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Di, 11:12 Uhr
12.07.2016
MENSCHEN – KONFLIKTE – PARAGRAFEN

Marius D. hat schlechte Karten

Um 9.30 Uhr sollte die Verhandlung beginnen. Erst 30 Minuten später eröffnete sie der Vorsitzende. Die Verzögerung war nicht des Richters Schuld. Der Angeklagte Marius D. aus Nordhausen war erst drei Tage vor Gerichtstermin auf den Gedanken gekommen, einen Verteidiger heranzuziehen. Der ließ auf sich warten, obwohl er vordem schon im Haus gesehen worden war...


Der Verteidiger wollte sich vor Verhandlungsbeginn im Nordhäuser Amtsgericht erst noch mit seinem Mandanten eingehend beraten. Das dauerte. Schließlich ging es los. Der 28-jährige Marius ist kein unbeschriebenes Blatt. Nicht das erste Mal stand er vor den Schranken des Gerichts.

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Er, Marius D., sollte sich ein für allemal überlegen, ob man in diesem Haus weiter vorstellig werden sollte. Nun ist es an ihm, den Rat des Richters zu befolgen. Ob es letztmalig sein werde, ist einzig und allein Sache des jungen Mannes. Unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln wird ihm angelastet.

Ein Jahr und acht Monate waren ihm aufgebrummt worden. Auf Bewährung. Für ihn nicht Mahnung genug, in sich zu gehen. Bei einer Verkehrskontrolle wurde die Polizei erneut fündig. Ein endgültiges Urteil steht noch aus.

Es war nur eine Mini-Menge Marihuana, die sich diesmal fand. Kein Freibrief. Marius Da. wollte mit dem Fund nichts zu tun haben. Der wäre einer Bekannten untergeschoben worden. Fortsetzung folgt. Für den Angeklagten wird es nicht leichter.

Ein anderer Fall. Eine Lappalie, könnte man meinen. Nicole A. bezieht Sozialleistungen. Dann nahm sie eine Arbeit auf. 650 Euro an Grundsicherung mehr als ihr zustand hatte sie vereinnahmt. Beides verschwieg sie. Ein Fehler. Die Reue kam zu spät, die Sache vor Gericht. Nicole wollte sie schnell bereinigen, erklärte sich bereit, den Betrag in Raten abzuzahlen.

Zum anstehenden abschließenden Gerichtstermin war alles erledigt. Die Frau meinte wohl, ihre Anwesenheit sei da nicht mehr erforderlich. Das hätte nachteilig für sie bewertet werden können. Nicole hatte aber Glück. Trotz Abwesenheit stellte der Richter das Verfahren ein.

Die arme Frau, werden vielleicht Leser empfinden. Manager großer Banken und Unternehmen setzen Millionen in den Sand und werden durch Abfindungen noch belohnt. Vielleicht wäre die Sache ohne Gericht zu lösen gewesen.

Eine Bemerkung sei dem Gerichtsreporter gestattet: Alle Verhandlungen, denen er beiwohnte, erfolgten an sonnigen Tagen. Weiße Wände, immer hell der Raum. Dennoch brannten alle Beleuchtungen. Zahlreiche Lampen an Decken und Seiten. Zwar Strom sparend, dennoch dürfte die zusätzliche Beleuchtung wohl kaum zu einer besseren Erleuchtung der Fälle beitragen. Oder ist sie Pflicht?
Friedbert Specht
Autor: nnz

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