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Di, 14:14 Uhr
14.06.2016
Integrationsbeirat lädt ein

Diskussionen zu Flüchtlingspolitik

Dass Migranten bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Flüchtlingspolitik (in) der EU“ selber zu Wort kommen, ist (noch) nicht selbstverständlich. Viel wird kontrovers über, weniger jedoch mit Migranten in der Öffentlichkeit gesprochen. Das zu verändern, ist ein Ziel des Integrationsbeirats des Landkreises Nordhausen...

Deshalb bedankt er sich bei der Bildungsakademie beim Jugendsozialwerkes für die Einladung zur Podiumsdiskussion am 9. Juni. Jessica Piper, die Pressesprecherin des Landkreises, moderierte diese souverän.

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Gemeinsam mit Medine Yilmaz, der Thüringer Ehrenamtskoordinatorin und Mitarbeiterin der Landesintegrationsbeauftragten und Jochen Kubosch von der Europäischen Kommission diskutierte der Vorsitzende des Integrationsbeirats, Mohamed Sayed, aus einer internen Sichtweise vor und mit den erschienen Fachleuten zu Fragen der europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik.

Während üblicherweise bei solchen Foren Zahlen und außenpolitische Gegebenheiten im Vordergrund stehen, zeigten Medine Yilmaz und Mohamed Sayed auf einen anderen Aspekt. Die akuten Fragen von Unterbringung und Versorgung der rund 34.000 seit Anfang 2015 in die Thüringer Kommunen gekommenen Flüchtlinge und die gewaltigen Kraftanstrengungen, die daraus folgten, weichen zunehmend Aufgaben ihrer längerfristig angelegten Eingliederung in das Leben unserer Städte und Gemeinden. Aus Flüchtlingen werden Migranten und damit wird sich, ob man dies möchte oder nicht, das Leben aller in Thüringen dauerhaft verändern. Das ist mit Fragen und Problemen verbunden, die sowohl von Neuankömmlingen als auch von Eingesessenen Neuorientierungen und Kompromisse erfordern.

Podiumsdiskussion im Nordhäuser Europahaus (Foto: Jessica Pieper) Podiumsdiskussion im Nordhäuser Europahaus (Foto: Jessica Pieper)

Medine Yilmaz und Mohamed Sayed wiesen auf die wachsende Rolle der Sprachförderung und eines strukturierten Integrations- und Bildungsmanagements hin. Deutsche Sprachkenntnisse, Bildung und Arbeitsperspektiven sind entscheidend für eine gelingende Integration. Mohamed Sayed äußerte, dass nicht selten Flüchtlinge und deutsche Helfer bzw. Institutionen aus gegenseitiger Unkenntnis kultureller Erfahrungen aneinander vorbeireden. Dies führt zu vermeidbaren Konflikten. So verstehen Menschen aus arabischen und afrikanischen Kulturen nicht selten die verschriftlichte Form von Abläufen deutscher Verwaltungen nicht. Das hat nicht nur mit möglicherweise unzureichenden Deutschkenntnissen zu tun. Deutschen sind solche Formen selbstverständlich und sie spielen für das normale Funktionieren unserer Gesellschaft eine große Rolle. Andererseits ist der persönliche, direkte Kontakt für Personen aus den genannten Kulturkreisen häufig entscheidender und verbindlicher. Der Mitglieder des Integrationsbeirats wollen mit ihrem Engagement dazu beitragen, diese Verständnisprobleme abzubauen und praktische Lösung zu finden.

Medine Yilmaz als Mitarbeiterin der Thüringer Landesregierung konnte vom Integrationsbeirat für eine ausführlichere Diskussion über Flüchtlingspolitik, Migration und Ehrenamt in der Integrationshilfe gewonnen werden. Alle Interessenten sind zu einer offenen Diskussion mit ihr bei der nächsten öffentlichen Versammlung des Integrationsbeirats am 4. Juli um 16 Uhr, in den Großen Plenarsaal des Landratsamtes Nordhausen, Grimmelallee 23, eingeladen.
Autor: red

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