hat viel erlebt in den einhundert Jahren, seitdem sie in Salza geboren wurde. Die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges überlebte sie mit ihren beiden Töchtern Christa und Gudrun im nahen Kohenstein. Beide sind auch heute noch an ihrer Seite, was in diesem Alter auch im 21. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit ist. Nach dem Krieg hat sie als Trümmerfrau geschuftet, auch dafür wurde ihr heute gedankt, Oberbürgermeister Zeh war gekommen, um persönlich zu gratulieren.
Sie war die erste Bewohnerin der Seniorenresidenz in der Stolberger Straße, und sie ist die älteste. Sie habe den Bau verfolgt und sich ein schönes Zimmer ausgesucht, erzählt Frau Niestroy, einziehen musste sie dann doch schneller als erwartet - ein Unfall im Urlaub hatte den Umzug in die Residenz nötig gemacht.
Vor vier Jahren, erzählt sie, da haben ihr die Ärzte nach einer Krebsdiagnose noch vier Monate zu leben gegeben, die alte Dame gab nicht auf, ließ sich operieren. Medikamente nimmt sie kaum, nur eine Tablette, wegen der Schilddrüse. Bei anderen, jüngeren Bewohnern, sähe das anders aus.
Wie also wird man einhundert Jahre alt? "Man muss auf seinen Körper achten, der sagt einem was er will, man muss nur zuhören", so Elfriede Niestroys Rat.
Angelo Glashagel



