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Di, 08:49 Uhr
19.07.2016
Dichter in der Dichterstätte

„Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin“

„Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin“
Am Samstagnachmittag wird in der Dichterstätte in Limlingerode Thomas Brasch (1945-2001) vorgestellt. Sowohl seine Lyrik als auch Auszüge aus seinen bekannten Prosa-Bänden, wie etwa „Vor den Vätern sterben die Söhne“ werden durch Stephanie und Mathias Schick dargeboten...

Das Ehepaar Schick hat schon einige Male auf einfühlsame, kenntnisreiche Weise Autoren im Geburtshaus Sarah Kirschs zu Wort kommen lassen, 2015 z. B. Bob Dylan.

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Brasch, der einst bekannte und von anerkannten Literaturkritikern und einer Leserschaft, denen seine Art des Denkens und Schreibens eine unverzichtbare Stimme war, hoch geschätzte Literat ist seit den 1990-er Jahren zunehmend in Vergessenheit geraten. Das enfant terrible der DDR-Literatur unterzeichnete wie Sarah Kirsch das Protestschreiben gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, kam im BRD-Exil ab 1976 nicht wirklich an. Ab 1986 übersetzte er mehrere Theaterstücke William Shakespeares ins Deutsche. Nach der Wende verstummte er mehr und mehr.

„Mein einziges Leben ist zwischen 2 Ländern: / das dauert so lange Leben dauern kann, / mein einziges Leben heißt, wie kann ich ändern / diese einzige Welt...“


 Das Ehepaar Schick hat schon einige Male auf einfühlsame, kenntnisreiche Weise Autoren im Geburtshaus Sarah Kirschs zu Wort kommen lassen, 2015 z. B. Bob Dylan. (Foto: Heidelore Kneffel) Das Ehepaar Schick hat schon einige Male auf einfühlsame, kenntnisreiche Weise Autoren im Geburtshaus Sarah Kirschs zu Wort kommen lassen, 2015 z. B. Bob Dylan. (Foto: Heidelore Kneffel)
Seine Werken sind in der deutschen Literaturlandschaft unverzichtbar - der Leser muss(te) auch zwischen den Zeilen lesen können. So weist sein 1999 erschienener letzter Roman „Mädchenmörder Brunke“, der aus einem Manuskript von ursprünglich mehr als 10 000 Seiten entstand, weit über seine Grenzen hinaus.Das Grab des vielseitigen Schriftstellers befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte, inmitten unvergessener Künstler, Literaten, Musiker. Ungewöhnlich, wie sein Lebensweg es war, ist auch die Plastik, die sein Freund Klaus Pohl für sein Grab schuf.
Wer also etwas intensiver auf den literarischen Spuren des Thomas Brasch wandeln möchte, um dabei auch einem Stück DDR- und BRD-Zeitgeschichte nachzuspüren, ist am 30. Juli ab 14:30 Uhr in der Langen Reihe 11 am richtigen Ort, um getreu dem Brasch-Motto: „Ich zumindest habe das Bedürfnis, mich zu erkennen.“ mitzudenken, mitzufühlen und ins Gespräch zu kommen.

Außerdem hat der Besucher die Möglichkeit in der HausART Nr.1/2016 künstlerische Arbeiten des Metallgestalters Lutz-Martin Figulla aus Wolkramshausen auf sich wirken zu lassen.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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