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Do, 17:05 Uhr
05.07.2001

Deusa-Verkauf in "Sack und Tüten"

Bleicherode (nnz). Der Insolvenzverwalter der Bleicheröder Deusa hat sein Werk getan. Morgen punkt 12 Uhr wird Carsten Bloß die Geschäfte an die Deusa International GmbH übergeben. nnz hat nachgefragt.

Heute hatte das Bergamt Bad Salzungen die Übertragung des Hauptbetriebsplanes auf die Deusa International GmbH genehmigt. Das ist die wichtigste Meldung für die Mitarbeiter in Bleicherode. Weiterhin hat das Oberbergamt in Gera der Übertragung des Bergwerkseigentums auf die neue Gesellschaft zugestimmt. Dies bedeutet, dass der Ende April 2001 abgeschlossene Kaufvertrag zwischen dem Insolvenzverwalter und der Deusa International GmbH nunmehr vollzogen werden kann. Im Klartext: Die Arbeitsplätze der mehr als 100 Mitarbeiter bleiben erhalten, das Solbergwerk kann weiter betrieben werden.

„Der Verkauf des Solbergwerkes verzögerte sich in den vergangenen Wochen vor allem deshalb, weil notwendige Unterlagen durch die Käuferin nicht vorgelegt werden konnten. Die eingetretene Verzögerung führte dazu, dass Kurzarbeit angeordnet werden musste. Es war nicht mehr möglich, die laufenden Kosten der Betreibung des Bergwerkes durch die Insolvenzmasse zu bezahlen“, so Carsten Bloß gegenüber nnz. Mit dem Verkauf des Bergwerkseigentumes und der Übertragung des Hauptbetriebsplanes auf die Deusa International GmbH sei nunmehr gewährleistet, dass die Aufbereitungsanlage und das Solbergwerk kurzfristig wieder angefahren werden können, um in Zukunft aus den vorhandenen Lagerstätten die dortigen Rohstoffe zu gewinnen.

Durch die Zusage der Käuferin, in erheblicher Größenordnung in den kommenden Jahren zu investieren zu wollen, ist auch eine Produktionsausweitung möglich und auch notwendig, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Morgen wird die Übergabe des Betriebes an den Käufer erfolgen. Damit ist die Deusa International GmbH auch für die Arbeitsverhältnisse verantwortlich. Der Betrieb muß nun nach Aussage von Carsten Bloß so schnell wie möglich wieder angefahren werden. Mitte Juli sei dann eine planmäßige Generalreparatur vorgesehen.

Für Insolvenzverwalter Bloß geht damit eine nicht gewöhnliche Aufgabe zu Ende. Am 11. Januar 2001 hatte die damalige Betriebsleitung Insolvenz beantragt. Bloß wurde wenig später zum „Verwalter“ berufen (den kompletten Überblick finden Sie im nnz-Archiv). Nun hat er seinen „Job“ erledigt, andere Insolvenzen werden ihn mehr beschäftigen. Vielleicht kehrt er jedoch ab und zu mal wieder zurück nach Bleicherode. Gegenüber nnz meinte Bloß, dass es ein solches Verfahren wohl nur alle zwei Jahre gebe. Auch ihm fällt ein mittelschwerer Stein vom Herzen, hatte es doch hinter und manchmal auch vor den Kulissen Anfeindungen gegen seine Person gegeben.

Vielleicht kann Carsten Bloß in den kommenden Wochen endlich seinen Urlaub antreten? Seine Frau und sein Sohn warten darauf schon sehnsüchtig auf die Einhaltung seines Versprechens.
Autor: nnz

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