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Mi, 07:59 Uhr
27.01.2016
BEOBACHTUNGEN IN DER STADT

Spaziergänge mit Kater Felix

Felix ist liebesbedürftig. Bekommt er seine Streicheleinheiten nicht regelmäßig, wird er bockig. Wie ein kleines Kind, das seinen Willen nicht bekommt. Aber Felix ist schon ein ganz besonderes Tier...

Kater Felix an der Leine (Foto: Kurt Frank) Kater Felix an der Leine (Foto: Kurt Frank)
Kater Felix an der Leine

Nordhausen.Felix ist ein Kater. Je nach Laune und Witterung geht er mit Herrchen spazieren. Bei Sonnenschein und Trockenheit auf eine größere Tour. Ansonsten nur einmal um den Häuserblock in der Yorckstraße. Bei Schnee, Glätte oder Nieselwetter ist er von seinem Lieblingsplatz, einer Sofa-Ecke, nicht zu trennen.

Klaus Adam, sein Herrchen, führt Felix stets an der Leine spazieren. Damit der sich nicht erschreckt, wenn plötzlich ein Hund auftaucht, erklärt Adam. Sein Liebling könnte reiß aus nehmen und gegen ein Auto springen. Dieses Risiko möchte sein Besitzer nicht eingehen.

Felix ist ein Findelkind. Tier liebende Frauen fanden ihn als kleines Kätzchen im Gehege. Samt Geschwister. Das Katerchen kam in die Hände von Klaus Adam. Das war vor 16 Jahren. Für Nachwuchs könnte der Kater nicht mehr sorgen. Ihm fehlte die tierische Manneskraft.

Nach dem Tod der geliebten Frau erfreut sich Felix besonderer Aufmerksamkeit des 76-Jährigen. So sei er nicht völlig allein in der Wohnung, erklärt Adam sein Verhalten. Kratzbaum, Katzenklo, ein Bällchen zum Spielen – dem Kater fehle es an nichts. Sein Herr achtet strikt auch auf dessen Gesundheit. Überfressen, sagt er, darf er sich nicht. Regelmäßig kommt der Stubentiger daher auf die Waage. Schließlich soll er nicht unter Herzverfettung leiden. Oder daran sterben. Freigänge beugten dem vor.

Felix und sein Herrchen beim Spaziergang (Foto: Kurt Frank) Felix und sein Herrchen beim Spaziergang (Foto: Kurt Frank)
Je nach Witterung und Laune seines kleinen Freundes unternimmt Klaus Adam kleine oder größere Spaziergänge mit Kater Felix.

Auch Klaus Adam achtet auf seine Gesundheit. Im Kneip-Verein wird er gut beraten. Jeden zweiten Dienstag im Monat trifft man sich. Adam ist auch Mitglied im Nordhäuser Männerchor. Jeden Mittwoch wird geübt. In der „Friedenseiche“. Wo man singt, da lasse man sich nieder, ist der 1. Tenor überzeugt.

Nach dem schmerzlichen Tod der Ehefrau im Vorjahr rieten die Söhne ihrem Vater, sich nicht in der Wohnung daheim zu verkriechen und Däumchen zu drehen. Da falle ihm die Decke auf den Kopf, werde man nur trübsinnig. Klaus Adam singt daher nach einer Pause wieder fleißig im Chor, möchte auch den Kneip-Verein nicht missen. Und hat ja noch seinen Felix. Mit ihm unterhält er sich jeden Tag. So, als ob der ihn verstehen würde.

In den Urlaub fahre er nicht, sagt Adam. Selbst keine drei Tage. Seinen Kater lasse er nicht allein. Wenn er von der Gesangsprobe oder vom Kneip-Verein nach Hause komme, empfange ihn Felix freudig erregt, streiche schnurrend um seine Füße. „Ich möchte meinen kleinen Freund noch viele Jahre um mich haben“, verrät Klaus Adam. Das möchte sicher auch der Felix.
Kurt Frank
Autor: red

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