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Di, 12:16 Uhr
17.07.2001

Tonnen-Vielfalt: Grau, Braun, Gelb?

Nordhausen (nnz). Die Grundstücke des Landkreises Nordhausen - ob privat oder kommunal - sollen bunter werden. Was sich wie ein Aufruf zu einem neuerlichen Wettbewerb liest, hat einen ernsten Hintergrund und mag für die Grundstücksbesitzer nicht für Freude sorgen.


Da stehen sie nun, die grauen und die braunen Tonnen. Der Zahn der Zeit bringt auch eine Gewöhnung mit. Und nach einigen Jahren haben sich die Bürger des Landkreises an die Handhabung der verschiedenen Tonnen gewöhnt. Nun soll dieses Handling ausgebaut werden. Im Nordhäuser Landratsamt wird nach nnz-Informationen die Einführung einer „blauen Tonne“ geplant. In die sollen, so die Vorstellungen des Umweltamtes papierne Abfälle entsorgt werden.

Was für den privaten Grundstücksbesitzer zur Last werden könnte, das wird für die beiden großen Wohnungsgesellschaften (SWG und WBG) schon eher zur Belastung. Eine Belastung, die man so ohne Weiteres nicht tragen will. Das machten in der vergangenen Woche die Vertreter der Gesellschaften den Tonnen-Fanatikern auch deutlich.

„Nach dieser Beratung bleiben für die Wohnungsbaugenossenschaft Nordhausen noch viele Fragen offen, bzw. wurden während der Beratung nicht beantwortet. So wurden keine Mengengrößen (Liter) als Kalkulationsgröße genannt, auch wurde lediglich von einem Abfuhrrhythmus von vier Wochen gesprochen“, meint WBG-Chef Hans-Werner Grimm gegenüber nnz. Nach Auffassung der WBG müsste die gleiche Menge an „Blauen Tonnen“ angeschafft werden, wie derzeit für den Restmüll notwendig sind. Eine solche Anzahl von Entsorgungsbehältnissen könne auf keinen Fall in die von der Wohnungsbaugenossenschaft errichteten Einhausungen gestellt werden.

Zum Beispiel müssten für die Entsorgung von Papier allein im Bereich der Wolfstraße 15 Rollcontainer aufgestellt werden, wenn je Bürger und Monat 60 Liter Entsorgungsvolumen kalkuliert werden. Diese 15 Behälter ergeben aneinander gestellt eine Länge von rund 20 Meter. Sollten diese blauen Behälter jedoch ungeschützt vor den Grundstücken stehen, dann wird in ihnen nicht nur Papier entsorgt und der Mülltourismus würde sich wieder verstärken.

Die Position der WBG zu dieser zusätzlichen Form der Entsorgung ist klar. Die jetzigen Vorschläge der Kreisverwaltung sind nicht ausgegoren. Vor allem muß seitens der Verwaltung geklärt werden, ob es sich bei der angedachten Variante um eine Zwischenlösung mit temporärem Status handele oder eine langfristige, planbare Möglichkeit der Papierentsorgung. Bislang ist nicht geklärt, wie die Entsorgung mit Inkrafttreten der neue Gesetzlichkeiten im Jahr 2005 erfolgen soll.

Vor allem sieht der Vorstand der WBG mit Einführung der Blauen Tonne die Kosten für die Entsorgung erheblich steigen. Kosten, die schließlich auf die Mieter umgelegt werden müssen. Seitens der WBG ergibt sich noch ein weiteres Problem: Schon jetzt tragen die verschiedenen Entsorgungsbehältnisse in Nordhausen nicht zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Kommt nun noch eine weitere Tonne hinzu, dann würden sich daraus - vor allem an den großen Wohnungsstandorten - erhebliche Mehrbelastungen ergeben. Das Stadtbild würde zusätzlichen Schaden nehmen. Vor allem dieser Fakt sollte in Vorbereitung auf die Landesgartenschau im Jahr 2004 mit überdacht werden.

Hintergrund der Blauen Tonne sind die verheerenden Zustände an den Containerstellplätzen in der Rolandstadt. Die hat auch der Einsatz der ehrenamtlichen Umweltinspektoren nicht verändert. Da wird hin- und reingeschmissen, was im Haushalt und im Betrieb anfällt. Das Problem immer nur ansprechen hilft nicht, hier muß erzogen werden. So könnten zum Beispiel an den Stellplätzen sogenannte Starkästen angebracht werden, in denen eine Videokamera oder eine Attrappe installiert ist. So könnten sowohl Prävention als auch Aufklärung betrieben werden. Und diese „Kontrollvariante“ ist letztlich bedeutend preiswerter, als der flächendeckende Einsatz einer neuen, einer blauen Tonne, wegen der die komplette Architektur von Vorgärten oder Wohnumfeldern geändert werden müsste.
Autor: nnz

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