eic kyf msh nnz uhz tv nt
Di, 15:10 Uhr
05.04.2016
Besuche beim Erdfall

Ein neues Nordhäuser Wahrzeichen?

Vielleicht hat die Katastrophe vom Februar im nachhinein noch etwas gutes - der Erdfall am Salzagraben als Ausflugsziel. Heute war eine Gruppe Studenten der Aachener Hochschule zur Besichtigung gekommen und sie werden womöglich nicht die letzten sein...

Anschauungsunterricht am Erdfall - Studenten der Hochschule Aachen zu Besuch am Nordhäuser Erdfall (Foto: Angelo Glashagel) Anschauungsunterricht am Erdfall - Studenten der Hochschule Aachen zu Besuch am Nordhäuser Erdfall (Foto: Angelo Glashagel)

Wie man hört hat sich der eindrucksvolle Erdfall, der vor bald zwei Monaten die frisch sanierte Zentrale der Nordhäuser Service Gesellschaft mit sich in die Tiefe riss, inzwischen zu einer Art Ausflugsziel gemausert. Mit den ersten schönen Frühlingstagen soll so mancher Nordhäuser, vielleicht mit ein paar Gästen im Schlepptau, die Chance genutzt haben sich den Krater einmal aus der Nähe anzusehen.

Anzeige symplr (1)
Medial ist es ruhig geworden um das Loch am Salzagraben, das Interesse aber besteht weiterhin. Zwei Wissenschaftssendungen hätten angefragt ob man drehen könne, hieß es auf Nachfrage aus dem Landratsamt, ob die Kamerateams tatsächlich auch anrücken werden stehe aber noch nicht fest.

Echte Wissenschaftler ganz ohne Kameras besahen sich das Werk der Natur heute Nachmittag. Eine Delegation der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen machte auf ihrer Exkursion durch den Südharz halt am Salzagraben.

Lars Reuning erklärte seinen Studenten die Entstehung der Erdfälle (Foto: Angelo Glashagel) Lars Reuning erklärte seinen Studenten die Entstehung der Erdfälle (Foto: Angelo Glashagel)

"Das ist schon spektakulär", sagte Lars Reuning, Lehrkraft im Master Studiengang Angewandte Geowissenschaften. 18 Studenten hatte er mitgebracht, die Exkursion war international besetzt, referiert wurde auf Englisch. Reuning ist jedes Jahr im Südharz unterwegs denn der Zechsteingürtel sei nicht nur als Rohstofflieferant für Gips und Anhydrit interessant. Die Gesteine, die hier an der Oberfläche zu Tage treten, liegen zwischen Hannover und Bremen in bis zu 4000 Metern Tiefe - und beherbergen dort wahrscheinlich größere Erdgasvorkommen. Die Gipsgesteine bilden im Untergrund die Deckschichten, welche die Gashaltigen Schichten abdichten.

Wer diese Gesteine studieren will, muss entweder sehr weit unter Tage fahren, oder kommt in den Südharz. "Hier kann man die dreidimensionale Verteilung der Gesteine sehr gut sehen", erklärte der Aachener Hochschullehrer. Ähnliche Gegenden gibt es in Deutschland nur noch in der Schwäbischen Alb.

Unter seinen Studenten sind aber auch Ingenieure und Baugrundgeologen. Einen so jungen Erdfall dieser Größe sehe man nicht oft, sagte der Wissenschaftler, man werde sich der Gefahren bewusst, die es nicht nur in Ländern wie Mexiko sondern eben auch in Deutschland gebe. Vor den klaffenden Wunden der beiden Häuser der Servicegesellschaft erläuterte Reuning seinen Studenten die Entstehung des Erdfalls und beantwortete Fragen zu Bausicherheit und Verfüllung. Eigentlich sollte man das Loch möglichst schnell verfüllen, am besten mit Beton, der auch noch in kleinere Ritzen dringt, erklärte er. Das Problem sei dabei aber, dass man nicht abschätzen könne wieviel Material tatsächlich benötigt wird und damit auch die Kosten nur schwer abzusehen seien.

Am Erdfall selbst hat sich indes nichts getan, alles bleibe so wie es ist, hieß es aus dem Landratsamt - eingezäunt und abgesichert. Weitere arbeiten am Loch seien derzeit nicht geplant.

Für die Stundenten soll es heute noch weiter gehen, zum großen See in Herzberg. Auch das war einmal ein Erdfall, allerdings mit 12.000 Jahren etwas älter als das Nordhäuser Loch und heutzutage sehr einladend.
Angelo Glashagel
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
derMicha
05.04.2016, 16:13 Uhr
Etwas daraus gelernt
Da sieht man mal wieder, dass selbst solche Unglücke etwas Positives bewirken. Die Studenten lernen etwas draus, Geologen sind glücklich.
Peter59
05.04.2016, 16:31 Uhr
Versenkt....
Hoffentlich wurde den Studenten auch gesagt wieviel Steuergeld hier versenkt wurde. Wie abartig ist das denn?
Kama99
05.04.2016, 18:04 Uhr
Einnahme-Ouelle
Vielleicht sollte man dort noch eine Imbiss-Bude aufstellen, dann kommt noch mehr Geld herein.
Welche Versicherung bezahlt eigentlich die Kosten, wenn bei den Besuchern die Erde plötzlich weiter nach gibt?
tropensturm
05.04.2016, 18:08 Uhr
Touristen Atraktionen in Nordhausen
Noch 2 oder 3 solche Erdfälle in Nordhausen und wir können uns vor Touristen kaum noch retten.
Waldemar Ceckorr
05.04.2016, 18:47 Uhr
@kama99
keine weil, unser matthias, der landrat keine abgeschlossen hat
Waldemar Ceckorr
05.04.2016, 18:59 Uhr
@tropensturm
genau wie bei der kulturbibliothek
der waldi
Nordhäuser Freiheit
05.04.2016, 19:25 Uhr
Erdfall ein Fall für den Bund der Steuerzahler
Schön, daß wenigstens Studenten Freude am Erdfall haben.

Eine Millionen Euro Steuergelder über Nacht versenkt. Unversichert.

Ein Fall fürs Schwarzbuch der Steuerzahler.
Franz Tabak
05.04.2016, 23:23 Uhr
Eintrittspreise
Man könnte doch Eintritt für diese "Attraktion" nehmen, oder, werte Stadträte?

Dazu, wie oben schon geschrieben eine Würschtchenbude und ein oder zwei Karusselle, schon wäre der Freizeit- und Abenteuerpark "Nordhäuser Millionengrab" perfekt, oder?
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)