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Mi, 17:30 Uhr
23.06.2004

Hawaii fest im Blick

Nordhausen (nnz). Ironman – zu gut deutsch – Stahlman ist der gefürchtetste Triathlon auf diesem Globus. Doch der Ironman auf Hawaii ist nicht nur was für stahlharte Männer. Auch eine Frau will es wissen. Und die kommt dazu noch aus Nordhausen.


Hawaii fest im Blick (Foto: nnz) Hawaii fest im Blick (Foto: nnz) Katja Wollschläger (SV Nordhausen 90) kämpft am Samstag beim IRONMAN FRANCE um einen Startplatz für die IRONMAN-Weltmeisterschaft. Im Jahre 1978 wurde er erstmals ausgetragen – der IRONMAN–Triathlon auf Hawaii. Seitdem ist er zum Mythos der Sportart Triathlon geworden, und jedes Jahr im Oktober kämpfen 1600 Athleten aus der ganzen Welt auf der Pazifik-Insel über die Distanzen 3,8 km Schwimmen,180 km Rad und 42,195 km Laufen um den IRONMAN-Weltmeistertitel – oder einfach nur ums Ankommen.

25 000 Athleten weltweit würden gern teilnehmen, doch Hawaii bleibt nur den Besten vorenthalten, eine harte Qualifikation ist vonnöten, um eines der begehrten Tickets zu erwerben. 20 Qualifikations-Rennen gibt es weltweit, sechs davon in Europa (Deutschland, Schweiz, Österreich, Großbritannien, Lanzarote, Frankreich). Am Samstag geht im französischen Gerardmer mit dem IRONMAN FRANCE eines dieser Quali-Rennen über die Bühne, und mit Katja Wollschläger steht eine Athletin des SV Nordhausen 90 hinter der Startlinie.

Nach ihrem 24. Gesamtplatz beim IRONMAN HAWAII 2003 und dem Vize-Weltmeistertitel in der Altersklasse 25-29 versucht die 25jährige, sich erneut für den Saisonhöhepunkt im Herbst zu qualifizieren. Rund 900 Athleten, darunter 70 Frauen, werden über die Original-Distanzen (3,8 – 180 – 42) versuchen, eines der 50 Tickets zu erkämpfen. In der Altersklasse W 25-29 sind 10 Sportlerinnen am Start, für diese Kategorie gibt es zwei Quali-Plätze. „In aller erster Linie geht es für mich um die Qualifikation. Allerdings wäre ein Gesamt-Platz unter den Top 5 der Frauen ein lohnendes Ziel – wenn alles gut läuft !“, so die Pharmazeutin, die zur Zeit ihr Praktisches Jahr absolviert.

Mehr als 20 Stunden Training pro Woche - seit Anfang Januar läuft die gezielte Vorbereitung auf diesen einen Tag, an dem man alles gewinnen, aber auch alles verlieren kann. „Der Wettkampf dauert über 10 Stunden, da weiß man vorher nie, was einem alles passiert – Raddefekt, Hungerast, Krämpfe. Ebenso kann man aber auch eine schlechte Leistung auf dem Rad durch einen guten Lauf wieder kompensieren, ein IRONMAN ist unberechenbar.“ Katja Wollschläger weiß, wovon sie spricht.

Bei ihrem ersten Rennen über die IRONMAN-Distanz im Juli 2003 in Zürich lag sie in aussichtsreicher Position im Rennen auf Platz 5, dann ereilten sie nach 80 km auf dem Rad stärkste Kopfschmerzen, die sie fast zur Aufgabe zwangen. Sie mußte sogar vom Rad absteigen, sich an den Straßenrand setzen – mit Cola und einer Kopfschmerztablette wurde es besser. Sie fand zurück ins Rennen, überholte auf den letzten 50km der Radstrecke wieder etliche Konkurrentinnen. Beim abschließenden Marathon lief zunächst alles bestens, bis sie bei km 33 starke Wadenkrämpfe bekam. Auch die überstand sie – und holte sich als 2. ihrer Altersklasse erstmals die Qualifikation für Hawaii. „Nach solch einem Rennen weiß man, daß es sich lohnt, weiter zu machen.

Man kann immer wieder in ein Rennen zurückkommen – 10 Stunden sind eine lange Zeit.“ Auf Hawaii lief dafür alles glatt, wie das Resultat verdeutlicht. „Langfristig möchte ich auf Hawaii unter die ersten 15 – vielleicht in 3 bis 4 Jahren. Hawaii ist das, was für mich zählt. Dort sind alle Stars am Start, danach weiß man, wo man sich einzuordnen hat.“

Der nächste Schritt dahin folgt hoffentlich am Samstag in den Bergen der französischen Vogesen, wo im Jahre 1997 Udo Bölts einen Jan Ullrich im Gelben Trikot mit den Worten „Quäl Dich, Du Sau !“ über die Pässe schleppte. 900 Athleten werden am Samstag mehrfach den tieferen Sinn dieser Worte durchleben.

Nähere Infos unter: (1) oder (2).
Autor: nnz

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