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Di, 14:22 Uhr
12.07.2016
Sommerfest des NUV

Nordhausen muss Zentrum bleiben

Zum diesjährigen Sommerfest hatte der Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverband auf das Gelände des Autodroms des Berufsbildungszentrums für den Straßenverkehr eingeladen. Aber es wurde nicht nur gefeiert, auch die Politik kam zur Sprache...

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch den NUV-Vorstandsvorsitzenden Niels Neu gewährte BBZ-Geschäftsführer Olaf Salomon einen Einblick in die Historie des kommunalen Unternehmens, speziell in die Neuausrichtung des Autodroms auf dem ehemaligen Nordhäuser Stadion.

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Das BBZ sei im Jahr 1990 gegründet worden, zu einer Zeit, da es vor allem in der Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern einen enormen Nachholbedarf in den neuen Bundesländern gegeben habe. Weitere Aufgabenfelder folgten in den kommenden Jahren, bis hin zur Ausbildung von Kaufleuten für Speditionen und Logistikdienstleistungen. Eine enge Zusammenarbeit gab und gibt es mit den Vertragsspediteuren von Mineralölunternehmen (Jet, Total, Aral), speziell deren Kraftfahrern. Als Initiator tritt das BBZ darüber hinaus seit nunmehr sechs Jahren für die Berufsaktionstage der Verkehrs- und Logistikbranche auf. In diesem Jahr konnten auf dem BBZ-Gelände am ehemaligen Stadion rund 1.000 Gäste begrüßt werden.

Sommerfest des Nordhäuser Unternehmerverbandes auf dem Autodrom (Foto: Nordhäuser Unternehmerverband)
Sommerfest des Nordhäuser Unternehmerverbandes auf dem Autodrom (Foto: Nordhäuser Unternehmerverband)
Sommerfest des Nordhäuser Unternehmerverbandes auf dem Autodrom (Foto: Nordhäuser Unternehmerverband)
Sommerfest des Nordhäuser Unternehmerverbandes auf dem Autodrom (Foto: Nordhäuser Unternehmerverband)

Zum diesjährigen Sommerfest gab es neben Vertretern des befreundeten Wirtschaftsverbandes aus dem Eichsfeld (Wirtschaftsforum Eichsfeld e.V.) auch eine bundes- und landespolitische Komponente. Gäste waren CDU-Bundestagsabgeordneter Manfred Grund und Dr. Mario Voigt (MdL), der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Manfred Grund berichtete unter anderem über drei vom Bundestag beschlossene Gesetze in den zurückliegenden Wochen. Zum Beispiel die weitere Novellierung des Erneuerbare Energiegesetzes (EEG) oder die Neufassung der Erbschaftssteuer, insbesondere für familiengeführte Unternehmen, das von den rot-grünen Bundesländern verhindert wurde.

Mario Voigt, der Landespolitiker der CDU, kam ohne Umschweife zur Gebietsreform: Nordhausen müsse das politische und wirtschaftliche Zentrum im Norden Thüringens bleiben. Auch sei er sich nicht sicher, ob eine „Ehe“ mit dem Kyffhäuserkreis eine für Nordhausen vernünftige Variante sei. Landrat Matthias Jendricke (SPD) und Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh (CDU) nahmen das mit unterschiedlichen Minen auf.

Für Wacker Nordhausen wünschte sich der bekennende FCC-Fan Voigt ein neues Stadion und kritisierte danach wirtschaftspolitische Gesetze, die der Thüringer Landtag mit rot-rot-grüner Mehrheit beschlossen hatte. Zum Beispiel die Erhöhung der Grunderwerbsteuer oder das Bildungsfreistellungsgesetz.

Danach gingen die rund 100 Mitglieder des NUV zum gemütlichen Teil des Sommerfestes über, das musikalisch durch die Musikschule Vladimirova aus Nordhausen begleitet wurde. Die kulinarische Versorgung der Gäste erfolgte durch das Mitgliedsunternehmen Kochhaus (Horizont e.V.). Einige nutzten die Gelegenheit, um mit den Schulungstrucks des BBZ eine oder mehrere Runden auf dem Autodrom des BBZ zu „drehen“.
Autor: red

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Kommentare
free Gigi
12.07.2016, 19:52 Uhr
na endlich, mal einer mit Weitblick
"Auch sei er sich nicht sicher, ob eine „Ehe“ mit dem Kyffhäuserkreis eine für Nordhausen vernünftige Variante sei. "

Anstatt sich an glänzenden Vorbildern wie dem bspw. dem Eichsfeld zu orientieren, sucht man sich noch klammere "Partner". Hauptschae schön Rot!

Auch sollte Wacker das sportliche Aushängeschild im Norden sein, meinetwegen auch nach Redbull/Knauf Manier. Na und, wenn es der Region hilft....
Gudrun1974
12.07.2016, 20:38 Uhr
Wer war noch mal Mario Voigt?
Ist das der Oppositonsfùhrer der Thüringer Minderheitspartei CDU?

Ihre Meinung hat man zur Kenntnis genommen und kurz belàchelt. Danke, setzen.

In Thüringen regiert jetzt rot rot grün. Schon gemerkt?
Liane Enzinger
12.07.2016, 21:18 Uhr
@baxter: Nordhäuser Gebietsreform nach der Farbenlehre
... und nicht nach der Vernunft, da haben Sie recht, Baxter.

Jede Gebietsreform unterliegt mehreren Gestaltungprämissen, die ausschließlich dem Gestaltungserhalt (Machterhalt) dienen. Das ist der Demokratie inhärent, weil man in der Demokratie stets Mehrheiten braucht, um Entscheidungen herbeiführen zu können.

Deshalb wird jede Gebietsreform auch ausschlieslich von oben durchgedrückt. Dabei zählen zwei Faktoren (wie immer in der Politik):

1. Herstellen struktureller Mehrheiten über das Schaffen entsprechender äußerer Bedingungen (political engineering)

2. Optimale Wiederwahlbedingungen für Partei Alphatiere schaffen.

Für den Kreis Nordhausen heist dies:

1. Der neue Großkreis (und damit auch der neue Wahlkreis!!!) muss so zugeschnitten sein, daß dessen soziologische Zusammensetzung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine rot rot grüne Stimmenhochburg bildet. Deshalb ist eine Zusammenlegung mit dem (schwarzen) Eichsfeld tabu!

Blickt man auf die bisherigen Wahlergebnisse ist es also sehr klug von Minister Poppenhäger, beide Landkreise zu fusionieren. Das sichert nicht nur taktische, sondern auch strukturelle und langlebige Mehrheiten. Diese sind ausschlaggebend in der Politik.

2. Die Zukunft des Landrats Jendricke muss gesichert sein. Zwar ist er aufgrund seiner Affären eine Art Mine mit Zeitzünder, aber eben auch einer der erfolgreichsten SPD Politiker in Thüringen, weil er ständig Wahlen gewinnt. So käme er in Frage als Landrat eines Großlandkreises. Der neue Zusammenschnitt des Großlandkreises (siehe oben) erhöht statistisch gesehen seine Wahlchancen deutlich.

Zugleich kann die thüringer SPD mit einem neuen Posten Herrn Jendricke eine Art Sedativum verpassen, da er in Krisensituationen offensichtlich zu eher unkontrollierten Reaktionen neigt.

Darum geht es.

Liane Enzinger M. A.
U. Alukard
13.07.2016, 08:55 Uhr
Frau Enzinger hat den Weitblick,
diese Beitrag ist Glasklar auf den Punkt.
Gehen Sie bitte in die Politik und lösen den Landrat ab, Frau Magister.
Wenn Sie aber dann das normale Volk ansprechen, ändern Sie zum besseren Verständnis die Worte wie: inhärent und Sedativum (wir verstehen hier DEUTSCH).
Danke
free Gigi
13.07.2016, 10:52 Uhr
knackiger Essay @Frau Enzinger
eine wirklich gute Zusammenfassung zum eigentlichen Ziel und Zweck der Gebietsreform.

Bleibt noch die Frage offen, ob es dann unser Riese87 überhaupt noch zeitlich schafft, auch alle Kommentatoren im Großkreis mit seinen belustigenden Kommentaren zu erheitern???

N.Baxter (Dipl.-Ing.)
Mueller13
13.07.2016, 12:15 Uhr
Großkreis Nordthüringen
Das wird witzig - jede Stadt wird sagen: nur wir können Kreisstadt werden und sein. Identische Forderungen gab es logischerweise schon aus Sondershausen, Sömmerda, Mühlhausen... Wenn von vorneherein so in die Fusionsgespräche gegangen wird, können wir es auch sein lassen. Die Sondershäuser waren im übrigen auch nicht begeistert, als man ihnen das sachsen-anhaltinische Artern aufs Auge gedrückt hat, was de facto das Armenhaus des Kreises war (jetzt mit dem Autobahnkreuz, hat man natürlich gute Voraussetzungen, dies zu ändern).

Die Frage, wie dieser Großkreis geschnitten sein soll, wird jeder für sich anders beantworten.
Da das ganze dann eh anonymer wird, sollte man in Erwägung ziehen gleich den finalen Wurf zu gestalten, um nicht in 15 Jahren dieselbe Diskussion wieder führen zu müssen.
Großkreis Nordhausen, Mühlhausen, Eichsfeld, Sondershausen, Sömmerda.

Nordhausen hat natürlich das Argument der größten Stadt auf seiner Seite. Sondershausen befürchtet den Bedeutungsverlust, würde in diesem Großkreis aber am zentralsten liegen. Mühlhausen hat eine nette Innenstadt. Das Eichsfeld und Sömmerda haben zum Glück keine Stadt im Rennen.

Katalogisieren wir es doch:
NDH: LK 85t EW; NDH 42t EW
KYF: LK 77t EW; SDH 22t EW
UH: LK 103t EW; MHL 33t EW
SÖM: LK 70t EW: Söm 19t EW
Eichsfeld: 101t EW; HSt: 16t EW

Wenn man diesen Kreis so bauen würde, hätte er einige wirtschaftlich starke Teile (Sömmerda, Eichsfeld, NDH mit Abstrichen), ein paar Problemzonen (UH, Artern mit Potential), einiges an Kultur (MHL, SDH).
Der Großkreis hätte 436t Einwohner, die größte Stadt wäre Nordhausen, die zentralste Sondershausen, Mühlhausen ist wohl die geschichtsträchtigste Stadt. Niemand könnte sagen, der Kreis wäre nun besonders schwarz oder besonders rot. Davon abgesehen wird dieses Denken bei den nächsten Wahlen eh pulverisiert werden, wenn die Wähler den Etablierten aufs Dach steigen.

Und wenn man sich dann für diesen Großkreis erwärmen kann, lasst doch einfach die Bürger abstimmen. Nordhausen hat natürlich das grösste Eigenwählpotential - aber die Leute aus Sömmerda und UH werden sich schon überlegen, ob sie nach NDH fahren wollen. Fürsprecher könnte NDH aus dem Eichsfeld bekommen. Wenn sich die Politik nicht einigen kann, lasst doch die Bürger abstimmen, da gibt es hinterher auch die wenigsten Diskussionen!
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