Fr, 09:00 Uhr
01.04.2016
Krasser Lichtblick...
... oder Störung der Totenruhe?
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.– so trotzig und fundamental schreibt Paulus an einige Zweifler und Besserwisser in Korinth. Dass Jesus auferstanden ist, ist für die Einen ein Fest, für die anderen eine Störung ihrer eigenen Totenruhe, obwohl sie noch am Leben sind, meint Pfarrer Reinhard Süpke heute im Lichtblick...
Für die Einen ein Fest: Das sieht man in der katholischen Oberlausitz. Da waren wieder die Osterreiter unterwegs. Ein schöner Brauch, finde ich: Denn eine christliche Gemeinde besucht eine andere, um die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist, den anderen Gemeinden zu bringen. Um die 1500 Männer mit Frack und Zylinder auf geschmückten Pferden, unterwegs mit Gebeten, Gesängen und Standarten. In den Nachrichten war zu hören, dass tausende Schaulustige auch dieses Jahr an der Straße stehen, um das zu erleben.
Das ist sicher ein schönes Kulturerlebnis – und hoffentlich bringt es manchem Kulturfreund auch neue Hoffnung durch den Satz: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Dieser Satz, der das Osterreiten ausgelöst hat, ist kein Kulturschatz –sondern Grund zum Feiern. Nämlich um das Leben zu feiern. Aber warum ist es für die anderen eine Störung ihrer eigenen Totenruhe, obwohl sie noch am Leben sind?
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Dieser Satz stört so manchen Machthaber! Von vielen wurde wird Religion als Opium für da Volk verschrien. Wir würden nur auf da Jenseits vertrösten. Der Nobelpreisträger Czeslaw Milosz aber schreibt: Heute erleben wir eine echte Transformation: Ein echtes Opium für das Volk ist der Glaube, dass nach dem Tod nichts mehr kommt – der gigantische Trost, der darin besteht, sich einzureden, dass unsere Gier, Verrat, Feigheit und Morde keinen Richter finden werden … (Aber) alle Religionen wissen, dass unsere Taten unvergänglich sind… (1)
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Damit wird gesagt: Es ist nicht einfach aus und vorbei nach dem Tod. Sondern da begegnet jeder dem einen absolut gerechten Richter. Jeder wird sich verantworten müssen für sein Leben. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Dieser Satz ist die gewaltigste Störung der Totenruhe. Denn für niemanden hört seine Existenz mit dem Tode einfach auf. Jesus ist der Erste, der auferstanden ist. Und ER ist der Richter, vor dem mal alle Menschen sich verantworten müssen für ihr Leben. Darum stört dieser Satz so viel Menschen, die ihr großes oder kleines Unrecht nicht eingestehen wollen. Sie glauben, mit dem Tod wird es auch damit vorbei sein.
Aber wie sagt der Nobelpreisträger Czeslaw Milosz? …alle Religionen wissen, dass unsere Taten unvergänglich sind… (2)
Und ich behaupte, weil es alle Religionen wissen, weiß es im tiefsten Inneren jeder Mensch. Die gute Nachricht: Wer Jesus vertraut, wer sein Herz auf Empfang und seinen Glauben nicht auf Stumm stellt, der weiß in seinem Herzen: Ich werde vor dem Richter stehen, der meine Schuld am Kreuz weggetragen hat. Und als ER aus dem Grab auferstand, hat ER meine Schuld dort im Grab gelassen! Für solche Menschen ist Ostern ein Fest!
Die schlechte Nachricht ist: Wer seine Schuld von einem Karfreitag bis Karfreitag nächstes Jahr nie bedenken sondern sein Gewissen stumm tanzen will, der vertröstet sich falsch mit dem Gedanken, es wäre einfach aus und vorbei.
Denn: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Dieser Satz stört manche Beerdigung…
Darum ist es für die Einen ein Fest für die anderen eine Störung ihrer eigenen Totenruhe, obwohl sie noch am Leben sind.
Es gibt noch eine gute Nachricht: Der Auferstandene sagt nicht zu denen, die IHM vertrauen: Behaltet das schön für Euch, sollen die andren doch sehen, wie sie klar kommen…
Sondern ER schickt seine Leute los und sagt ihnen: Ladet alle ein, mit zu vertrauen. Denn durch die Auferstehung ist klar: meine Liebe ist nicht totzukriegen! Sie gilt allen, die noch zweifeln, anklagen, sich abwenden. Sagt allen Menschen, dass sie mir willkommen sind.
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Lassen Sie sich getrost stören von diesem Satz! Er wird zum krassesten Lichtblick im Leben und im Sterben. Und stören Sie andere damit. Die einen werden genervt sein, die anderen werden es Ihnen – im wahrsten Sinne des Wortes – ewig danken.
Pfarrer Reinhard Süpke, Oldisleben.
1: Czseslaw Milosz, zitiert nach Keller, Warum Gott? S. 104
2: Czseslaw Milosz, zitiert nach Keller, ebenda S 104. Es sind keine Kommentare möglich
Autor: redFür die Einen ein Fest: Das sieht man in der katholischen Oberlausitz. Da waren wieder die Osterreiter unterwegs. Ein schöner Brauch, finde ich: Denn eine christliche Gemeinde besucht eine andere, um die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist, den anderen Gemeinden zu bringen. Um die 1500 Männer mit Frack und Zylinder auf geschmückten Pferden, unterwegs mit Gebeten, Gesängen und Standarten. In den Nachrichten war zu hören, dass tausende Schaulustige auch dieses Jahr an der Straße stehen, um das zu erleben.
Das ist sicher ein schönes Kulturerlebnis – und hoffentlich bringt es manchem Kulturfreund auch neue Hoffnung durch den Satz: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Dieser Satz, der das Osterreiten ausgelöst hat, ist kein Kulturschatz –sondern Grund zum Feiern. Nämlich um das Leben zu feiern. Aber warum ist es für die anderen eine Störung ihrer eigenen Totenruhe, obwohl sie noch am Leben sind?
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Dieser Satz stört so manchen Machthaber! Von vielen wurde wird Religion als Opium für da Volk verschrien. Wir würden nur auf da Jenseits vertrösten. Der Nobelpreisträger Czeslaw Milosz aber schreibt: Heute erleben wir eine echte Transformation: Ein echtes Opium für das Volk ist der Glaube, dass nach dem Tod nichts mehr kommt – der gigantische Trost, der darin besteht, sich einzureden, dass unsere Gier, Verrat, Feigheit und Morde keinen Richter finden werden … (Aber) alle Religionen wissen, dass unsere Taten unvergänglich sind… (1)
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Damit wird gesagt: Es ist nicht einfach aus und vorbei nach dem Tod. Sondern da begegnet jeder dem einen absolut gerechten Richter. Jeder wird sich verantworten müssen für sein Leben. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Dieser Satz ist die gewaltigste Störung der Totenruhe. Denn für niemanden hört seine Existenz mit dem Tode einfach auf. Jesus ist der Erste, der auferstanden ist. Und ER ist der Richter, vor dem mal alle Menschen sich verantworten müssen für ihr Leben. Darum stört dieser Satz so viel Menschen, die ihr großes oder kleines Unrecht nicht eingestehen wollen. Sie glauben, mit dem Tod wird es auch damit vorbei sein.
Aber wie sagt der Nobelpreisträger Czeslaw Milosz? …alle Religionen wissen, dass unsere Taten unvergänglich sind… (2)
Und ich behaupte, weil es alle Religionen wissen, weiß es im tiefsten Inneren jeder Mensch. Die gute Nachricht: Wer Jesus vertraut, wer sein Herz auf Empfang und seinen Glauben nicht auf Stumm stellt, der weiß in seinem Herzen: Ich werde vor dem Richter stehen, der meine Schuld am Kreuz weggetragen hat. Und als ER aus dem Grab auferstand, hat ER meine Schuld dort im Grab gelassen! Für solche Menschen ist Ostern ein Fest!
Die schlechte Nachricht ist: Wer seine Schuld von einem Karfreitag bis Karfreitag nächstes Jahr nie bedenken sondern sein Gewissen stumm tanzen will, der vertröstet sich falsch mit dem Gedanken, es wäre einfach aus und vorbei.
Denn: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Dieser Satz stört manche Beerdigung…
Darum ist es für die Einen ein Fest für die anderen eine Störung ihrer eigenen Totenruhe, obwohl sie noch am Leben sind.
Es gibt noch eine gute Nachricht: Der Auferstandene sagt nicht zu denen, die IHM vertrauen: Behaltet das schön für Euch, sollen die andren doch sehen, wie sie klar kommen…
Sondern ER schickt seine Leute los und sagt ihnen: Ladet alle ein, mit zu vertrauen. Denn durch die Auferstehung ist klar: meine Liebe ist nicht totzukriegen! Sie gilt allen, die noch zweifeln, anklagen, sich abwenden. Sagt allen Menschen, dass sie mir willkommen sind.
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Lassen Sie sich getrost stören von diesem Satz! Er wird zum krassesten Lichtblick im Leben und im Sterben. Und stören Sie andere damit. Die einen werden genervt sein, die anderen werden es Ihnen – im wahrsten Sinne des Wortes – ewig danken.
Pfarrer Reinhard Süpke, Oldisleben.
1: Czseslaw Milosz, zitiert nach Keller, Warum Gott? S. 104
2: Czseslaw Milosz, zitiert nach Keller, ebenda S 104. Es sind keine Kommentare möglich


