Do, 09:57 Uhr
24.12.2015
Neue Lebensfreude für Birgit Spindler
Schritt für Schritt zum schmerzfreien Leben
Ihr Leidensweg beginnt schleichend. Im Jahr 2001 verspürt Birgit Spindler häufig Schmerzen im Knie. Die Diplomingenieurin steht mitten im Leben. Vierzehn Jahre später kommt sie an einen Punkt, wo sie den Schmerz nicht länger ignorieren kann. Zu groß ist mittlerweile die Einschränkung...
Stabilisierendes Training (Foto: Helios Bleicherode)
Ein Orthopäde rät ihr zu einer Operation. Auf der Suche nach einer Zweitmeinung und durch einen Beitrag in der nnz wird Birgit Spindler auf die Helios Klinik Bleicherode aufmerksam.
Birgit Spindler ist gern unterwegs. Die lebensfrohe 55-Jährige war viele Jahre als Leistungssportlerin im Handball aktiv. Sie ist nicht leicht unterzukriegen. Seit einigen Jahren kann sie jedoch aufgrund von Schmerzen in ihrem linken Knie nicht richtig Treppen steigen, Auto fahren oder längere Unternehmungen machen.
Im Sommer 2014 wendet sie sich an Dr. Steffen Kohler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Helios Klinik Bleicherode – einem Fachkrankenhaus für Orthopädie. Kohler diagnostiziert eine schwere Arthrose und rät zu einer Knieendoprothese.
In Deutschland leiden rund fünf Millionen Menschen an Arthrose, im Volksmund auch Gelenkverschleiß genannt. Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen. Bei einer Knieendoprothese handelt es sich um ein künstliches Kniegelenk. Die Gelenkfläche wird dabei durch ein Kunststoffinlay ersetzt.
Dieser Ersatz wird nötig, wenn bereits schwere, fortgeschrittene Verschleißerscheinungen im Kniegelenk vorliegen, die zu Schmerzen und zur nachhaltigen unerträglichen Einschränkung der Lebensqualität führen, erklärt Dr. Kohler. Mit der Knieendoprothese wird das krankhaft veränderte Kniegelenk ersetzt und ein normaler, schmerzarmer oder gar schmerzfreier Bewegungsablauf angestrebt. Bei Birgit Spindler entwickelte sich die Arthrose in Folge ihrer jahrelangen sportlichen Leistung.
Bei einem Spiel riss ihr vorderes Kreuzband. Nach mehreren Arthroskopien spielte sie weiter – ohne Kreuzband. So schritt die Arthrose weiter voran. Man kann es am besten mit einem Autoreifen vergleichen, ich bin nur noch auf der Felge gelaufen, erzählt sie. Sämtliche Belastung auf ihrem Knie musste zurück gefahren werden – zu groß waren die Schmerzen. Ihre Schmerztoleranz und damit die Lebensqualität waren am Limit. Die Behandlungsmöglichkeiten ohne Operation waren durch ihren niedergelassenen Orthopäden ausgeschöpft worden. Es gab letztlich keine sinnvolle und gleichzeitig erfolgversprechende Alternative mehr zum künstlichen Kniegelenk, sagt der Chefarzt.
Die Operation verläuft reibungslos. Nach sieben Tagen erlangt Birgit Spindler die vorgegebene Beweglichkeit im Kniegelenk und kann zur Anschlussheilbehandlung entlassen werden. Von dort kehrt sie jedoch enttäuscht zurück. Ich konnte mein Bein nach der Rehabilitation weniger beugen, als vorher, erzählt sie. Sie versucht es in Erfurt mit manueller Therapie. Ihr Orthopäde rät ihr, sich an ihren Operateur zu wenden.
Fast ein Jahr nach ihrem ersten Besuch, kehrt Birgit Spindler im Juli 2015 nach Bleicherode zurück. Dr. Kohler untersucht sie erneut und bezieht Sandra Holberg-Busch mit ein, die Leiterin der hauseigenen Physiotherapie. Sie war das Beste, was mir passieren konnte, sagt Spindler und strahlt. Die erfahrene Therapeutin ist von Anfang an ehrlich. Es werde schmerzhaft und harte Arbeit, aber sie könne ihr helfen. Das Vertrauen war sofort da, erinnert sich Spindler. Sie beschließt, sich vorübergehend in das Wohnheim neben der Klinik einzuquartieren.
Die beiden Frauen beginnen mit einer ganzheitlichen Behandlung, bestehend aus manueller Therapie, stabilisierender Krankengymnastik bis hin zum gezielten Training auf der Treppe. Birgit Spindler bleibt trotz Schmerzen am Ball. Das noch aus dem Leistungssport stammende Körpergefühl und der Wille, sich durchzukämpfen, helfen ihr dabei. Nach einer Woche zeigen sich erste Fortschritte. Nach der zweiten Woche kann sie plötzlich Treppensteigen.
Daran war vorher überhaupt nicht zu denken, sagt sie. Sandra Holberg-Busch gibt ihr Hilfestellungen, erklärt stets, wie sich ihr Körper verhält und ermutigt sie, weiter zu arbeiten. Man muss Geduld haben. Das war mir klar. Aber diese deutlichen Verbesserungen zu spüren und zu sehen, was man plötzlich wieder kann, macht mich glücklich, sagt Spindler. Die Kommunikation während der Therapie habe ihr geholfen, ihren Körper zu verstehen und mit ihm zu arbeiten. Mir musste erstmal einer verdeutlichen, was los war und warum ich das alles nicht mehr konnte.
Birgit Spindler ist vom Behandlungserfolg der Bleicheröder Fachklinik überzeugt und wird auch zukünftig den Weg von Erfurt in den Südharz auf sich nehmen, um die Behandlung fortzuführen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Physiotherapeuten ist hier optimal gelöst. Die Arbeit der Therapeuten wird hoch angesehen. Das spürt der Patient und man merkt, dass hier als Team gearbeitet wird. Noch etwas ist ihr wichtig: Auch bei Problemen wird man in Bleicherode nicht allein gelassen. Das Engagement der Ärzte und Physiotherapeuten endet nicht abrupt nach der Entlassung!
Sandra Holberg-Busch erklärt, warum diese Teamarbeit so wichtig ist: Mit einer neuen Prothese kommt nicht automatisch die Beweglichkeit zurück, erklärt die Physiotherapeutin. Wichtig sei die individuelle gezielte Nachbetreuung. Wenn wir den Patienten vor dem medizinischen Eingriff kennen, können wir optimal auf seine Rehabilitation im Anschluss eingehen, sagt Holberg-Busch. Auch außerhalb der Klinik setzt Birgit Spindler um, was sie in Bleicherode gelernt hat. Sie weiß, dass bewusste Bewegung das A und O für ihre Gelenke ist – Schritt für Schritt.
Autor: red
Stabilisierendes Training (Foto: Helios Bleicherode)
Ein Orthopäde rät ihr zu einer Operation. Auf der Suche nach einer Zweitmeinung und durch einen Beitrag in der nnz wird Birgit Spindler auf die Helios Klinik Bleicherode aufmerksam.
Birgit Spindler ist gern unterwegs. Die lebensfrohe 55-Jährige war viele Jahre als Leistungssportlerin im Handball aktiv. Sie ist nicht leicht unterzukriegen. Seit einigen Jahren kann sie jedoch aufgrund von Schmerzen in ihrem linken Knie nicht richtig Treppen steigen, Auto fahren oder längere Unternehmungen machen.
Im Sommer 2014 wendet sie sich an Dr. Steffen Kohler, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Helios Klinik Bleicherode – einem Fachkrankenhaus für Orthopädie. Kohler diagnostiziert eine schwere Arthrose und rät zu einer Knieendoprothese.
In Deutschland leiden rund fünf Millionen Menschen an Arthrose, im Volksmund auch Gelenkverschleiß genannt. Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen. Bei einer Knieendoprothese handelt es sich um ein künstliches Kniegelenk. Die Gelenkfläche wird dabei durch ein Kunststoffinlay ersetzt.
Dieser Ersatz wird nötig, wenn bereits schwere, fortgeschrittene Verschleißerscheinungen im Kniegelenk vorliegen, die zu Schmerzen und zur nachhaltigen unerträglichen Einschränkung der Lebensqualität führen, erklärt Dr. Kohler. Mit der Knieendoprothese wird das krankhaft veränderte Kniegelenk ersetzt und ein normaler, schmerzarmer oder gar schmerzfreier Bewegungsablauf angestrebt. Bei Birgit Spindler entwickelte sich die Arthrose in Folge ihrer jahrelangen sportlichen Leistung.
Bei einem Spiel riss ihr vorderes Kreuzband. Nach mehreren Arthroskopien spielte sie weiter – ohne Kreuzband. So schritt die Arthrose weiter voran. Man kann es am besten mit einem Autoreifen vergleichen, ich bin nur noch auf der Felge gelaufen, erzählt sie. Sämtliche Belastung auf ihrem Knie musste zurück gefahren werden – zu groß waren die Schmerzen. Ihre Schmerztoleranz und damit die Lebensqualität waren am Limit. Die Behandlungsmöglichkeiten ohne Operation waren durch ihren niedergelassenen Orthopäden ausgeschöpft worden. Es gab letztlich keine sinnvolle und gleichzeitig erfolgversprechende Alternative mehr zum künstlichen Kniegelenk, sagt der Chefarzt.
Die Operation verläuft reibungslos. Nach sieben Tagen erlangt Birgit Spindler die vorgegebene Beweglichkeit im Kniegelenk und kann zur Anschlussheilbehandlung entlassen werden. Von dort kehrt sie jedoch enttäuscht zurück. Ich konnte mein Bein nach der Rehabilitation weniger beugen, als vorher, erzählt sie. Sie versucht es in Erfurt mit manueller Therapie. Ihr Orthopäde rät ihr, sich an ihren Operateur zu wenden.
Fast ein Jahr nach ihrem ersten Besuch, kehrt Birgit Spindler im Juli 2015 nach Bleicherode zurück. Dr. Kohler untersucht sie erneut und bezieht Sandra Holberg-Busch mit ein, die Leiterin der hauseigenen Physiotherapie. Sie war das Beste, was mir passieren konnte, sagt Spindler und strahlt. Die erfahrene Therapeutin ist von Anfang an ehrlich. Es werde schmerzhaft und harte Arbeit, aber sie könne ihr helfen. Das Vertrauen war sofort da, erinnert sich Spindler. Sie beschließt, sich vorübergehend in das Wohnheim neben der Klinik einzuquartieren.
Die beiden Frauen beginnen mit einer ganzheitlichen Behandlung, bestehend aus manueller Therapie, stabilisierender Krankengymnastik bis hin zum gezielten Training auf der Treppe. Birgit Spindler bleibt trotz Schmerzen am Ball. Das noch aus dem Leistungssport stammende Körpergefühl und der Wille, sich durchzukämpfen, helfen ihr dabei. Nach einer Woche zeigen sich erste Fortschritte. Nach der zweiten Woche kann sie plötzlich Treppensteigen.
Daran war vorher überhaupt nicht zu denken, sagt sie. Sandra Holberg-Busch gibt ihr Hilfestellungen, erklärt stets, wie sich ihr Körper verhält und ermutigt sie, weiter zu arbeiten. Man muss Geduld haben. Das war mir klar. Aber diese deutlichen Verbesserungen zu spüren und zu sehen, was man plötzlich wieder kann, macht mich glücklich, sagt Spindler. Die Kommunikation während der Therapie habe ihr geholfen, ihren Körper zu verstehen und mit ihm zu arbeiten. Mir musste erstmal einer verdeutlichen, was los war und warum ich das alles nicht mehr konnte.
Birgit Spindler ist vom Behandlungserfolg der Bleicheröder Fachklinik überzeugt und wird auch zukünftig den Weg von Erfurt in den Südharz auf sich nehmen, um die Behandlung fortzuführen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Physiotherapeuten ist hier optimal gelöst. Die Arbeit der Therapeuten wird hoch angesehen. Das spürt der Patient und man merkt, dass hier als Team gearbeitet wird. Noch etwas ist ihr wichtig: Auch bei Problemen wird man in Bleicherode nicht allein gelassen. Das Engagement der Ärzte und Physiotherapeuten endet nicht abrupt nach der Entlassung!
Sandra Holberg-Busch erklärt, warum diese Teamarbeit so wichtig ist: Mit einer neuen Prothese kommt nicht automatisch die Beweglichkeit zurück, erklärt die Physiotherapeutin. Wichtig sei die individuelle gezielte Nachbetreuung. Wenn wir den Patienten vor dem medizinischen Eingriff kennen, können wir optimal auf seine Rehabilitation im Anschluss eingehen, sagt Holberg-Busch. Auch außerhalb der Klinik setzt Birgit Spindler um, was sie in Bleicherode gelernt hat. Sie weiß, dass bewusste Bewegung das A und O für ihre Gelenke ist – Schritt für Schritt.


