Fr, 09:18 Uhr
19.02.2016
Keine zusätzlichen Sozialwohnungen
Container statt Massenunterkünfte
Die SWG saniert in diesem Jahr schwerpunktmäßig in der Altstadt und Gründerzeitgebäude der Nordhäuser Innenstadt. Zusätzliche Sozialwohnungen für Flüchtlinge seien das falsche Signal...
Auch hier will die SWG in diesem Jahr sanieren (Foto: nnz)
Im Hinblick auf die Erstunterbringung von Flüchtlingen in Nordhausen fordert auch Inge Klaan, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), ein weitsichtiges Handeln mit Augenmaß. Klaan hält ein zusätzliches Angebot von Sozialwohnungen für falsch.
Denn im Gegensatz zu anderen Thüringer Städten gebe es in Nordhausen keinen Mangel an Sozialwohnungen, sprich an günstigem Wohnraum. Mit dem kontinuierlichen Stadtumbau in den vergangenen 20 Jahren sei es gelungen, einen stabilen und bezahlbaren Wohnungsmarkt in Nordhausen zu etablieren, so Klaan.
Mit durchschnittlich 4,55 Euro liegt der SWG-Mietpreis unter dem Thüringer Durchschnitt. Dieser beläuft sich auf 4,71 Euro pro Quadratmeter. Zwei Drittel unserer Wohnungen erfüllen momentan die Kriterien für Sozialwohnraum, unterstreicht Klaan und ergänzt: Wenn wir die Altersstruktur in unseren Stadtgebieten betrachten, werden wir zukünftig keine zusätzlichen Sozialwohnungen benötigen, auch wenn wir zurzeit in Thüringen durch den geringen Leerstand zu den angespannten Wohnungsmärkten zählen.
Der Bau weiterer Sozialwohnungen würde den bereits heute prognostizierten Leerstand in einigen Jahren nur verschärfen und den Mietpreis der Wohnungen nicht unwesentlich beeinflussen. Klaan empfiehlt daher für die Erstunterbringung von Flüchtlingen temporäre Unterkünfte, alles andere werde den Nordhäuser Wohnungsmarkt in Zukunft verteuern. Sie schließt sich damit der Betrachtung in der nnz an.
Mit temporären Unterkünften, wie mobilen Wohncontainern, könnte der aktuell hohe Bedarf an Erstwohnraum für Flüchtlinge gedeckt werden. Nach und nach könnten Flüchtlinge, die sich wirklich bei uns niederlassen wollen, dann in freiwerdende Wohnungen umziehen. Das Potenzial wird zu dem Zeitpunkt bei allen Wohnungsgesellschaften in und um Nordhausen und den privaten Vermietern vorhanden sein, sagt Klaan.
Bedarf sieht Klaan in Nordhausen eher in einem anderen Wohnungssektor: Eine deutliche Nachfrage gibt es seit einiger Zeit nach großen Wohnungen, teilweise barrierefrei, mit mittlerem Standard, erklärt Klaan. Die meisten der von der SWG bewirtschafteten Wohnungen sind Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen mit kleinen Grundrissen. Um diesen Bedarf künftig zu decken, will das Wohnungsunternehmen vor allem in diesem Segment in überschaubarem Maße neue Wohnungen auf den Markt bringen.
Erst im vergangenen Jahr hat die SWG mit den drei Stadtvillen in der Semmelweisstraße 50 neue Wohnungen geschaffen, in diesem Jahr folgen rund 30 weitere in der Schärfgasse in der Altstadt. Darüber hinaus werden die Gründerzeithäuser in der Oscar-Cohn-Straße, der Hesseröder Straße und der Bochumer Straße saniert. Auch diese Altbauten verfügten über große Grundrisse, so Klaan.
Damit leistet die SWG nicht nur einen Beitrag zur Stadtentwicklung, sondern investiert kontinuierlich in die Wohnungsbestände, erweitert das Angebot an neuen Wohnungen in zentraler Lage und entspannt so den aktuellen Wohnungsmarkt. Eine Unterbringung von Menschen anderer Nationalitäten wird somit in allen Stadtteilen möglich und verhindert jegliche Konzentration und damit verbundene Segregation, die wiederum negative Auswirkungen auf ihre Nachbarschaften hat und binnenstrukturell kaum beherrschbar bleibt.
Autor: red
Auch hier will die SWG in diesem Jahr sanieren (Foto: nnz)
Im Hinblick auf die Erstunterbringung von Flüchtlingen in Nordhausen fordert auch Inge Klaan, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), ein weitsichtiges Handeln mit Augenmaß. Klaan hält ein zusätzliches Angebot von Sozialwohnungen für falsch.
Denn im Gegensatz zu anderen Thüringer Städten gebe es in Nordhausen keinen Mangel an Sozialwohnungen, sprich an günstigem Wohnraum. Mit dem kontinuierlichen Stadtumbau in den vergangenen 20 Jahren sei es gelungen, einen stabilen und bezahlbaren Wohnungsmarkt in Nordhausen zu etablieren, so Klaan.
Mit durchschnittlich 4,55 Euro liegt der SWG-Mietpreis unter dem Thüringer Durchschnitt. Dieser beläuft sich auf 4,71 Euro pro Quadratmeter. Zwei Drittel unserer Wohnungen erfüllen momentan die Kriterien für Sozialwohnraum, unterstreicht Klaan und ergänzt: Wenn wir die Altersstruktur in unseren Stadtgebieten betrachten, werden wir zukünftig keine zusätzlichen Sozialwohnungen benötigen, auch wenn wir zurzeit in Thüringen durch den geringen Leerstand zu den angespannten Wohnungsmärkten zählen.
Der Bau weiterer Sozialwohnungen würde den bereits heute prognostizierten Leerstand in einigen Jahren nur verschärfen und den Mietpreis der Wohnungen nicht unwesentlich beeinflussen. Klaan empfiehlt daher für die Erstunterbringung von Flüchtlingen temporäre Unterkünfte, alles andere werde den Nordhäuser Wohnungsmarkt in Zukunft verteuern. Sie schließt sich damit der Betrachtung in der nnz an.
Mit temporären Unterkünften, wie mobilen Wohncontainern, könnte der aktuell hohe Bedarf an Erstwohnraum für Flüchtlinge gedeckt werden. Nach und nach könnten Flüchtlinge, die sich wirklich bei uns niederlassen wollen, dann in freiwerdende Wohnungen umziehen. Das Potenzial wird zu dem Zeitpunkt bei allen Wohnungsgesellschaften in und um Nordhausen und den privaten Vermietern vorhanden sein, sagt Klaan.
Bedarf sieht Klaan in Nordhausen eher in einem anderen Wohnungssektor: Eine deutliche Nachfrage gibt es seit einiger Zeit nach großen Wohnungen, teilweise barrierefrei, mit mittlerem Standard, erklärt Klaan. Die meisten der von der SWG bewirtschafteten Wohnungen sind Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen mit kleinen Grundrissen. Um diesen Bedarf künftig zu decken, will das Wohnungsunternehmen vor allem in diesem Segment in überschaubarem Maße neue Wohnungen auf den Markt bringen.
Erst im vergangenen Jahr hat die SWG mit den drei Stadtvillen in der Semmelweisstraße 50 neue Wohnungen geschaffen, in diesem Jahr folgen rund 30 weitere in der Schärfgasse in der Altstadt. Darüber hinaus werden die Gründerzeithäuser in der Oscar-Cohn-Straße, der Hesseröder Straße und der Bochumer Straße saniert. Auch diese Altbauten verfügten über große Grundrisse, so Klaan.
Damit leistet die SWG nicht nur einen Beitrag zur Stadtentwicklung, sondern investiert kontinuierlich in die Wohnungsbestände, erweitert das Angebot an neuen Wohnungen in zentraler Lage und entspannt so den aktuellen Wohnungsmarkt. Eine Unterbringung von Menschen anderer Nationalitäten wird somit in allen Stadtteilen möglich und verhindert jegliche Konzentration und damit verbundene Segregation, die wiederum negative Auswirkungen auf ihre Nachbarschaften hat und binnenstrukturell kaum beherrschbar bleibt.

