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Do, 17:05 Uhr
10.06.2004

Grüne im Klassenzimmer

Nordhausen (nnz). Früher wurden die Grünen beim Wahlkampf oft belächelt. Jetzt kommen sie richtig gut an in Nordhausen. Warum das so ist, verrät Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckhardt im nnz-Gespräch.

Grüne im Klassenzimmer (Foto: nnz) Grüne im Klassenzimmer (Foto: nnz)

Vielleicht liegt es ja auch ein wenig an der Landesgartenschau, daß die Grünen so viel positive Resonanz auf ihren Wahlkampf erhalten. Von den tollen Attraktionen auf dem Petersberg war Katrin Göring-Eckhardt jedenfalls ganz begeistert. Nach dem Wahlkampf will sie wiederkommen, dann hat sie nämlich mehr Zeit.

Heute sah sich die Politikerin vor allem im Grünen Klassenzimmer um, und das ist trotz der Namensgleichheit keine politische Veranstaltung. Hier können Kinder und Jugendliche etwas über Natur und Umwelt erfahren. Sie dürfen Dinge selbst ausprobieren statt sturen Unterrichtsstoff zu pauken. Beim Papierschöpfen durfte auch die Grüne mitmachen. Von der Begeisterung der Lehrerin Frau Kleemann, die das Klassenzimmer betreibt, wurde Katrin Göring-Eckardt angesteckt. Auf dem Gartenschaugelände herrsche ein hoher Dienstleistungsgedanke und es gäbe eine Menge zu erleben. Davon sollte möglichst viel erhalten werden, meint sie.

Vor ein paar Jahren wurde Nordhausen von einer jungen Jury zur kinderfreundlichsten Stadt ernannt. Damals sei ausschlaggebend gewesen, daß sich Kinder und Jugendliche auf vielfältige Weise mit einbringen und mit bestimmen konnten. Auch auf der Landesgartenschau seien die späteren Nutzer gefragt worden, was ihnen gefallen würde. Die Architekten mußten sich besonders nach diesen Vorschlägen richten, berichtet die Bundestagsabgeordnete begeistert.

Gisela Hartmann von den Nordhäuser Grünen engagiert sich sowieso für die Mitbestimmung von Bürgern jeden Alters. Das sei eine gute Idee der Agenda 21. Für sie ist es wichtig, das Kinderparlament in Nordhausen wieder zu aktivieren. Nach der Kommunalwahl möchte sie sich dafür einsetzen.

Bündnis 90/Die Grünen waren heute außerdem mit einem Infostand in der Bahnhofstraße präsent. Katrin Göring- Eckhardt war erstaunt über die gute Stimmung und das große Interesse an Politik. "Bei früheren Wahlkämpfen wurden wir oft belächelt, aber jetzt ist es nicht mehr so" sagt sie. Das läge vor allem daran, daß der Wiedereinzug in den Thüringer Landtag so gut wie sicher sei. Da würden viele Menschen wissen wollen, was die Grünen vorhaben.

Natürlich würden sie öfter auf die Ökosteuer angesprochen, daß sie schuld seien an den hohen Benzinpreisen. Dann läßt sich Katrin Göring-Eckhardt auf eine Diskussion ein. Ein Großteil der Ökosteuer kommt nämlich nicht dem Umweltschutz zu gute, sondern der Rente. Rund 19 Milliarden Euro sind es pro Jahr. Ohne Ökosteuer müßten 1,5 Punkte mehr in die Rentenversicherung eingezahlt werden.

Ein kleiner Teil fließe in die Erforschung erneuerbarer Energien. "Die Grünen haben schon lange auf die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe hingewiesen. Wir müssen uns wirklich mit Alternativen auseinandersetzen." meint Göring-Eckhardt. Es wird durch den hohen Benzinpreis ein bißchen weniger Auto gefahren, circa 1-3 %. Viele Kurzstrecken seien auch gar nicht nötig, die könne man auch zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen.

Deshalb findet es Gisela Hartmann besonders wichtig, daß das Radwegenetz in Stadt und Landkreis weiter ausgebaut wird. In Nordhausen ist nahezu jedes Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zu erreichen, und die neue Mitte auf dem Petersberg sowieso.
Autor: nnz

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