Mo, 10:33 Uhr
14.06.2004
DGB: Boykott ist der falsche Weg
Nordhausen (nnz). Für den Nordthüringer DGB ist und bleibt ein Aufruf zum Lehrstellenboykott skandalös, auch wenn die Innungen dies bis heute als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen ansehen würden. Was die Gewerkschaft fordern, mit dem bekannten Klick sind Sie auf dem Laufenden.
Die Gewerkschaften stehen nach wie vor für eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Handwerk, um der Jugend in der Region Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, so der DGB-Regionsvorsitzende Ulrich Hannemann. Nach wie vor geht der DGB davon aus, dass die Ausbildung in der Region stattfindet, nämlich in den Handwerksbetrieben. Ein Lehrlingsboykott schadet in erster Linie unserer Jugend, die ihre berufliche Perspektive in der Region sieht. Letztendlich aber auch den Handwerksbetrieben. Für Hannemann bedeutet das zwangsläufig Fachkräftemangel und verstärkte Abwanderung aus der Region.
Die Aussage der Kreishandwerkerschaft vom März diesen Jahres, jährlich ca. 400 Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, und die in den zurückliegenden Jahren bereitgestellten Ausbildungsstellen haben bei den Jugendlichen Vertrauen in die Verlässlichkeit des Handwerks aufgebaut. Mit dem Aufruf zum Lehrstellenboykott wird dies leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Bei heute bereits 15,3 Prozent weniger betrieblicher Ausbildungsstellen als im Vorjahr würde ein Ausbildungsboykott der Kreishandwerkerschaft für die Zukunft katastrophale Folgen für die strukturschwache Region haben.
Worum geht es konkret? Es geht um die überbetriebliche Lehrunterweisung im Handwerk, eine zusätzliche Ausbildung, die der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, um die Qualität auch im Handwerk zu garantieren. Wir sprechen also von einem Fünftel der Gesamtausbildung, die in Berufsbildungszentren (BBZ) durchgeführt wird.
Ab 2005 die überbetriebliche Ausbildung nur noch im BBZ Erfurt durchzuführen, wurde auch mit den Stimmen der selbständigen Handwerker aus Nordthüringen beschlossen. In dieser Vollversammlung sind keine hauptamtlichen Mitarbeiter von Gewerkschaften vertreten. Wählbar sind nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Handwerksbetrieben mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die selbständigen Handwerksmeister haben in der Vollversammlung eine Zweidrittelmehrheit.
Natürlich favorisiert der DGB, so Hannemann, weiter die gesamte Ausbildung in der Region. Dabei sind Qualität und Effizienz die entscheidenden Parameter. Als Gewerkschaften haben wir stets, auch im Interesse des Handwerks, uns für den Meisterbrief und damit für eine qualifizierte Ausbildung, die europaweit anerkannt wird, eingesetzt. Dies war und ist nur möglich, wenn die Tarifpartner auf gleicher Augenhöhe Lösungen verhandeln. Nicht nur aus diesen Gründen sind die Pauschalen und fachlich falschen Behauptungen einiger Innungsobermeister auch die Richtung Gewerkschaften nicht nachvollziehbar, so der Gewerkschaftschef.
Entscheidungen können hinterfragt und vielleicht auch korrigiert werden. Dies muss in einem vernünftigen und fairen Interessenausgleich zwischen Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer geschehen. Nicht auf dem Rücken und zum Schaden der Auszubildenden, so das Fazit des DGB-Regionsvorsitzenden.
Autor: nnzDie Gewerkschaften stehen nach wie vor für eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Handwerk, um der Jugend in der Region Zukunftsperspektiven zu ermöglichen, so der DGB-Regionsvorsitzende Ulrich Hannemann. Nach wie vor geht der DGB davon aus, dass die Ausbildung in der Region stattfindet, nämlich in den Handwerksbetrieben. Ein Lehrlingsboykott schadet in erster Linie unserer Jugend, die ihre berufliche Perspektive in der Region sieht. Letztendlich aber auch den Handwerksbetrieben. Für Hannemann bedeutet das zwangsläufig Fachkräftemangel und verstärkte Abwanderung aus der Region.
Die Aussage der Kreishandwerkerschaft vom März diesen Jahres, jährlich ca. 400 Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, und die in den zurückliegenden Jahren bereitgestellten Ausbildungsstellen haben bei den Jugendlichen Vertrauen in die Verlässlichkeit des Handwerks aufgebaut. Mit dem Aufruf zum Lehrstellenboykott wird dies leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Bei heute bereits 15,3 Prozent weniger betrieblicher Ausbildungsstellen als im Vorjahr würde ein Ausbildungsboykott der Kreishandwerkerschaft für die Zukunft katastrophale Folgen für die strukturschwache Region haben.
Worum geht es konkret? Es geht um die überbetriebliche Lehrunterweisung im Handwerk, eine zusätzliche Ausbildung, die der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, um die Qualität auch im Handwerk zu garantieren. Wir sprechen also von einem Fünftel der Gesamtausbildung, die in Berufsbildungszentren (BBZ) durchgeführt wird.
Ab 2005 die überbetriebliche Ausbildung nur noch im BBZ Erfurt durchzuführen, wurde auch mit den Stimmen der selbständigen Handwerker aus Nordthüringen beschlossen. In dieser Vollversammlung sind keine hauptamtlichen Mitarbeiter von Gewerkschaften vertreten. Wählbar sind nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Handwerksbetrieben mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die selbständigen Handwerksmeister haben in der Vollversammlung eine Zweidrittelmehrheit.
Natürlich favorisiert der DGB, so Hannemann, weiter die gesamte Ausbildung in der Region. Dabei sind Qualität und Effizienz die entscheidenden Parameter. Als Gewerkschaften haben wir stets, auch im Interesse des Handwerks, uns für den Meisterbrief und damit für eine qualifizierte Ausbildung, die europaweit anerkannt wird, eingesetzt. Dies war und ist nur möglich, wenn die Tarifpartner auf gleicher Augenhöhe Lösungen verhandeln. Nicht nur aus diesen Gründen sind die Pauschalen und fachlich falschen Behauptungen einiger Innungsobermeister auch die Richtung Gewerkschaften nicht nachvollziehbar, so der Gewerkschaftschef.
Entscheidungen können hinterfragt und vielleicht auch korrigiert werden. Dies muss in einem vernünftigen und fairen Interessenausgleich zwischen Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer geschehen. Nicht auf dem Rücken und zum Schaden der Auszubildenden, so das Fazit des DGB-Regionsvorsitzenden.

