Mi, 16:47 Uhr
09.06.2004
Besiegelt und kritisiert
Nordhausen (nnz). Jetzt soll es in Thüringen mit der Ausbildung vorangehen. Dieser Ansicht ist die Handwerkskammer in Erfurt. Sie verweist auf diesen Pakt mit dem Verweis auf den Konflikt mit den Nordthüringer Handwerkern.
Mit der Unterzeichnung des Thüringer Pakts für Ausbildung 2004 zwischen Wirtschaft, Landesregierung und Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen haben sich alle maßgeblich für die berufliche Ausbildung Verantwortlichen Institutionen in Thüringen zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet, um allen ausbildungswilligen und –fähigen jungen Menschen in diesem Jahr ein Ausbildungsplatzangebot zu unterbreiten. Dieser Pakt ist bisher in Deutschland einmalig. Die Unterzeichner hoffen allerdings, dass die Initiative Thüringens Nachahmer findet und somit die Androhung der Ausbildungsplatzabgabe nicht Anwendung findet.
Für die Handwerkskammer Erfurt unterzeichnete Präsident Rolf Ostermann den Vertrag. Er rief die Betriebe auf, diesen Pakt zu unterstützen. Das Handwerk habe stets über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet. Zurückgehende Ausbildungszahlen der letzten Jahre seien vor allem auf die wirtschaftliche Situation und nicht auf fehlende Bereitschaft zurückzuführen.
Die Handwerkskammer Erfurt unterzeichnete den Pakt, weil sich das Handwerk im Kammerbezirk langfristige Perspektiven in der Ausbildung erarbeiten möchte. Eine Ausbildungsplatzabgabe passt dabei ebenso wenig in die heutige Zeit wie Ausbildungsboykott-Drohungen. Beides, so die Kammer, untergrabe die Entscheidungsfreiheit der Unternehmer für ihre Betriebe und die Unternehmerverantwortung für die Jugend. Der Boykottaufruf der Kreishandwerkerschaft Nordthüringen kanalisiere die in den Innungen organisierten Betriebe und führe sie geradewegs in eine handwerks- wie auch gesellschaftspolitische Sackgasse. Berufliche Ausbildung, berufliche Chancen für unsere Jugend brauche heute mehr denn je jede Unterstützung. Der Pakt für Ausbildung 2004 sei eine solche; die Rücknahme des Boykott-Aufrufs wäre nach all dem zerschlagenen Porzellan ebenfalls außerordentlich hilfreich.
Autor: nnzMit der Unterzeichnung des Thüringer Pakts für Ausbildung 2004 zwischen Wirtschaft, Landesregierung und Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen haben sich alle maßgeblich für die berufliche Ausbildung Verantwortlichen Institutionen in Thüringen zu konkreten Handlungsschritten verpflichtet, um allen ausbildungswilligen und –fähigen jungen Menschen in diesem Jahr ein Ausbildungsplatzangebot zu unterbreiten. Dieser Pakt ist bisher in Deutschland einmalig. Die Unterzeichner hoffen allerdings, dass die Initiative Thüringens Nachahmer findet und somit die Androhung der Ausbildungsplatzabgabe nicht Anwendung findet.
Für die Handwerkskammer Erfurt unterzeichnete Präsident Rolf Ostermann den Vertrag. Er rief die Betriebe auf, diesen Pakt zu unterstützen. Das Handwerk habe stets über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet. Zurückgehende Ausbildungszahlen der letzten Jahre seien vor allem auf die wirtschaftliche Situation und nicht auf fehlende Bereitschaft zurückzuführen.
Die Handwerkskammer Erfurt unterzeichnete den Pakt, weil sich das Handwerk im Kammerbezirk langfristige Perspektiven in der Ausbildung erarbeiten möchte. Eine Ausbildungsplatzabgabe passt dabei ebenso wenig in die heutige Zeit wie Ausbildungsboykott-Drohungen. Beides, so die Kammer, untergrabe die Entscheidungsfreiheit der Unternehmer für ihre Betriebe und die Unternehmerverantwortung für die Jugend. Der Boykottaufruf der Kreishandwerkerschaft Nordthüringen kanalisiere die in den Innungen organisierten Betriebe und führe sie geradewegs in eine handwerks- wie auch gesellschaftspolitische Sackgasse. Berufliche Ausbildung, berufliche Chancen für unsere Jugend brauche heute mehr denn je jede Unterstützung. Der Pakt für Ausbildung 2004 sei eine solche; die Rücknahme des Boykott-Aufrufs wäre nach all dem zerschlagenen Porzellan ebenfalls außerordentlich hilfreich.


