Mo, 19:14 Uhr
09.05.2016
Welches Bildungssystem hätten Sie denn gern?
Die CDU fragte die Menschen
Die CDU-Landtagsfraktion hatte heute in den Bürgersaal des Nordhäuser Bürgerhauses eingeladen. Im Mittelpunkt standen der Thüringer CDU-Chef Mike Mohring und eine Studie, die Fragen nach dem Bildungssystem in dieser Republik stellte...
Blick in den Ratssaal (Foto: nnz)
Es gilt natürlich auch für diese Umfrage: Wer die Musik bezahlt, der gibt Programm und Takt vor. Das gilt natürlich auch für Umfragen. Bei der, die durch die Fraktionsvorsitzendenkonferenz von CDU/CSU in Auftrag gegeben wurde, scheint klar.
In Thüringen, das seit Dezember 2014 von R2G regiert wird, sieht es mit dem Bildungssystem am verheerendsten aus. 34 Prozent der Thüringer bewerteten es mit sehr gut und gut, 59 mit weniger gut und schlecht.
Toll, das beste Bildungssystem gibt es demnach auch in Bayern, meint der überwiegende Teil der insgesamt 2002 befragten Menschen von Flensburg und Binz bis Passau und Oberwiesental. Und so befand Mike Mohring, dass Bildung nicht eine Frage von Legislaturen sei, sondern dass Langfristigkeit und Konstanz bei den Menschen gefragt sei.
Zurück zur Umfrage: Die Qualität der beruflichen Bildung (dualer Charakter) wird von 63 Prozent als eher gut bewertet, 19 Prozent votierten für sehr gut. Demzufolge müssten die Berufsschulen auch künftig weiter und vor allem stärker als bisher gefördert werden. Allerdings: die Mehrheit der Befragten bewertet die Vorbereitung junger Menschen auf die Berufsausbildung als eher schlecht oder sehr schlecht. Natürlich gab es hier den politischen Schlenker, da ja die CDU in Thüringen für ein Azubi-Ticket plädiert. Ähnlich dem Studenten-Ticket. Und dieses Ticket ist vielleicht auch die Ursache, warum mancher Bäcker keinen Nachfolger für seine Bäckerei findet. Dass daran wohl eher die Selbstbacker wie Aldi, Lidl und all die anderen, inklusive wir als Kunden einen gehörigen Anteil haben, dass verschweigt der Herr Mohring.
Mike Mohring stellt die Umfrageergebnisse vor (Foto: nnz)
Dafür kommt nun das zweite Grand-Thema in Form von Balkendiagrammen an die Leinwand. Die Inklusion – das Lieblingsschulmodell von Rot-Rot-Grün. Die dimap-Umfrage belegt, dass 66 Prozent aller Befragten den Begriff Inklusion nur mit Hilfestellung gehört hatten. Über 80 Prozent aller Befragten seien der Meinung, dass es auch weiterhin Förderschulen geben solle, die Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf unterstützen.
Auch interessant, weil in diesen Zeiten nicht um ein Thema umhin gekommen wird, die Flüchtlinge: Über Dreiviertel, dass Kinder, die nicht die deutsche Sprache sprechen, in besonderen Vorbereitungsklassen unterrichtet werden sollen. Nach dem Themenkreis der Begabtenförderung war Mike Mohring dann am Ende seines Vortrages angekommen.
Carola Böck, die stellvertretende Stadtvorsitzende der CDU, eröffnete danach die Diskussion. Uta Triebel stellt Probleme in der Berufsausbildung dar. Die von ihr geleitete Pro-Vita-Akademie bildet junge Menschen aus, die keinerlei Berufsausbildungsvergütung bekommen. Das sei ein großes Problem für die Attraktivität der Ausbildung, zum Beispiel in pflegerischen Berufen oder in der Betreuung von Kindern.
Bärbele Herr, die Leiterin des Förderzentrums Pestalozzi, bemängelte die Fragestellungen in der Umfrage. Zum Beispiel die nach den Gemeinschaftsschulen fehle ihr.
Warum könne der Bund nicht ein Azubi-Ticket anbieten, fragte Gabriela Helbing, operative Geschäftsführerin der Nordhäuser Arbeitsagentur. Ein anderer Berufsschul-Pädagoge meinte, dass die Zentralisierung der Berufsausbildung mehr und mehr Probleme schaffe, vor allem für kleinere Unternehmen. Hier sagte Landkreis-Beigeordneter Stefan Nüßle, dass die Berufsschulen auf die Ausbildungsunternehmen zugehen müssen. Deren Kammern würden eine Konzentration der schulischen Berufsausbildung präferieren.
Erika Hesse ist pensionierte Lehrerin, kritisierte die Abschaffung der Noten in den unteren Klassen, die Abschaffung der Kopfnoten. Unerklärlich für die Pädagogin auch die Überlegungen zur Abschaffung der Schreibschrift. Die Eltern würden zunehmend in die Benotung der Lehrer eingreifen. Statt Gesprächen werden lieber mit dem Anwalt gedroht. Damit schließt sich der Kreis der heutigen Berichterstattung zum Brief von Bodo Schwarzberg.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Blick in den Ratssaal (Foto: nnz)
Es gilt natürlich auch für diese Umfrage: Wer die Musik bezahlt, der gibt Programm und Takt vor. Das gilt natürlich auch für Umfragen. Bei der, die durch die Fraktionsvorsitzendenkonferenz von CDU/CSU in Auftrag gegeben wurde, scheint klar.
In Thüringen, das seit Dezember 2014 von R2G regiert wird, sieht es mit dem Bildungssystem am verheerendsten aus. 34 Prozent der Thüringer bewerteten es mit sehr gut und gut, 59 mit weniger gut und schlecht.
Toll, das beste Bildungssystem gibt es demnach auch in Bayern, meint der überwiegende Teil der insgesamt 2002 befragten Menschen von Flensburg und Binz bis Passau und Oberwiesental. Und so befand Mike Mohring, dass Bildung nicht eine Frage von Legislaturen sei, sondern dass Langfristigkeit und Konstanz bei den Menschen gefragt sei.
Zurück zur Umfrage: Die Qualität der beruflichen Bildung (dualer Charakter) wird von 63 Prozent als eher gut bewertet, 19 Prozent votierten für sehr gut. Demzufolge müssten die Berufsschulen auch künftig weiter und vor allem stärker als bisher gefördert werden. Allerdings: die Mehrheit der Befragten bewertet die Vorbereitung junger Menschen auf die Berufsausbildung als eher schlecht oder sehr schlecht. Natürlich gab es hier den politischen Schlenker, da ja die CDU in Thüringen für ein Azubi-Ticket plädiert. Ähnlich dem Studenten-Ticket. Und dieses Ticket ist vielleicht auch die Ursache, warum mancher Bäcker keinen Nachfolger für seine Bäckerei findet. Dass daran wohl eher die Selbstbacker wie Aldi, Lidl und all die anderen, inklusive wir als Kunden einen gehörigen Anteil haben, dass verschweigt der Herr Mohring.
Mike Mohring stellt die Umfrageergebnisse vor (Foto: nnz)
Dafür kommt nun das zweite Grand-Thema in Form von Balkendiagrammen an die Leinwand. Die Inklusion – das Lieblingsschulmodell von Rot-Rot-Grün. Die dimap-Umfrage belegt, dass 66 Prozent aller Befragten den Begriff Inklusion nur mit Hilfestellung gehört hatten. Über 80 Prozent aller Befragten seien der Meinung, dass es auch weiterhin Förderschulen geben solle, die Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf unterstützen.Auch interessant, weil in diesen Zeiten nicht um ein Thema umhin gekommen wird, die Flüchtlinge: Über Dreiviertel, dass Kinder, die nicht die deutsche Sprache sprechen, in besonderen Vorbereitungsklassen unterrichtet werden sollen. Nach dem Themenkreis der Begabtenförderung war Mike Mohring dann am Ende seines Vortrages angekommen.
Carola Böck, die stellvertretende Stadtvorsitzende der CDU, eröffnete danach die Diskussion. Uta Triebel stellt Probleme in der Berufsausbildung dar. Die von ihr geleitete Pro-Vita-Akademie bildet junge Menschen aus, die keinerlei Berufsausbildungsvergütung bekommen. Das sei ein großes Problem für die Attraktivität der Ausbildung, zum Beispiel in pflegerischen Berufen oder in der Betreuung von Kindern.
Bärbele Herr, die Leiterin des Förderzentrums Pestalozzi, bemängelte die Fragestellungen in der Umfrage. Zum Beispiel die nach den Gemeinschaftsschulen fehle ihr.
Warum könne der Bund nicht ein Azubi-Ticket anbieten, fragte Gabriela Helbing, operative Geschäftsführerin der Nordhäuser Arbeitsagentur. Ein anderer Berufsschul-Pädagoge meinte, dass die Zentralisierung der Berufsausbildung mehr und mehr Probleme schaffe, vor allem für kleinere Unternehmen. Hier sagte Landkreis-Beigeordneter Stefan Nüßle, dass die Berufsschulen auf die Ausbildungsunternehmen zugehen müssen. Deren Kammern würden eine Konzentration der schulischen Berufsausbildung präferieren.
Erika Hesse ist pensionierte Lehrerin, kritisierte die Abschaffung der Noten in den unteren Klassen, die Abschaffung der Kopfnoten. Unerklärlich für die Pädagogin auch die Überlegungen zur Abschaffung der Schreibschrift. Die Eltern würden zunehmend in die Benotung der Lehrer eingreifen. Statt Gesprächen werden lieber mit dem Anwalt gedroht. Damit schließt sich der Kreis der heutigen Berichterstattung zum Brief von Bodo Schwarzberg.
Peter-Stefan Greiner


