Di, 16:15 Uhr
14.06.2016
Betrachtungen zur Wacker-Pressekonferenz
Für Furore sorgen
Der Fahrplan für die Vorbereitung einer weiteren Regionalliga-Saison in Nordhausen steht. Wacker will wieder angreifen. Der neue Trainer verspricht Offensiv-Fußball, will jedes Spiel gewinnen und für Furore sorgen. Das hören die Wacker-Fans gern. Gerade nach dem Einbruch der Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte bestand reichlich Handlungsbedarf...
Von links: Tomislav Piplica, Joe Albersinger und Andreas Seipel (Foto: nnz)
Präsident Kleofas und seine Vorstände haben das Desaster seit dem Winter analysiert, als das Team lediglich fünfmal als Sieger vom Platz gehen konnte, bei den direkten Aufstiegskontrahenten BAK und Zwickau unterging und gegen vier Teams aus der Abstiegszone verlor. Das Ausscheiden im Pokalhalbfinale passte da leider ins Bild.
Die Reaktion des Wacker-Bosses ist aber wie schon nach der Trennung von Jörg Goslar zu Beginn der vergangenen Spielzeit eine überraschende. Mit Joseph Albersinger versucht es nun also ein Oberbayer in der Parkallee. Seine Meriten verdiente sich der erfahrene Übungsleiter bislang in Süddeutschland. Und von dort bzw. aus Hessen bringt er auch gleich fünf Spieler mit.
Den Kontakt zwischen Kleofas und Albersinger hat Maurizio Gaudino hergestellt, einst deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart in dessen besseren Tagen und WM-Teilnehmer 1994. Ein ausgewiesener Experte, der seinem Freund Joe zu diesem Schritt Richtung Südharz riet.
Der Coach wird schnell feststellen, dass in der Regionalliga Nordost ein anderer Ball gespielt wird als im Südwesten. Der SV Elversberg musste diese schmerzliche Erfahrung eben gegen Zwickau in den Relegationsspielen machen. Mit feiner Technik und Hacke-Spitze ist es nicht getan, denn im Nordosten wird um jeden Grashalm erbittert gekämpft. Albersinger ist also gut beraten, sich seine neue Truppe genau anzuschauen und deren Fighterqualitäten zu überprüfen. Sehr erfreulich ist jetzt schon die Integration von gleich drei Nordhäuser Eigengewächsen in die Viertligamannschaft. Das macht vielen Jungs im Nachwuchs Mut und gibt ihnen die Motivation, sich weiter zu quälen.
Die Unkenntnis der regionalen Gegebenheiten muss für die Trainerarbeit kein Nachteil sein und bietet dem Neuen auch große Chancen. Frei von alten Vorurteilen, Spekulationen und Verbindlichkeiten kann Joe Albersinger sich ans Werk machen und die Gegner mit Unbekümmertheit überraschen. Außerdem assistiert ihm ein eingespieltes Trainerteam, dass jeden rostigen Nagel im AKS und jeden Sportplatz im Umkreis von 200 km kennt.
Sportlich werden Albersinger, Gaudino und Kleofas den FSV Wacker 90 gut aufstellen für die kommende Saison. Ob es dann für den Platz an der Sonne reichen wird, hängt außer vom eigenen Geschick auch von unvorhersehbaren Faktoren ab. Wie stark macht der belgische Mäzen Carl-Zeiss Jena? Welcher Verein hat sich am besten verstärkt? Wer integriert seine Neuen am schnellsten? Vereine wie der BFC, der BAK, eventuell der SV Babelsberg und sicher die U23-Bullen werden Jena und Wacker das Leben so schwer wie möglich machen.
Ende Juli werden wir wissen, welche neuen und alten Helden den Rasen im AKS demnächst umpflügen für die Mission Aufstieg in den Profifußball. Und sie werden bereits vorher wissen, wer sich aus Nordhausen verabschieden wird oder muss. Michel Harrer zum Beispiel oder der beurlaubte Benjamin Förster?
Fans, Sponsoren und Freunde des Vereins können den Anpfiff am 24. Juli kaum noch erwarten. Doch bis dahin fließt noch einiges Wasser die Zorge runter und erst am 16 Juli zum Testspiel gegen den HFC werden wir wissen, wem der neue Trainer vertraut.
Olaf Schulze
Autor: nnz
Von links: Tomislav Piplica, Joe Albersinger und Andreas Seipel (Foto: nnz)
Präsident Kleofas und seine Vorstände haben das Desaster seit dem Winter analysiert, als das Team lediglich fünfmal als Sieger vom Platz gehen konnte, bei den direkten Aufstiegskontrahenten BAK und Zwickau unterging und gegen vier Teams aus der Abstiegszone verlor. Das Ausscheiden im Pokalhalbfinale passte da leider ins Bild.
Die Reaktion des Wacker-Bosses ist aber wie schon nach der Trennung von Jörg Goslar zu Beginn der vergangenen Spielzeit eine überraschende. Mit Joseph Albersinger versucht es nun also ein Oberbayer in der Parkallee. Seine Meriten verdiente sich der erfahrene Übungsleiter bislang in Süddeutschland. Und von dort bzw. aus Hessen bringt er auch gleich fünf Spieler mit.
Den Kontakt zwischen Kleofas und Albersinger hat Maurizio Gaudino hergestellt, einst deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart in dessen besseren Tagen und WM-Teilnehmer 1994. Ein ausgewiesener Experte, der seinem Freund Joe zu diesem Schritt Richtung Südharz riet.
Der Coach wird schnell feststellen, dass in der Regionalliga Nordost ein anderer Ball gespielt wird als im Südwesten. Der SV Elversberg musste diese schmerzliche Erfahrung eben gegen Zwickau in den Relegationsspielen machen. Mit feiner Technik und Hacke-Spitze ist es nicht getan, denn im Nordosten wird um jeden Grashalm erbittert gekämpft. Albersinger ist also gut beraten, sich seine neue Truppe genau anzuschauen und deren Fighterqualitäten zu überprüfen. Sehr erfreulich ist jetzt schon die Integration von gleich drei Nordhäuser Eigengewächsen in die Viertligamannschaft. Das macht vielen Jungs im Nachwuchs Mut und gibt ihnen die Motivation, sich weiter zu quälen.
Die Unkenntnis der regionalen Gegebenheiten muss für die Trainerarbeit kein Nachteil sein und bietet dem Neuen auch große Chancen. Frei von alten Vorurteilen, Spekulationen und Verbindlichkeiten kann Joe Albersinger sich ans Werk machen und die Gegner mit Unbekümmertheit überraschen. Außerdem assistiert ihm ein eingespieltes Trainerteam, dass jeden rostigen Nagel im AKS und jeden Sportplatz im Umkreis von 200 km kennt.
Sportlich werden Albersinger, Gaudino und Kleofas den FSV Wacker 90 gut aufstellen für die kommende Saison. Ob es dann für den Platz an der Sonne reichen wird, hängt außer vom eigenen Geschick auch von unvorhersehbaren Faktoren ab. Wie stark macht der belgische Mäzen Carl-Zeiss Jena? Welcher Verein hat sich am besten verstärkt? Wer integriert seine Neuen am schnellsten? Vereine wie der BFC, der BAK, eventuell der SV Babelsberg und sicher die U23-Bullen werden Jena und Wacker das Leben so schwer wie möglich machen.
Ende Juli werden wir wissen, welche neuen und alten Helden den Rasen im AKS demnächst umpflügen für die Mission Aufstieg in den Profifußball. Und sie werden bereits vorher wissen, wer sich aus Nordhausen verabschieden wird oder muss. Michel Harrer zum Beispiel oder der beurlaubte Benjamin Förster?
Fans, Sponsoren und Freunde des Vereins können den Anpfiff am 24. Juli kaum noch erwarten. Doch bis dahin fließt noch einiges Wasser die Zorge runter und erst am 16 Juli zum Testspiel gegen den HFC werden wir wissen, wem der neue Trainer vertraut.
Olaf Schulze

























