Fr, 06:00 Uhr
01.04.2016
Pilotprojekt in der Rautenstraße
Ein Schritt in die Zukunft
Smartphones und Tablets bestimmen zunehmend den Alltag. Der regelmäßige Blick auf das Display ist für viele zur Routine geworden. Die schöne neue Welt der kleinen Bildschirme bringt aber nicht nur Vorteile. Als Unfallursache hat sich der schnelle Blick aufs Handy schon etabliert. In Nordhausen will man jetzt in einem Pilotprojekt präventive Maßnahmen erproben...
Ein Schritt in die Zukunft - mit "SmartStripes" könnten in Zukunft Unfälle vermieden werden (Foto: Angelo Glashagel)
Eine neue Nachricht in der Whatsapp-Gruppe, Statusmeldung auf Facebook, Breaking News, Apps zum Wetter, Apps zur Fitness, Apps für alles mögliche oder einfach nur der gute, alte Blick auf die Uhr - Smartphones sind für viele Menschen zum täglichen, und manchnmal unverzichtbaren, Begleiter geworden.
Der Zugang zu allen möglichen Informationen ist heute schnell, unmittelbar und nahezu überall möglich. Wie sich immer öfter zeigt, halten unsere sieben Sinne mit der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung aber nur bedingt mit. Information erfordert Aufmerksamkeit und die wiederum bedeutet Ablenkung von der Umwelt. Etwa wenn man die Straße überquert. Der Blick auf das Display ist denn auch immer öfter Ursache für Unfälle, wie der Blick in die jüngste Unfallstatistik belegt.
In Nordhausen will man angesichts dieser Entwicklung nicht nur mit der Zeit gehen, sondern ihr voraus sein. Mit dem Pilotprojekt "Ein Schritt in die Zukunft" will die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Nordhausen demnächst in der Stadt präventive Maßnahmen testen, welche die Sicherheit der digitalen Generation im Straßenverkehr erhöhen sollen.
In der Rautenstraße werden dieser Tage zwei parallel verlaufene Streifen als Markierungen für Fußgänger auf den Bürgersteig aufgebracht - ähnlich der Straßenmarkierungen für Fahrzeuge. So zukunftsweisend scheint die Idee auf den ersten Blick also nicht. Die eigentliche Neuerung, die das vernetzte Volk vor Unfällen bewahren soll, befindet sich in den Streifen selbst und ist für den Betrachter unsichtbar: alle paar Meter enthalten die "SmartStripes" kleine Funkchips, ähnlich der bekannten RFID Technik, die beständig Signale aussenden und die Geräte im Umfeld erfassen.
Kommen sich zwei Signale zu nahe oder verlässt eines der Geräte die vorgegebene Spur, dann schlägt das System Alarm und sendet eine Warnung via entsprechender App an die Geräte der Probanden. "Unfälle, an denen vom Handy abgelenkte Fußgänger beteiligt sind, sollen so drastisch reduziert werden", sagte Hannelore Haase, zweite Beigeordnete der Stadt. Ähnliche Projekte mit vielversprechenden Ergebnissen habe es bereits in verschiedenen deutschen Städten, aber auch weltweit gegeben, unter anderem auch in Metropolen wie Tokio, New York und Berlin, so Haase weiter.
Erster Praxistest in der Rautenstraße - die SmartStripes sollen Handynutzer rechtzeitig warnen (Foto: Angelo Glashagel)
Dass man die neue Technik nun auch in Nordhausen testen könne, verdanke man zum einem dem technischen Know-How und dem guten Ruf der Hochschule, aber auch dem beständigen Engagement der Stadt in Sachen Zukunftsfragen, erklärte Haase. Zum Beispiel über die wegweisenden Projektideen, mit denen man sich in Wettbewerben wie der Interationalen Bauaustellung oder zuletzt der "Zukunftsstadt" beworben habe. "Das ist bemerkt worden", sagte die Beigeordnete - das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt. "Wenn die Testphase in der Rautenstraße erfolgreich verläuft, dann werden wir die "SmartStripes" auch an anderen hochfrequentierten Stellen wie Ampelkreuzungen oder Zebrastreifen anbringen und die Stadt für die Bürgerinnen und Bürger so zu einem zukunftsfesten und vor allem noch sichereren Ort machen", erklärte Hannelore Haase.
Um die Erprobung statistisch absichern zu können, hoffen Stadt und Hochschule auf die Unterstützung der Bevölkerung. Perspektivisch sollen interessierten Teilnehmern Mobiltelefone zur Verfügung gestellt werden, die über die entsprechende Technik verfügen. Wie genau die Kriterien für die Teilnahme am Projekt aussehen und ab wann man sich bewerben kann, stand zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest. Zunächst sieht der Plan vor mit einer kleineren Gruppe Probanden die schlauen Streifen in einem begrenzten Gebiet zu testen.
Angelo Glashagel
Autor: red
Ein Schritt in die Zukunft - mit "SmartStripes" könnten in Zukunft Unfälle vermieden werden (Foto: Angelo Glashagel)
Eine neue Nachricht in der Whatsapp-Gruppe, Statusmeldung auf Facebook, Breaking News, Apps zum Wetter, Apps zur Fitness, Apps für alles mögliche oder einfach nur der gute, alte Blick auf die Uhr - Smartphones sind für viele Menschen zum täglichen, und manchnmal unverzichtbaren, Begleiter geworden.
Der Zugang zu allen möglichen Informationen ist heute schnell, unmittelbar und nahezu überall möglich. Wie sich immer öfter zeigt, halten unsere sieben Sinne mit der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung aber nur bedingt mit. Information erfordert Aufmerksamkeit und die wiederum bedeutet Ablenkung von der Umwelt. Etwa wenn man die Straße überquert. Der Blick auf das Display ist denn auch immer öfter Ursache für Unfälle, wie der Blick in die jüngste Unfallstatistik belegt.
In Nordhausen will man angesichts dieser Entwicklung nicht nur mit der Zeit gehen, sondern ihr voraus sein. Mit dem Pilotprojekt "Ein Schritt in die Zukunft" will die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Hochschule Nordhausen demnächst in der Stadt präventive Maßnahmen testen, welche die Sicherheit der digitalen Generation im Straßenverkehr erhöhen sollen.
In der Rautenstraße werden dieser Tage zwei parallel verlaufene Streifen als Markierungen für Fußgänger auf den Bürgersteig aufgebracht - ähnlich der Straßenmarkierungen für Fahrzeuge. So zukunftsweisend scheint die Idee auf den ersten Blick also nicht. Die eigentliche Neuerung, die das vernetzte Volk vor Unfällen bewahren soll, befindet sich in den Streifen selbst und ist für den Betrachter unsichtbar: alle paar Meter enthalten die "SmartStripes" kleine Funkchips, ähnlich der bekannten RFID Technik, die beständig Signale aussenden und die Geräte im Umfeld erfassen.
Kommen sich zwei Signale zu nahe oder verlässt eines der Geräte die vorgegebene Spur, dann schlägt das System Alarm und sendet eine Warnung via entsprechender App an die Geräte der Probanden. "Unfälle, an denen vom Handy abgelenkte Fußgänger beteiligt sind, sollen so drastisch reduziert werden", sagte Hannelore Haase, zweite Beigeordnete der Stadt. Ähnliche Projekte mit vielversprechenden Ergebnissen habe es bereits in verschiedenen deutschen Städten, aber auch weltweit gegeben, unter anderem auch in Metropolen wie Tokio, New York und Berlin, so Haase weiter.
Erster Praxistest in der Rautenstraße - die SmartStripes sollen Handynutzer rechtzeitig warnen (Foto: Angelo Glashagel)
Dass man die neue Technik nun auch in Nordhausen testen könne, verdanke man zum einem dem technischen Know-How und dem guten Ruf der Hochschule, aber auch dem beständigen Engagement der Stadt in Sachen Zukunftsfragen, erklärte Haase. Zum Beispiel über die wegweisenden Projektideen, mit denen man sich in Wettbewerben wie der Interationalen Bauaustellung oder zuletzt der "Zukunftsstadt" beworben habe. "Das ist bemerkt worden", sagte die Beigeordnete - das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt. "Wenn die Testphase in der Rautenstraße erfolgreich verläuft, dann werden wir die "SmartStripes" auch an anderen hochfrequentierten Stellen wie Ampelkreuzungen oder Zebrastreifen anbringen und die Stadt für die Bürgerinnen und Bürger so zu einem zukunftsfesten und vor allem noch sichereren Ort machen", erklärte Hannelore Haase. Um die Erprobung statistisch absichern zu können, hoffen Stadt und Hochschule auf die Unterstützung der Bevölkerung. Perspektivisch sollen interessierten Teilnehmern Mobiltelefone zur Verfügung gestellt werden, die über die entsprechende Technik verfügen. Wie genau die Kriterien für die Teilnahme am Projekt aussehen und ab wann man sich bewerben kann, stand zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest. Zunächst sieht der Plan vor mit einer kleineren Gruppe Probanden die schlauen Streifen in einem begrenzten Gebiet zu testen.
Angelo Glashagel

